Neuer Name, alter Hass: Al-Nusra-Front benennt sich um

Namen sind Schall und Rauch? Das findet die Terrorgruppe Al-Nusra-Front nicht. Sie verpasst sich einen neuen – Dschabhat Fatah al-Scham – und sagt sich zeitgleich offiziell von Al Kaida los. Diese zeigt Verständnis.

Die islamistische Al-Nusra-Front in Syrien sagt sich offiziell vom Terrornetzwerk Al-Kaida los und benennt sich um. Ziel ist die Bildung einer neuen Front und die Vereinigung verschiedener Dschihadisten-Gruppen.

Der neue Name lautet Dschabhat Fatah al-Scham, wie ihr Anführer Abu Mohammed al-Dschaulani in einer Videonachricht bekanntgab.

Der Anführer der Terrormiliz, die bis dato Al-Nusra-Front hiess: Abu Mohammed al-Dschaulani. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Anführer der Terrormiliz, die bis dato Al-Nusra-Front hiess: Abu Mohammed al-Dschaulani. Keystone

Al-Kaida heisst die Abspaltung gut

Die Al-Nusra-Front («Unterstützer-Front») gehört in Syrien zu den stärksten Milizen. Stark ist die Gruppe vor allem in der Provinz Idlib. Obwohl ideologisch eng mit der Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) verwandt, sind die beiden Gruppen verfeindet.

Al-Dschaulani dankte der Al-Kaida-Führung für deren Verständnis, dass die Trennung unumgänglich sei. Zuvor hatte die Al-Kaida-Führung die Abspaltung ausdrücklich gutgeheissen. Wichtiger als die Zugehörigkeit zu Al-Kaida sei, dass die Miliz geeint und schlagkräftig bleibe, hiess es.

Keine hinderlichen Beziehungen mehr

Die Nusra-Front wird von den USA als Ableger der extremistischen Al-Kaida und als Terrorgruppe eingestuft. Sie wurde deshalb von den Syrien-Friedensgesprächen im Februar ausgeschlossen.

Nun werde sie keine Verbindung zu anderen externen Organisationen mehr haben, sagte Anführer al-Dschaulani. Damit falle der Vorwand für die internationale Gemeinschaft weg, wegen der Verbindungen der Nusra-Front zur Al-Kaida Syrer anzugreifen.