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International Pakistanerin Malala erhält Sacharow-Preis

Den diesjährigen Sacharow-Preis des EU-Parlaments geht an Malala Yousafzai. Die 16-jährige Pakistanerin bekommt den Preis für ihr Engagement gegen die Taliban und für Schulbildung in Pakistan. Die Terrororganisation reagiert nun mit Häme auf die Verleihung des Preises.

Malala bei der Verleihung des Sacharow-Preis
Legende: Malala Yousafzai engagiert sich für die Bildung der Frauen in Pakistan – unter Todesgefahren Reuters

Die 16-jährige Pakistanerin Malala Yousafzai wurde wegen ihrer Kritik an den radikalen Islamisten in ihrer Heimat zu einem Symbol des Widerstandes und weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Vor einem Jahr schossen ihr Taliban auf dem Weg von der Schule zum Bus in den Kopf.

Malala aber kämpft unbeirrt für die Schulbildung in Pakistan. Dafür hat das Mädchen nun den Sacharow-Preis des EU-Parlaments erhalten.

Die Fraktionsvorsitzenden im EU-Parlament einigten sich in Strassburg nach Angaben eines Sprechers auf die Favoritin der Endauswahl. Ihre Mitbewerber waren der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden und drei Menschenrechtsaktivisten aus Weissrussland, darunter der inhaftierte Ales Beljatzki. Der Preis wird am 20. November überreicht.

Die pakistanischen Taliban reagieren mit Hohn auf die Verleihung des Sacharow-Preises. «Sie hat nichts getan. Die Feinde des Islams haben sie ausgezeichnet, weil sie den Islam verlassen hat und säkular geworden ist», sagte ein Sprecher der Taliban.

Legende: Video Portrait Malala abspielen. Laufzeit 1:17 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.10.2013.

Die junge Malala gilt auch als eine der Favoritinnen für den Friedensnobelpreis, der an diesem Freitag in Oslo vergeben wird.

Kampf gegen Taliban

Für viel Aufsehen sorgte Malalas Rede vor der UNO im Juli dieses Jahres. Sie ist die erste Minderjährige, die sich mit ihren Anliegen an die Vereinten Nationen wenden durfte.

Nach dem Attentat sei Stärke, Kraft und Mut gewachsen, sagte Malala. Sie will sich weiterhin gegen die Gewaltherrschaft der Taliban wehren. Obschon diese bereits angekündigt haben, einen weiteren Versuch zu unternehmen, um Malala zu töten. «Selbst in den USA oder in Grossbritannien», wie ein Sprecher der Taliban sagte.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Diese Auszeichnung hat sie in der Tat mehr als verdient! "Sie lebt heute mit ihrer Familie in Birmingham in Großbritannien und geht dort zur Schule" Offenbar haben die Taliban aber trotzdem gesiegt.
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  • Kommentar von Peter Meier I, Zürich
    Friedensnobelpreis? Hä! Sie kämpft nicht gegen Krieg und nicht für den Frieden. Sie kämpft für mehr Rechte der Mädchen in einem Islamland, wo Frauen nichts zu sagen haben. Das hat aber nichts mit Frieden zu tun. Aber eben diese Preise sind sowiso komisch verteilt, für was hat doch der Obama den bekommen? Dafür, dass er versprochen hat, Kriegerlis zu spielen im Fernen Osten!
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  • Kommentar von Hans Haller, Kölliken
    Diese Frau würde einen Nobelpreis verdienen !!! - Sie trifft mit ihren Argumenten den Nagel auf dem Kopf. Wenn man hierzulande über den Islam spricht, sollte man tunlichst an Frauen wie die Pakistanerin Malala denken. Ihr Mut und ihre Zivilcourage ist einzigartig. Sie hat uns allen was zu sagen, und nicht nur uns, sondern auch den "Wirrköpfen", die sich über den Islam usw. immer wieder auslassen.
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