Zum Inhalt springen

Header

Audio
Morton Blackwell und sein Traum von einer «Ära Trump»
Aus Echo der Zeit vom 24.08.2020.
abspielen. Laufzeit 04:31 Minuten.
Inhalt

Parteitag der US-Republikaner Morton Blackwell – Parteiveteran und glühender Trump-Verehrer

Der 80-Jährige wohnt dem Parteitag der Republikaner bei – und huldigt einem der «besten Präsidenten der Geschichte».

Total aufgeregt sei er gewesen, 1964, als 24-Jähriger, an seinem ersten nationalen Parteitag der Republikaner, erzählt Morton Blackwell. Sein damaliges Idol: Barry Goldwater, ein Rassist aus Arizona und der Schreck des Partei-Establishments.

Goldwater bezeichnet sich in seiner Rede vor den Delegierten 1964 trotzig als Extremist:

Der junge Morton Blackwell ist begeistert, auch wenn ihm klar ist, dass sich sein Idol damit selber schadet. Barry Goldwater wird von den Republikanern zwar nominiert, verliert die Wahl im November 1964 aber deutlich gegen Amtsinhaber Lyndon B. Johnson.

Trump besteigt die Air-Force-One
Legende: Trump auf dem Weg nach Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina: Dort findet ab Montag der Parteitag der Republikaner statt, an dem der Präsident als Kandidat für eine zweite Amtszeit nominiert wird. Keystone

Heute, 56 Jahre später, gehört Goldwaters damaliger junger Anhänger Morton Blackwell noch immer zum erzkonservativen Flügel der republikanischen Partei. Und wieder unterstützt er mit Donald Trump einen Kandidaten, der von vielen als extremistisch empfunden wird.

Nichts als Bewunderung für Trump

Blackwell hingegen findet: Trump sei einer der besten konservativen Präsidenten der US-Geschichte: Trump habe die Steuern gesenkt, Umweltvorschriften und bürokratische Hürden abgebaut und so viele konservative Richter ernannt, wie kein anderer Präsident zuvor.

Viele im Land sind angewidert von Plünderungen, Brandschatzungen und Ausschreitungen der Black-Lives-Matter-Demonstranten.
Autor: Morton BlackwellErzkonservativer Republikaner

Steuern, Bürokratieabbau und konservative Richter: Das seien auch die wichtigsten Ziele für Trumps zweite Amtszeit. Der Präsident müsse seinen derzeitigen Kurs nicht ändern: Blackwell ist zuversichtlich, dass Trump im November – wie schon vor 4 Jahren – trotz schlechten Umfragewerten gewählt werden wird.

Morton Blackwell 2016 an einem Parteikongress
Legende: Morton Blackwell nimmt bereits zum 15. Mal an einem Parteitag der Republikaner teil. Reuters

Denn es gehe bei dieser Wahl vor allem um die Sicherheit in den Städten: «Viele im Land sind angewidert von Plünderungen, Brandschatzungen und Ausschreitungen der Black-Lives-Matter-Demonstranten.» Das seien alles Kommunisten, ist Blackwell überzeugt.

Corona als allgemeines Lebensrisiko

Und was ist mit der Corona-Pandemie und den wirtschaftlichen Folgen? Blackwell wischt diese Frage beiseite: Das Virus werde allmählich verschwinden, je mehr Leute sich ansteckten. Zudem gebe es bald Medikamente und eine Impfung.

Und für die meisten Menschen sei Covid-19 eh nicht gefährlich: «Als 80-Jähriger muss ich zwar aufpassen, aber ein Leben ohne Risiko gibt es nicht.» Die Sicherheitsvorkehrungen für die 336 Delegierten am Parteitag in Charlotte seien streng: Schon kurz vor seiner Abreise sei er getestet worden.

Trump-Hut
Legende: Ein Mann, ein Wort: Für Morton Blackwell ist Präsident Trump drauf und dran, Amerika zu alter Grösse zurückzuführen. Keystone

Während des Parteitags gebe es weitere Tests, und die Behörden machten klare Vorschriften zum Distanzhalten. «Das ist wohl nötig, aber auch sehr schade, denn ich werde die euphorische Stimmung in der gefüllten Konferenzhalle vermissen, die gewöhnlich an Parteitagen herrscht», sagt Blackwell.

Der 80-Jährige lässt sich aber nicht beirren: Schon beim nächsten Parteitag werde alles wieder normal sein. Und Blackwell hofft, dann erneut dabei zu sein. Denn eben ist er von den Virginia-Republicans für weitere vier Jahre als nationaler Delegierter gewählt worden.

Echo der Zeit vom 24.08.2020, 18 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

46 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Urs Ernst Romer  (uro)
    Wenn man in die Reihen der Republikaner und Demokraten schaut kann man feststellen, dass nur "Alte" an die Spitze des Staates drängen. Amerika wo ist deine Jugend?? Aber eben - Geld regiert den Staat!
    1. Antwort von Max Wyss  (Pdfguru)
      Zumindest bei den Demokraten gibt es eine Reihe von Nachwuchstalenten, welche noch die Ochsentour machen müssen, um als Kandidat für das Präsidium in die engere Wahl zu kommen.

      Bei den GOPern ist dies zur Zeit eher weniger der Fall, da diese Partei dem Personenkult huldigt (ein sicheres Mittel, den Nachwuchs zu vergraulen… nicht nur in den USA).
  • Kommentar von Markus Guggisberg  (gugmar)
    Donald Trump trägt genau die Verantwortung die seiner Aufgabe und Amt ensprechen. Klar dass die Multilateralisten immer noch Tränen Ihrer inexistenten "globalen" Diktatur vergiessen. Es gibt keine "globale" Verantwortung. Es gibt nur globale Koexistenz oder auch nicht. Das ist die Realität. Alles andere ist Einbildung !
  • Kommentar von Markus Guggisberg  (gugmar)
    Na ja, immerhin hat Mr. Trump in 4 Jahren mehr erreicht, als Obama in 8 Jahren je versprochen hat. Und, das Wichtigste, Mr. Trump ist trotz Druck aus Partei, Establishment und Regierung sich selbst geblieben. Fremde Federn ? Wohl kaum !
    1. Antwort von Max Wyss  (Pdfguru)
      Ja, so kann man krankhaften Narzissmus auch beschreiben!