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Nordirland Brennende Fahrzeuge und Gebäude bei Protesten in Belfast

  • In Belfast sind am Dienstagabend bei Protesten gegen Einwanderung mehrere Fahrzeuge, darunter ein Bus, in Brand gesetzt worden.
  • Auslöser war ein Messerangriff am Tag zuvor, bei dem ein Mann schwer verletzt worden war.
  • Mutmasslicher Täter ist ein 30-jähriger Mann aus dem Sudan, der inzwischen wegen versuchten Mordes, Waffenbesitzes und Todesdrohungen angeklagt wurde.
  • Die Polizei und Politiker warnen vor weiterer Eskalation und rufen zur Zurückhaltung auf.

Nach Berichten hatten sich in Belfast mehrere Hundert Menschen in der Stadt versammelt, um gegen Einwanderung zu demonstrieren. Wie Luftaufnahmen des Nachrichtensenders Sky News zeigen, stieg in verschiedenen Teilen der Stadt dichter schwarzer Rauch auf. Auch in anderen Städten Nordirlands kam es laut BBC zu Protesten im Zusammenhang mit den Ereignissen.

Brennender Bus auf der Strasse mit Feuerwehrleuten und einem Zuschauer.
Legende: Später wurden Mülltonnen angezündet und Bewohner mussten aus einem Haus evakuiert werden, das während den Protesten in Brand geraten war. Keystone/AP Photo/Peter Morrison

Agenturen zitieren einen Bewohner, der berichtet, die Demonstranten hätten Molotowcocktails geworfen.

Im Netz kursiert ein Video des Angriffs, der der Auslöser für die jüngsten Proteste war. In dem Video ist zu sehen, wie ein Mann mit einem Messer auf einer Strasse auf ein blutüberströmtes Opfer einwirkt. In der Aufnahme versuchen später mehrere Personen, den Angreifer vom Opfer zu trennen. Die Polizei hat dazu aufgerufen, das Video nicht weiter zu verbreiten und die Ermittlungen nicht durch soziale Medien zu beeinflussen.

Die Polizei mahnt zur ruft Zurückhaltung auf

Nordirlands Polizeichef Jon Boutcher appellierte an die Bevölkerung, sich nicht durch Social Media aufstacheln zu lassen und die Arbeit der Ermittler abzuwarten. Bislang gebe es keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund, teilte die Polizei mit.

Autos stehen in Flammen auf einer Strasse, mit schwarzem Rauch in der Luft.
Legende: Die Ereignisse reihen sich in eine Phase wiederkehrender Spannungen im Vereinigten Königreich ein. Keystone/PA via AP

Auch politisch wurde die Tat deutlich verurteilt. Der britische Premierminister Keir Starmer sprach von einem „widerwärtigen“ Angriff und erklärte, er habe „absolut keine Toleranz“ für solche Gewaltszenen auf den Strassen. Politiker verschiedener Parteien in Nordirland warnten ebenfalls vor weiteren Ausschreitungen.

Bereits im Sommer 2024 war das Land von heftigen, rassistisch motivierten Ausschreitungen erschüttert worden. Erst in der vergangenen Woche kam es zudem in Southampton zu Krawallen am Rande eines Protests gegen Einwanderung, ausgelöst durch die Veröffentlichung von Bodycam-Aufnahmen im Zusammenhang mit einer tödlichen Messerattacke.

SRF 4 Nachrichten, 10. Juni 2026, 0 Uhr ; 

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