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Afrika: Corona-Fallzahlen so hoch wie noch nie
Aus Rendez-vous vom 08.07.2021.
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Pandemie in Afrika Delta treibt Afrika in die dritte Corona-Welle

Auf dem afrikanischen Kontinent sind die Corona-Fallzahlen so hoch wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Die Delta-Variante könnte die Ausbreitung weiter beschleunigen.

Die Menschen in weiten Teilen Afrikas sind dem Corona-Virus ungeschützt ausgesetzt. Nur etwas mehr als ein Prozent der Bevölkerung ist bisher geimpft. Fast täglich werden neue Rekorde bei den Ansteckungszahlen gemeldet.

Mit Blick auf den ganzen Kontinent sei eine dritte Welle im Gang, wobei es grosse Unterschiede zwischen den Ländern gebe, sagt Afrika-Korrespondent Samuel Burri in Nairobi: So meldete etwa Burkina Faso in Westafrika gestern vier positive Fälle, während Südafrika momentan täglich 20'000 Neuansteckungen verzeichnet.

Südafrika am stärksten betroffen

Von einer heftigen dritten Welle sind derzeit ungefähr ein Viertel aller afrikanischen Länder betroffen, am stärksten Südafrika. Aber auch in den nördlichen Nachbarn Namibia und Simbabwe zeigen die Kurven steil nach oben. Namibias Präsident Hage Geingob stellte unlängst fest, dass die Leichenhäuser voll seien.

Hauptgrund der stark steigenden Zahlen ist wahrscheinlich die doppelt so ansteckende Delta-Variante. Zudem ist im südlichen Afrika zurzeit Winter, was bei der Verbreitung auch eine Rolle spielt.

Dazu kommt laut Burri wohl auch eine gewisse Nachlässigkeit, die sich immer wieder einschleicht, wenn die Zahlen tief sind: «Gerade für ärmere Bevölkerungsschichten ist Corona nicht das grösste Problem im Leben», so Burri.

Gerade für ärmere Bevölkerungsschichten ist Corona nicht das grösste Problem im Leben.
Autor: Samuel Burri SRF-Afrika-Korrespondent

Was die Versorgung der Erkrankten betrifft, so braucht es in den afrikanischen Staaten nicht viel, um das Gesundheitssystem an den Anschlag zu bringen. Auch in Kenia seien Menschen auf dem Parkplatz des Spital gestorben, so Burri. Von ähnlichen Fällen werde aus Uganda berichtet.

Besonders schwerere Fälle haben wenig Überlebenschancen. Es fehlt an Ausrüstung, Personen und Sauerstoff, wie etwa kürzlich in Uganda. Afrikas Staatsführer reagieren deshalb auf solche Covid-Wellen mit dem einzigen zur Verfügung stehenden Mittel: harte Lockdowns und nächtlichen Ausgangssperren.

Es fehlt weiterhin an Impfstoff

WHO-Regionalchefin Matshidiso Moeti sprach heute von einem «Zeichen der Hoffnung». Sie kündigte an, dass nun immer mehr Impfdosen aus dem Westen eintreffen würden. Vor allem Astra-Zeneca-Impfdosen.

Bisher ist auf dem Kontinent nur knapp über ein Prozent der Bevölkerung geimpft.

Obwohl dies etwas zynisch anmute, wenn Europa die besseren Impfungen für sich behalte, so würden die Impfungen dringend gebraucht, stellt Burri fest: «Bisher ist auf dem Kontinent nur knapp über ein Prozent der Bevölkerung geimpft.» Das liege nicht, wie bisweilen kolportiert, an der Logistik, sondern am fehlenden Impfstoff: «Das Virus in seinen immer neuen Varianten kann nicht global besiegt werden, wenn Afrika ausgelassen wird.»

Rendez-vous, 08.07.2021, 12:30 Uhr;

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Jörg Kaufmann  (jka)
    Südafrika ... in den südlichen Nachbarn Namibia und Simbabwe ...
    Sind die nicht nördlich davon?
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Jörg Kaufmann Guten Morgen Herr Kaufmann, Sie haben natürlich recht. Besten Dank für den Hinweis, wir haben die Stelle entsprechend angepasst. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Martin Haber  (Martinowitsch)
    Nun gibt es ja bereits die Lambda-Variante, dieses Mal wieder aus Südamerika. Keine Angst also vor weniger Angst. Es wird so weitergehen wie bisher...
    1. Antwort von Alois Keller  (eyko)
      Corona ist noch lange nicht vorbe. Immer neue Varianten werden uns beschäftigen. Die Reisezeit und die Rückkehrer werden weitere Ansteckungen in unser Land bringen. Es wird noch lange nicht aufhören. Kampf gegen ein Windrad, dass sich munter weiter dreht. Die armen Ländern besonders Afrika müssten mehr Zugang zu Impfstoffen haben. Vorbereitungen für Auffrischungsimpfungen laufen bereits in Deutschland.Parallel arbeiten die Hersteller an einem speziellen Vakzin gegen Delta. Impfen ohne Ende?
  • Kommentar von Rolf Huber  (RolfHuber)
    Wo ist die Solidarität jetzt? Ich bin solidarisch und lasse mich nicht impfen, bis alle Risikogruppen auf der ganzen Welt geimpft sind! Diese haben es dringend nötig, nicht wir Gesunden hier im Land mit der besten Gesundheitsversorgung.
    1. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      Ja wo ist die Solidarität jetzt, wen sich diejenigen nicht impfen lassen die eigentlich könnten und das Virus munter weiter unter diel Leuten tragen. Wie garantierensie mir, dass sich nicht Menschen bei ihnen anstecken und am Virus sterben? Oder dass sich Menschen bei ihnen anstecken und das Virus weiter geben und die dann dran sterben? Das nennen sie Solidarität? Nun machen sie mal einen Punkt Herr Huber. Unter Strafe sollte man so ein Verhalten stellen.
    2. Antwort von Kevin Buck  (Techkev)
      Klingt nach einer lang ausformulierten Ausrede um Spritzenphobie zu rechtfertigen.
    3. Antwort von Esther Jordi  (ejejej)
      Wer sich nicht impfen lassen will, soll es einfach bleiben lassen, ohne nach Ausreden zu suchen. Es ist immer noch freiwillig und wird es hoffentlich bleiben. Aber dann bitte nicht mit fadenscheinigen Argumenten die Entscheidung zu begründen versuchen. Und mit Solidarität hat es sowieso meiner Meinung nach nichts zu tun. Weder pro noch contra impfen. Man macht es für sich oder halt eben nicht.
    4. Antwort von Scott Lawson  (Scott)
      @Huber: da in Teilen Afrikas (u.a. Madagaskar) zur Zeit eine Hungersnot droht, nehme ich an Sie sind diesbezüglich ebenfalls solidarisch und fasten. Ansonsten könnte der Eindruck entstehen, Sie suchen schlicht eine faule Ausrede sich nicht impfen zu lassen (wobei Sie natürlich das Recht haben sich nicht impfen zu lassen).
    5. Antwort von Steven Baumgartl  (Steven B.)
      Das als Solidarität zu bezeichnen ist eigentlich das verwerflichste an Ihrem Kommentar. Wir akzeptieren die jenigen die sich nicht impfen lassen wollen, aber dann immer wieder, fast schon militant, darauf aufmerksam zu machen, da muss man schon an dem eigenen handeln zweifeln, wenn es nur zu solchen Kommentaren führt...oder, mal ehrlich, geben Sie es zu Herr Huber?
    6. Antwort von Lothar Drack  (spprSso)
      Da bin ich mit Frau Jordi gar nicht einverstanden, gibt es doch auch in der Pandemie ein Verhalten, das als «kategorischer Imperativ» bekannt ist, das grundlegende Prinzip ethischen Handelns in der Philosophie von Kant – individuelles Verhalten im grösseren Zusammenhang gesehen, ein Ansatz, der heute anscheinend bereits stark verblichen ist.
    7. Antwort von Lothar Drack  (spprSso)
      Herr Lawson, das haben Sie sehr schön formuliert!