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International NSA-Spionage nimmt kein Ende

Die Aufregung über die Schnüffelei der NSA schien abzuebben. Doch nun nimmt die Affäre wieder Fahrt auf. Nachdem bekannt wurde, dass das Telefon der deutschen Kanzlerin gehackt wurde, kommen immer neue schmutzige Details ans Licht.

In Spanien soll die NSA Telefongespräche in grossem Stile überwacht haben, wie der britische Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald in der Madrider Zeitung «El Mundo» schrieb. Im Visier der US-Spionage standen offenbar auch Minister und hochrangige Politiker.

Greenwald beruft sich dabei auf Unterlagen des Whistleblowers Edward Snowden. Demnach speicherte die NSA zwar nicht den Inhalt der Gespräche, wohl aber die Seriennummern der beteiligten Telefone, deren Standort sowie die SIM-Kartennummern genutzter Handys und die Anrufdauer. Über 60 Millionen Telefonate wurden ausspioniert.

Auch in Italien war die NSA über Gebühr aktiv. Laut Medienberichten soll der US-Geheimdienst rund 46 Millionen Telefongespräche erfasst haben. Die italienischen Geheimdienste berichteten, es gebe keine Signale, dass Telefongespräche aus dem Ausland erfasst worden seien. Bei der genannten Zahl von ausspionierten Gesprächen sei Vorsicht geboten.

Schutz vor Terrorismus rechtfertigt für USA alles

Wie viel Obama von der Spionage seiner Geheimdienste weiss, ist umstritten. SRF-Korrespondent Arthur Honegger glaubt: «Der Präsident weiss sicher nicht alles.»

Legende: Video Honegger: «Obama weiss sicher nicht alles» abspielen. Laufzeit 2:01 Minuten.
Vom 28.10.2013.

Obama sei der Chef, er treff nur die wichtigsten Entscheidungen. «Die Basis der Entscheidungen sind die Analysen, die täglich auf seinem Schreibtisch landen. Aber welche Informationen hinter diesen Analysen stehen und wie diese Informationen genau beschafft wurden, erfährt er nicht – solange er nicht danach fragt.» Und genau das sei Obamas Problem, so Honegger.

Alles was möglich ist, habe man ganz offensichtlich auch gemacht – ohne Rücksicht darauf, welche Schäden daraus entstehen könnten. Dieses Dogma der technischen Möglichkeit werde zunehmend auch im Weissen Haus hinterfragt, so der SRF-Korrespondent. «Aber man darf sich da nichts vormachen, die oberste Priorität der USA bleibt der Schutz vor Terrorismus.» In dieser Hinsicht tickten die USA ganz anders als Europa, weiss Honegger.

Cameron droht der britischen Presse

Doch nicht nur die USA pflegen zuweilen eine ganz eigene Sicht der Dinge. Auch der britische Premierminister David Cameron überraschte heute mit seinen Äusserungen. Er will verhindern, dass Zeitungen weitere Enthüllungen des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden veröffentlichen.

«Wenn sie nicht gesellschaftliches Verantwortungsgefühl an den Tag legen, wird es sehr schwer für die Regierung, sich zurückzuhalten und nicht tätig zu werden», sagte Cameron im Parlament.

Der Zeitung «Guardian» warf Cameron vor, weiter schädliches Material abzudrucken, obwohl das Blatt eigentlich zugesichert habe, sensible Informationen zu vernichten. Der «Guardian» hat wie andere internationale Medien in der Vergangenheit immer wieder Enthüllungen Snowdens über die Arbeit der amerikanischen und britischen Geheimdienste veröffentlicht.

10 Kommentare

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  • Kommentar von Andi Siebner, Adliswil
    Wie kann Arthur Honegger im gestrigen Kommentar so naiv sein und meinen, dass die Ausspähung der Terrorbekämpfung diene, während es bekannt ist, dass der Hauptzweck Wirtschaftsspionage ist. Merkel ist ja wohl kaum eine Terrorverdächtige. Er kommentiert den Skandal überhaupt sehr unkritisch und verharmlosend.
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  • Kommentar von M.Bracher, Bern
    Egal wo auf dem Planet, die Linke-Mentalität ist überall gleich: "Wasser predigen, Wein saufen." 23:15 28.10.13 http://www.srf.ch/news/international/nsa-spionage-nimmt-kein-ende#main-comments
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    1. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      Das ist kein exquisites Phänomen irgend eines politischen Spektrums, sondern eine allgemein menschliches. Siehe z.B. die Schuldenpolitik von Rechtsregierungen, welche das Sparen, Budgetdisziplin usw. predigen und enorme Schuldenberge hinterlassen.
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  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Über 60 Millionen Telefonate seien in Spanien ausspioniert worden, das entspricht vielleicht etwa 20 Stunden lang aufgezeichneter Telefongespräche, also nicht einmal einem vollen Tag.. Gleiches gilt in etwa für Italien. Offenbar möchte plötzlich jeder dahergelaufene EX-Insider aus eigentlich einer Lepalie eine Riesenshow machen, anders ist das Theater nicht vorstzellbar, und die Medienfritzen der Welt, die offenbar nicht mal mehr kopfrechnen können, fahren darauf ab. Es ist wirklich zum Lachen !
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    1. Antwort von D.Unedan, Münchenstein
      Also nehmen wir an während 60'000'000 Telefonaten wurde jeweils 10 Sekunden geredet, kommen wir auf 600'000'000 Sekunden, was dann 166'667 Stunden entspräche. Was dann wiederum 6'944 Tage ergibt und diese ergeben dann ziemlich genau 19 Jahre (potentiell) aufgenommene Telefongespräche. Ich weiss, auch ich kann nicht kopfrechnen. Aber ich konnte doch erkennen, dass sie etwas mehr als 8000 mal neben dem Resultat liegen...
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    2. Antwort von Roland Krättli, Chur
      ich weiss nicht wie sie auf 20 stunden kommen wenn 60 millionen telefonate abgehört wurden (und das in einem Monat!!)? Sie nennen das eine Lapalie? Wachen Sie endlich auf! es geht doch hier nicht um terrorbekämpfung! Wirtschaftsspionage, Insiderwissen etc...
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    3. Antwort von Ernst Jacob, Moeriken
      Fachliteratur beschreibt, wie sowas heutzutags gemacht wird, und es gibt Programme, die das Ganze sogar noch fein säuberlich ausfiltern und sortieren, bevor dann irgendwann auch noch Menschen dazu kommen, die im Detail wissen wollen, wer denn 'Keywords' wie Bombe, Attacke, oder 'anderes' erwähnte. Im Uebrigen:Es IST so, wie es IST, richten wir uns besser darauf ein. Es ist auch eine Art Erinnerung, durch 'kontrolliertes Verhalten' zu vermeiden, irgendwo, plötzlich in einem Netz hängen zu bleiben
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