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Bei der französischen TV-Debatte wird diskutiert
Aus 10 vor 10 vom 20.04.2022.
abspielen. Laufzeit 8 Minuten 8 Sekunden.
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Präsidentenwahl in Frankreich Fernsehduell Le Pen – Macron: «Vorhang zu und viele Fragen offen»

Die Fernsehdebatte zwischen Präsident Macron und Herausforderin Marine Le Pen war als Höhepunkt des französischen Wahlkampfs angekündigt worden. Im Nachgang darf man den deutschen Dramatiker Bertolt Brecht zitieren – verkürzt und leicht abgewandelt: «Vorhang zu und viele Fragen offen.»

Klar ist immerhin: Es gab in dieser Debatte keine eindeutige Siegerin und keinen eindeutigen Sieger. Die Debatte verlief weitgehend ausgeglichen. Kandidatin Marine Le Pen pflegte weiter das Bild, auf dem sie ihren Wahlkampf aufgebaut hat: Dass sie sich um das Wohl der kleinen Leute kümmern will. Sie forderte ein solidarisches Frankreich. Dass sie damit vor allem Französinnen und Franzosen meint, machte sie nur in Zusammenhang mit Europa und der internationalen Politik deutlich.

Amtsinhaber Emmanuel Macron zeigt sich dossierfest. Angriffe auf seine Gegnerin leitete er oft mit einem Kompliment ein, ihre Attacken parierte er häufig mit der Feststellung, sie stünden im Widerspruch mit Le Pens Abstimmungsverhalten im Parlament.

Im Korsett der Dramaturgie

Acht Themen verteilt auf 150 Minuten Sendezeit – die wichtigste Spielregel dabei: Die Kandidatin und der Kandidat hatten beide exakt die gleiche Redezeit. Dies war schon per Gesetz so vorgeschrieben.

Audio
Die Debatte im Rückblick
aus HeuteMorgen vom 21.04.2022.
abspielen. Laufzeit 2 Minuten 26 Sekunden.

Auch sonst war die Debatte klar strukturiert und dies prägte die Dynamik: War die Redezeit zu einem der acht Themen abgelaufen – leiteten die Moderatorin und der Moderator das nächste ein, selbst wenn noch Fragen offen waren. So blieb es bei den bekannten Argumenten – die Debatte brachte wenig Neues.

Distanz halten

Trotzdem war nicht alles wie sonst immer: Bei ihren Soloauftritten vor dem eigenen Publikum greifen sich Marine Le Pen und Emmanuel meist sehr direkt an. Am Diskussionstisch hielten sich beide zurück und versuchten sichtbar, Distanz zu halten.

Marine Le Pen versuchte weniger schroff zu sein, um ihr Image zu glätten. Auf der anderen Seite blieb Macron stets bemüht, den Eindruck von Arroganz zu vermeiden, der ihm im Volk geschadet hat.

Die Debatte «Le Pen versus Macron» geriet so in der Wiederholung annähernd ausgeglichen und deutlich weniger spannend, als die Premiere vor fünf Jahren. Dies dürfte auch im Interesse von Präsident Macron liegen. Nach Umfragen hat sein Vorsprung gegenüber Marine Le Pen wieder zugenommen. Würde er noch grösser, dann könnten sich viele Macron-Wähler nochmals umbesinnen, weil sie im Grunde nicht für Macron stimmen, sondern Le Pen verhindern wollen. Darum bleibt für Macron die grosse Frage offen, ob er diesen Vorsprung bis zum Wahlsonntag halten kann.

Daniel Voll

Daniel Voll

SRF-Korrespondent für Frankreich und den Maghreb

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Daniel Voll ist seit 2018 Frankreich-Korrespondent von Radio SRF mit Sitz in Paris. Der Maghreb gehört ebenfalls zu seinem Berichtsgebiet. Zuvor war er u.a. als EU-Korrespondent und Auslandredaktor für SRF tätig.

SRF 4 News, 21.04.2022, 9 Uhr

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58 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Guten Abend liebe Community, vielen Dank für Ihre Beiträge. Für heute schliessen wir die Debatte. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    Für mich ist ganz klar. Nationalismus zu propagieren, bringt die Gesellschaften nicht weiter, sondern zurück! Beispiele gibts zur Genüge. LP fantasiert sogar von einer "Weltmacht".
  • Kommentar von Pascale von Planta  (Pascale)
    Keine(r) überzeugt wirklich. Macron ist mMn das signifikant kleinere Übel.