Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Sudan an der Wende zur Demokratie? abspielen. Laufzeit 08:20 Minuten.
Aus SRF 4 News aktuell vom 22.08.2019.
Inhalt

Neuordnung im Sudan Ein Wirtschaftsexperte will Sudan aus der Krise führen

Umbruch im Sudan: Ein Ökonom wird die Übergangsregierung führen und Zivilisten sind an der Macht beteiligt.

Im Sudan herrscht seit letztem Wochenende Aufbruchstimmung. Der Militärrat, der nach dem Sturz von Langzeitherrscher Omar al-Bashir im April 2019 die Regierungsgeschäfte führte, hat sich nach monatelangem Ringen bereit erklärt, die Macht mit der Opposition zu teilen. Seit Mittwochabend ist diese Übergangsregierung im Amt. Im Jahr 2022 werden reguläre Wahlen stattfinden.

Übergangspräsident Abdalla Hamdok ist vereidigt worden.
Legende: Übergangspräsident Abdalla Hamdok ist vereidigt worden. Keystone

Wirtschaftsexperte als Premierminister

Angeführt wird die Regierung von Abdalla Hamdok. Hamdok hat jahrelang als Wirtschaftsexperte für die UNO gearbeitet. Er wird innerhalb einer Woche ein Kabinett zusammenstellen. Der neue Premierminister sieht als oberste Priorität den dauerhaften Frieden, die Bekämpfung der Wirtschaftskrise und eine «ausgeglichene Aussenpolitik».

Der künftigen Regierung zur Seite steht ein Souveräner Rat, der aus fünf Militärangehörigen und sechs Zivilisten besteht. Dieser wird die nächsten 21 Monate von General Abdel Fattah Burhan angeführt. Er war seit April der Chef der Militärregierung. Danach übernimmt ein Zivilist die Leitung des Souveränen Rates.

Wirtschaftlicher Aufbau

Am Dringlichsten für die Bevölkerung sei die Stabilisierung der Lebensumstände, sagt auch Sudan-Experte Tobias Simon, der lange im Land gelebt hat und in Deutschland Sudanesisch-Arabisch unterrichtete. «Die Inflation beträgt bis zu 40 Prozent und es gibt Engpässe bei Benzin, Bargeld und Lebensmitteln.»

Die Regierung müsse neu ansetzen, um das Budget des Sudans besser zu managen. Eine Überlegung wert seien in diesem Zusammenhang die Ausgaben für Militär und Geheimdienst, die reduziert werden müssten. «Das ist eines der heikelsten Probleme.»

Ein Fundament für die Freiheitsrechte

Ebenfalls dringend nötig sei auch die Demokratisierung, sagt Simon, und die Gewährleistung der Freiheitsrechte der Menschen. Um die Meinungs- und Pressefreiheit sowie um die Rechte der Frauen stehe es nicht gut.

Der Sudan liegt im Nordosten Afrikas.
Legende: Der Sudan liegt im Nordosten Afrikas. SRF

Man könne nicht erwarten, dass die Übergangsregierung den Sudan innerhalb von drei Jahren umkremple. Doch: «Die Menschen sollen in drei Jahren die Möglichkeit haben, an freien und fairen Wahlen teilzunehmen.» Auch wer zurzeit nicht an der Macht teilhaben könne, soll Mitspracherecht bei den Wahlen haben. Dafür müsse die neue Regierung nun ein Fundament legen, so der Experte.

Legende: Video Aus dem Archiv: Der Sudan hat eine neue Verfassung abspielen. Laufzeit 02:22 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.08.2019.
Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?