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USA können wieder selber Astronauten ins All fliegen
Aus SRF News vom 25.05.2020.
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Privater bemannter Raumflug «Ein Meilenstein in der Geschichte der Nasa»

Erstmals seit neun Jahren sollen am Mittwochabend wieder US-Astronauten ab amerikanischem Boden in den Weltraum fliegen. Durchgeführt wird der Flug von Elon Musks Firma SpaceX im Auftrag der US-Weltraumbehörde Nasa. Es sei ein langer Weg gewesen bis hierhin, sagt Thomas Zurbuchen, der Wissenschaftsdirektor der Nasa.

Thomas Zurbuchen

Thomas Zurbuchen

Wissenschaftsdirektor bei der Nasa

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Der schweizerisch-amerikanische Doppelbürger Thomas Zurbuchen ist seit 2016 Wissenschaftsdirektor bei der Nasa. Zuvor hatte er an der Universität Bern in Astrophysik doktoriert und als Professor an der Universität von Michigan gearbeitet.

SRF: Nach neun Jahren schiessen die USA wieder Astronauten ab eigenem Boden in den Weltraum, was ist das für ein Moment für die Nasa?

Thomas Zurbuchen: Wir sind alle begeistert. Es war ein langer Weg bis hierher. Jetzt haben wir diesen Meilenstein in unserer Geschichte erreicht. Wir freuen uns sehr.

Was bedeutet es für die stolze Weltraumnation USA und die Nasa, dass man wieder selber Astronauten in das Weltall schicken kann?

Wir wollten das schneller machen, als es jetzt möglich war. Nach dem Ende des Space-Shuttle-Programms wollten wir rasch wieder im Weltraum sein. Doch wir wollten etwas ganz Neues machen, etwas ganz Anderes als früher. Wir wollten nicht mit derselben Organisationsstruktur wie damals beim Apollo-Programm in den Weltraum, sondern mit kommerziellen Partnern, mit SpaceX und Boeing.

Wir wollen ins All mit einem neuen Modell, bei welchem wir die Raketen nicht mehr selber besitzen.
Autor: Thomas Zurbuchen

Wir wollen ins All mit einem neuen Modell, bei welchem wir die Raketen nicht mehr selber besitzen. Wir denken, das ist wichtig für die Zukunft. Unser Ziel ist es, tiefer in den Weltraum vorzudringen mit unseren Astronauten. Das können wir uns nur leisten, auch als reiches Land wie die USA, wenn wir Routineaufgaben kommerziell durchführen.

Die Nasa will mehr Aufgaben an private Partner übertragen – ist die Nasa bescheidener geworden?

Nein, es geht darum, dass wir Routineflüge, die wir in den letzten Jahren mit unseren russischen Kollegen gemacht haben, wieder in den USA durchführen können. Parallel bauen wir ein viel grösseres Trägerraketen-System, das Space Launch System SLS, das wir nächstes Jahr starten werden. Mit diesem System wollen wir zum Mond und noch weiter hinaus bis zum Mars. Wir wollen die Innovation vorantreiben, wir wollen weitergehen in einer Art und Weise, in welcher es keine kommerzielle Firma machen kann.

Unsere Aufgabe ist es zu inspirieren und zu forschen, aber auch die Industrie zu fördern.

Inwiefern übergibt die Nasa Routineaufgaben an Private, um wieder mehr Geld für die Forschung und Innovation zu haben?

Bei der Nasa wollen wir, wenn immer möglich, Aktivitäten an den privaten Sektor übergeben. Unsere Aufgabe ist es zu inspirieren und zu forschen, aber auch die Industrie zu fördern. Wenn immer möglich, geben wir Aufträge weiter, ob bei Raketen-Systemen, bei Satelliten oder bei der Datenanalyse. Die Nasa will ihr Geld für Neues ausgeben, damit wir die Innovation vorantreiben können.

Könnte es denn sein, dass private Unternehmen dereinst zu Konkurrenten werden für die Nasa, da diese ja stark vom Fachwissen der Nasa profitieren?

Wenn die Privaten zu unseren Konkurrenten werden, bedeutet das, dass unser Vorsprung zu wenig gross ist. Dennoch wäre es für uns ein guter Tag, wenn eine dieser Firmen vor uns auf den Mars geht. So etwas ist aber in der ganzen Geschichte der Nasa noch nie passiert.

SpaceX kann jetzt nur dank der Hilfe der Nasa Menschen in den Weltraum schiessen.

Man muss auch sehen, SpaceX kann jetzt nur dank der Hilfe der Nasa Menschen in den Weltraum schiessen. Diese Firmen würden das selber nicht schaffen, wir haben ihnen über Jahre hinweg geholfen und sie mit neuen Technologien unterstützt. Das hat auch SpaceX-Chef Elon Musk immer wieder betont.

Das Gespräch führte Peter Düggeli.

10vor10, 25.05.2020, 21.50 Uhr ;

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Mueller  (Elbrus)
    Was ist da neu ? Bestenfalls das Logo von Elon Musk. Fakt ist, dass die NASA schon seit Mitte der 70iger Jahre grosse Teile ausgelagert hat an Privatfirmen. Das waren diejenigen welche verantwortlich waren für alle Raumfähren Verluste Challenger etc.
    The Challenger Launch Decision, dieses Buch erklärt wie bei der NASA gearbeitet wird. Die Russischen Soyus hatten in 800 Starts nicht so viele Verluste wie die USA mit dem Space Shuttle. Für Herbst 2020 wurden 80 Mio. in einen Soyuz Sitz bezahlt.
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  • Kommentar von Lukas Gubser  (Mastplast)
    Wenn man bedenkt dass es Spacex noch nicht mal 20 Jahre gibt und sie die ersten waren, die eine Widervervendung der ersten Stufe geschaft haben und nun auch nutzen können ist das schon beachtlich.
    Spacex ist ein Treiber was Inovation angeht siehe Falcon9, Starlink, Raptor- Triebwerke aus dem 3D Drucker, Starship....
    Verbunden mit dem Knowhow der NASA wird vieles möglich sein.
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    1. Antwort von Peter Mueller  (Elbrus)
      Die Wiederverwendung bringt ganz wenig Nutzen, auch die Bergung will bezahlt sein. Ergo kommt es auf diese 1-3 Mio. nicht besonders darauf an.
      Das US Militär lagert seine Anforderungen an Musk aus - Starlink Satelliten sind überwiegend Militärisch begründet.
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    2. Antwort von Lukas Gubser  (Mastplast)
      Der Herr Müller weiss es eben besser als die Enginieure von Spacex von wegen es bringt nicht viel. Das Militär will sicher sicherstellen dass niemand Starlink für seine eigenen Ziele nutzt aber GPS war auch Militärisch angedacht und was ist seit fast 20 Jahren dass Ergebnis?
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    3. Antwort von Peter Mueller  (Elbrus)
      Lange vor Elon Muski ist diese Frage getestet worden mit den Reusable Booster. RD-0162SD für Soyuz wurde zwischen 2002-2008 intensiv getestet und dann weil zu komplex verworfen. Elon Musks Ingenieure können keine Bilanz von 800 fehlerfreien Starts vorweisen. Ich halte mich da an die Top Leaders.
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