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Neue Erdstösse in Indonesien Über 130 Tote auf Lombok

Legende: Video Nach der Katastrophe auf Lombok abspielen. Laufzeit 1:22 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.08.2018.
  • Ein neues Erdbeben der Stärke 7 hat am Sonntag die indonesische Insel Lombok östlich von Bali erschüttert.
  • Mindestens 130 Menschen sollen ums Leben gekommen sein. Tausende wurden von der Insel evakuiert, teilte die Katastrophenschutzbehörde mit.
  • Eine erste vorsorgliche Tsunami-Warnung wurde kurze Zeit später wieder aufgehoben.
  • Das Epizentrum lag rund 18 Kilometer nordöstlich von Lombok im Meer.

Allein im Distrikt Nord-Lombok seien 29 Menschen gestorben. Die meisten Opfer seien von herunterfallenden Trümmerteilen getroffen worden, teilte die Katastrophenschutzbehörde mit.

Wir sammeln uns hier im Dunkeln ohne Strom. Jeder ist draussen im Freien.
Autor: Najmul AkhyarDistriktchef von Nord-Lombok

Tausende Einwohner und Feriengäste flohen nach dem Erdstoss aus ihren Häusern beziehungsweise ihren Hotels ins Freie. Aus Angst vor Nachbeben verbrachten viele Menschen die Nacht draussen – meist ohne Licht, weil auch zahlreiche Stromleitungen gekappt waren.

«Wir sammeln uns hier im Dunkeln ohne Strom. Jeder ist draussen im Freien», sagte der Distriktchef von Nord-Lombok. Viele Schulen blieben am Montag geschlossen, weil nicht klar war, ob die Gebäude noch sicher sind.

Internationale Konferenzen abgesagt

Das Beben ereignete sich laut der US-Erdbebenwarte USGS in einer Tiefe von zehn Kilometern. Das Epizentrum lag 18 Kilometer nordwestlich von Lombok im Meer – und damit weit entfernt von den Touristenzentren im Süden und Westen der Insel. Auf den schweren Erdstoss folgten zwei Nachbeben, eines davon mit einer Stärke von 5,4.

EDA: Offenbar keine Schweizer Opfer

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Die Schweizer Vertretung in Jakarta steht laut einer Mitteilung des EDA mit den zuständigen lokalen Behörden in Indonesien sowie mit mehreren Schweizern in der betroffenen Region in Kontakt. Sie prüfe derzeit, ob Schweizer Staatsangehörige blockiert seien und Unterstützung durch Dritte benötigten.

Zurzeit gebe es aber keine Hinweise darauf, dass Schweizer Staatsangehörige im jüngsten Erdbeben auf Lombok zu Schaden gekommen seien.

Zwei für den heutigen Montag geplante internationale Konferenzen mit Ministern aus Nachbarländern zu den Themen regionale Sicherheit und Terrorabwehr auf Bali und Lombok wurden aus Sicherheitsgründen abgesagt. Alle bereits angereisten Gäste seien sicher und unversehrt, hiess es von offizieller Seite.

Regierungsmitglieder Australiens evakuiert

Australiens Migrationsminister Peter Dutton, der an einer der Konferenzen auf Lobok teilnimmt, twitterte, dass er und seine Delegation aus dem Hotel evakuiert worden und sicher seien.

Gegenüber Medien berichtete er, dass er sich während des Bebens im 12. Stock des Gebäudes aufgehalten habe. Die Erdstösse «seien stark genug gewesen, um uns auf den Boden zu werfen» und die Energieversorgung zu unterbrechen.

Australiens Migrationsminister in Sicherheit

Tsunami-Warnung wieder aufgehoben

Die indonesischen Behörden gaben nach dem Erdbeben eine Tsunami-Warnung aus, hoben diese aber nach kurzer Zeit wieder auf. Die Behörden hatten die Menschen aufgefordert, sich vom Meer zu entfernen.

Meerwasser strömte schliesslich mit einer Höhe von zehn bis 13 Zentimetern in zwei Dörfer. Die Katastrophenschutzbehörde geht davon aus, dass zahlreiche Gebäude in Lomboks Hauptort Mataram beschädigt worden seien. Die meisten Häuser seien mit nicht besonders widerstandsfähigem Material gebaut worden.

Erst vor einer Woche waren bei einem Erdbeben der Stärke 6,4 auf der Ferieninsel 17 Menschen getötet worden. Dutzende ausländische Wanderer sassen zeitweilig in den Bergen fest. Mehr als 500 Wanderer mussten von einem aktiven Vulkan gerettet werden, wo sie nach dem Erdbeben zunächst festgesessen hatten.

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