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International Noch nie so viel Geld: USA ölen Israels Kriegsmaschine

Das hat die Welt noch nicht gesehen: das bisher grösste Militärhilfepaket der USA seit dem Zweiten Weltkrieg. 38 Milliarden Dollar soll Israel von der Grossmacht in den nächsten zehn Jahren erhalten. Obama verkauft die Summe zuhause als Investition auch in die eigene Sicherheit.

Ein israelischer Soldat lagert Panzer-Raketen neben einem Panzer der israelischen Armee.
Legende: Noch nie in der Geschichte der beiden Länder ist so viel Geld für Militärausgaben nach Israel geflossen. Reuters

Monatelang haben sie verhandelt, die USA und ihr treuster Verbündeter Israel. Jetzt haben sie sich geeinigt. Israel kassiert in den nächsten zehn Jahren insgesamt 38 Milliarden US-Dollar an Militärhilfe. Die Zahlungen sollen 2019 beginnen und einen vorherigen Zehn-Jahres-Vertrag ablösen, berichtete der israelische Rundfunk. Repräsentanten beider Staaten hatten monatelang über die Einzelheiten des Pakets miteinander gerungen.

«Qualitativer Vorsprung» gegen den Erzfeind Iran

Es sei die Zusage für die grösste einzelne Unterstützung in der amerikanischen Geschichte, teilte das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mit. Bislang belief sich die US-Militärhilfe für Israel auf rund drei Milliarden Dollar (rund 2,8 Mrd. Euro) im Jahr. Dabei ist zumindest Obama überzeugt, mit der Summe auch etwas für seine eigenen Landsleute zu tun.

Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.
Legende: Für diese hübsche Summe will Benjamin Netanjahu dafür auf weitere Bittstellungen verzichten. Reuters

«Unsere Militärhilfe betrachten wir nicht nur als wichtig für den Staat Israel, sondern auch für die Sicherheit der USA», hatte der US-Präsident bereits im vergangenen Jahr bei einem Treffen mit Netanjahu gesagt. Ziel sei unter anderem, Handlungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und der vom Iran unterstützten schiitischen Hisbollah-Miliz zu stoppen.

Israel seinerseits sieht die Militärhilfe als Sicherung des «qualitativen Vorsprungs» seiner Armee – vor allem seiner Luftwaffe – im Angesicht potenzieller Feinde in der Region, allen voran sein Erzfeind Iran. Dabei war gerade der Iran Anlass für Querelen zwischen Israel und den USA.

Netanjahu gilt nämlich als schärfster Kritiker der internationalen Atomvereinbarung mit Teheran. Das Ministerium des ultrarechten Avigdor Lieberman hatte das Atomabkommen im vergangenen Monat sogar mit dem Münchner Abkommen von 1938 verglichen. Frankreich und Grossbritannien hatten damals zugestimmt, dass sich Nazi-Deutschland die Sudetengebiete einverleibt.

Die ungewöhnlich scharfe Mitteilung war eine Reaktion auf Äusserungen Obamas, israelische Experten unterstützten das Abkommen mit Teheran. Anschliessend relativierte das israelische Ministerium den Vergleich.

Ende der Grosszügigkeit

Ein weiterer Zankapfel der Verhandlungen findet sich in den immer neuen Plänen Israels zum Siedlungsausbau in den Palästinensergebieten. Israel hat nach Medienberichten die Sorge, Obama könnte noch kurz vor Ende seiner Amtszeit Parameter einer Friedensregelung in Nahost vorgeben, die den israelischen Interessen zuwiderlaufen. Diese Ängste dürften jetzt zerstreut sein. Und desgleichen jene der Administration Obamas.

Denn der israelische Rundfunk berichtete, Israel habe sich im Rahmen der neuen Vereinbarung verpflichtet, den US-Kongress nicht um weitere Militärhilfe zu bitten. Dies schliesse auch Zahlungen für die von den USA unterstützten und mitentwickelten Raketenabwehr-Systeme ein, die Israel zu seiner Verteidigung einsetzt. Wie hilfreich das Rekord-Hilfspaket für den Nahost-Friedensprozess ausfällt, wird sich in den nächsten Wochen weisen müssen.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Bernd Kulawik (Bernd K.)
    Zuerst einmal ist das ja vor allem eine Hilfe für die (US-) Waffenindustrie. – Syrien hat gestern angeblich ein Flugzeug und eine Drohne Israels abgeschossen, die syrische Stellungen angriffen, um die unterlegenen IS-Truppen auf dem Golan zu unterstützen. Israel hat den Abschuss geleugnet, aber nicht die Unterstützung! Und jetzt sollen die US-Waffen an Israel plötzlich GEGEN den IS eingesetzt werden? Wer's glaubt … Jemand hinter den US-Kulissen hofft wohl auf ein baldiges Armageddon?
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  • Kommentar von Fredchen Schoch (Verschwörer)
    Super, in den USA ernähren sich etwa 50 Mio Menschen mit staatlichen Essensmarken, aber um Israel zu schützen werden 38 Mia ausgegeben.. Gestern wurde übrigens in Südsyrien ein Israelisches Kampfflugzeug sowie eine Drohne von Assads Truppen abgeschossen... Trotz Waffenruhe!! Erzfeind Iran?? Geehrtes SRF wie wärs wenn Ihr euer Volk mal über den CIA-Mossadegh-Sturz im Iran aufklären würded??
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Da die USA viele reiche Ölstaaten in Nahost mit reichlich potenten Kriegswaffen beliefert hat, müssen sie nun ihren liebsten strategischen Partner vor dem potentiellen Unheil schützen. Clinton weiss genau, wie wahlentscheidend jüdische Hilfe sein kann. Im Gegensatz zu Obama, der durchaus ein kritisches Verhältnis zu Israel hat, ist Clinton wesentlich offener eingestellt. Bereits ihr Mann hatte sehr gute Beziehungen. Deshalb kommt ihre Drohung Richtung Iran gut an und garantiert Hilfe.
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    1. Antwort von Bruno Vogt (b.vogt)
      Zahnlos kritisch wohl eher auch Obama konnte es sich nicht leisten kritisch zu sein. Das war seit der Gründung des Staates Israel wohl kein amerikanischer Präsident. Dennoch sollten diese horrenden Summen die Amerikaner endlich wach rütteln, nur wird dort darüber kaum berichtet.
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