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Neue Krawalle in Belfast
Aus News-Clip vom 09.04.2021.
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Unruhen in Nordirland Hunderte Randalierer wüten erneut in Belfast

  • In der Nacht auf Freitag haben in der nordirischen Hauptstadt Belfast erneut Randalierer gewütet.
  • Jugendliche warfen im Westen der Stadt Steine, Feuerwerkskörper und Molotowcocktails auf Polizisten.
  • Daraufhin setzte die Polizei Wasserwerfer gegen die Randalierer ein – laut BBC zum ersten Mal seit sechs Jahren bei Krawallen.

Die Polizei habe zudem mit dem Einsatz von Gummigeschossen gedroht. Hunderte Randalierer hätten sich versammelt, berichtete die Zeitung «Belfast Telegraph». Die nordirische Justizministerin Naomi Long machte für die Krawalle auf Twitter «nationalistische Jugendliche» verantwortlich. Die Gewalt müsse aufhören. Über Verletzte an diesem Abend wurde zunächst nichts bekannt.

Krawalle dauern seit Tagen an

In der britischen Provinz kommt es seit Tagen zu Ausschreitungen, bei denen inzwischen Dutzende Polizisten verletzt wurden. Nach Ansicht der Sicherheitsbehörden stecken dahinter teils militante protestantisch-loyalistische Gruppierungen, die auch im Drogenhandel tätig sind.

Am Donnerstag hatten Politiker beider konfessioneller Lager in Nordirland die Ausschreitungen scharf verurteilt. Nordirland wird von einer Einheitsregierung der jeweils grössten Parteien von protestantisch-unionistischer und katholisch-republikanischer Seite regiert. Auch der britische Premierminister Boris Johnson und die USA verurteilten die Krawalle.

Flammt jahrzehntelanger Konflikt wieder auf?

Vorgeblicher Anlass für die Proteste ist die Entscheidung der Polizei, Politiker der katholisch-republikanischen Partei Sinn Fein nach Teilnahme an der grossen Beerdigung eines ehemaligen IRA-Terroristen nicht wegen Verstössen gegen Corona-Regeln zu belangen.

Auch der Sonderstatus Nordirlands, wie er im Brexit-Abkommen festgelegt wurde, stösst in Teilen des protestantischen Lagers auf Widerstand. Die Provinz ist weiter Teil des EU-Handelsraums, um Warenkontrollen an der Grenze zum EU-Mitglied Irland zu verhindern. Stattdessen muss nun zwischen Nordirland und dem übrigen Vereinigten Königreich kontrolliert werden.

Im Nordirland-Konflikt standen sich jahrzehntelang protestantische Befürworter der Union mit Grossbritannien und katholische Anhänger einer Vereinigung der beiden Teile Irlands gegenüber.

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Aus dem Archiv: Gewaltsame Krawalle in Nordirland
Aus Tagesschau vom 08.04.2021.
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SRF 4 News, 09.04.2021, 07 Uhr;

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Morgenthaler  (ChM)
    Der Brexit Entscheid von GB ist an der aktuellen Situation in Nordirland bestimmt mitschuldig. Schon iange im Voraus wurde vor Unruhen gewarnt. Die Brexiteers haben diese Gefahr klengeredet.
    1. Antwort von Udo Gerschler  (UG)
      Bitte lesen sie den Artikel.Drogenhandel und deren brutalen Machtkämpfe sind in ganz Europa zu sehen.
    2. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      In Nordirland geht es nicht primär um Drogenhandel. Es geht Letztendlich darum, ob sich Nordirland der Republik Irland anschließen soll.
  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Diese Gewaltorgie ist kritisch. Wenn sich die gleichen Kräfte gegen ihre konfessionellen Gegner wenden, wird der Frieden in Nordirland blitzschnell brüchig!
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      In Nordirland geht es nicht primär um Konfessionen. Die Urbevölkerung will sich der Republik Irland anschließen, die Nachkommen der eingewanderten Briten wollen bei GB verbleiben.
    2. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Albert Planta: Das ist viel zu einfach argumentiert. Diese Menschen, die sich heute als Briten und nicht Iren fühlen, sind seit hunderten von Jahren "eingewandert". Sie haben keine zweite Heimat in UK. Es gibt unter den Iren auch Nachkommen von Wikingern. Die sind schon im Frühmittelalter "eingewandert", bzw. haben sich mit Gewalt das genommen, was sie wollten. Wenn Sie so argumentieren, wären in der Schweiz auch nur noch die Hälfte der Einwohner "Urbevölkerung" und die anderen eingewandert.
    3. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Tleu: das stimmt nicht. In der Schweiz sind nie soviele Briten wie in Nordirland eingewandert. In die Schweiz sind Bewohner von allen umliegenden Länder eingewandert und später noch vom Balkan. Wenn sie schon Vergleiche anstreben nehmen sie z. B. Algerien. Dort mussten hunderttausende Franzosen nach Frankreich umgesiedelt werden. Das war schrecklich, aber lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende.
    4. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Albert Planta: Briten und Iren sind die nächsten Nachbarn und sprechen sogar die gleiche Sprache. Geografisch heisst die Region die Britischen Inseln. Man sollte nicht Tatsachen ignorieren.
    5. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Tleu: Briten und Iren sprachen ursprünglich nicht die gleiche Sprache. Das Englische wurde vom Empire dem irischen Volk aufgezwungen.
    6. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Albert Planta: Es gibt noch ein paar abgelegene Dörfer in Irland, wo man gälisch versteht. Ähnlich erging es den Rätoromanen im Kanton Graubünden und im Veltlin. Die Sprachen wurden von deutsch und italienisch marginalisiert.
    7. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Tleu: das stimmt so nicht. Irland wurde vom Empire kolonialisiert und die Bevölkerung wurde gezwungen , die englische Sprache zu sprechen, hingegen GR ist aus freien Stücken der Eidgenossenschaft beigetreten. Ihr Vergleich hinkt.
    8. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Albert Planta: Die Iren sind heute froh, dass sie die Weltsprache englisch beherrschen. In der EU sind sie jetzt alleine zuständig für perfektes englisch. Dir Iren schreiben zwar alles offizielle aus Nationalstolz auch auf gälisch an, verstehen tut es aber kaum jemand. Vergleichbar mit rätoromanisch in der Schweiz.