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Angespannte Lage in den USA: Die Proteste dauern an
Aus Echo der Zeit vom 02.06.2020.
abspielen. Laufzeit 09:33 Minuten.
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Proteste in den USA Trump setzt auf das Prinzip Dominanz

Die Augen von US-Präsident Donald Trump blitzten während seiner kurzen Rede an die Nation im Rosengarten des Weissen Hauses, als er folgende Worte sagte: «That we dominate the streets». Schon am Montagvormittag brauchte er das Wort in einem Telefonat mit Gouverneuren verschiedener Bundesstaaten: «We have to dominate the streets» – wir müssen die Strassen beherrschen.

Zeitgleich schoss die Polizei mit Tränengaspatronen auf friedliche Demonstrierende hinter dem Weissen Haus. Videos zeigen eine bunte, junge Menge, darunter viele Teenager und Twens, in sauberen Jeans und T-Shirts. Sie wurden vertrieben, damit der Präsident demonstrieren konnte, dass er den Asphalt beherrscht. Kaum hatte sich der Gasnebel gelegt, trat er aus dem Weissen Haus und schritt mit einer Bibel in der Hand quer durch den Lafayette-Park vor die St. Johns Kirche. Es war ein bizarrer TV-Moment für die Geschichtsbücher. Er sprach nicht, er betete nicht. Er stand da und liess sich filmen.

Die Inszenierung des Reality-Show-Stars

Es war eine unverblümte Machtdemonstration – der Präsident versteckt sich nicht vor ein paar hundert Demonstranten in einem Bunker, wie am Sonntagabend. Es war der Versuch, sich im News-Zyklus in den Mittelpunkt zu rücken. Und die Szene passte zu seiner martialischen Botschaft, im Notfall schicke er die Armee in ihre Bundesstaaten.

Präsident Trump, der ehemalige Reality-Show-Star, weiss, dass er die Show beherrschen muss, will er seine Wiederwahl gewinnen. Umfragen zeigen ihn in einem inzwischen bedenklichen Rückstand von bis zu zehn Prozentpunkten auf den demokratischen Kandidaten Joe Biden. Trump baute seine Kampagne 2020 auf die Botschaft, dass er für die US-Wirtschaft ein Gewinner ist. Die Corona-Pandemie kam ihm in die Quere. Als Präsident im Namen von Recht und der Ordnung will er nun das Territorium zurückerobern. Da können ihn hundert demonstrierende Jugendliche nicht aufhalten.

Isabelle Jacobi

Isabelle Jacobi

USA-Korrespondentin, SRF

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Nach dem Studium in den USA und in Bern arbeitete Jacobi von 1999 bis 2005 bei Radio SRF. Danach war sie in New York als freie Journalistin tätig. 2008 kehrte sie zu SRF zurück, als Produzentin beim Echo der Zeit, und wurde 2012 Redaktionsleiterin. Seit Sommer 2017 ist Jacobi USA-Korrespondentin in Washington.

Echo der Zeit, 2.6.20, 18 Uhr

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73 Kommentare

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  • Kommentar von Stefano Simeone  (SteSi)
    Hass und Hetze im Netz - diese Kommentare sind das beste Beispiel dafür.
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  • Kommentar von Tamas Salamon  (tosan)
    Irgendwie ist doch speziell, dass sich damals kaum jemand über den Tod der Weissen empört hat, den ein Schwarzer in Deutschland vor den Zug geschubst hatte ..
    und nun soll noch der Donald Trump an allem Schuld sein. Unsere Geschellschaft wird systematisch von links orientierten Medien weichgekocht..
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    1. Antwort von Mar Vam  (MarVam)
      Jetzt stellen Sie sich einmal vor, der schwarze Schubser wäre ein Polizist im Dienst gewesen. Merken Sie den Unterschied?
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    2. Antwort von Daniel Schmid  (dschmid)
      Nein, nein, so einfach lässt sich wilkürliche Gewalt oder Mord durch vertreter der Staatsgewalt aufgrund der Herkunft oder Sexualität oder Hautfarbe nicht rechtfertigen
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    3. Antwort von Marcel Chauvet  (xyzz)
      Sie vergleichen Äpfel mit Birnen. In den USA gibt es Millionen von Afroamerikanern, Nachkommen von Sklaven, die Jahrhunderte später in diesem Land noch immer das Prekariat sind, erst vor ca. 50 Jahren wurde in den USA die Rassentrennung bzw. Apartheid (eigene Schulen WCs, Kirchen etc.für die Afroamerikaner) aufgehoben, Rassismus grassiert nichtsdestotrotz dort noch immer.
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  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Trump hat die Biebel wohl noch nie gelesen, sonst würde er sowas nie tun. Wenn Gläubige auf seine Demonstration herein fallen ist ihnen nicht zu helfen, dann haben sie den Sinn des Glaubens noch nicht erkannt. Trump ist der miserabelste Präsident den die USA je hervor gebracht hat.
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    1. Antwort von Edwin Schaltegger  (Edwin Schaltegger)
      Ich kann ihnen nur zustimmen. Das Traurige an dieser Sache ist, dass Trump bei den konservativen Evangelikanern eine immense Anhängerschaft hat. Seine religiöse Beraterin, eine evangelikanische , mit >100 Mio. US Dollar Vermögen, spricht sogar davon, dass Trump von Gott auserwählt und das Weisse Haus ein "holy ground" sei. Vielleicht erklärt dies seinen bizarren Auftritt.
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    2. Antwort von Marcel Chauvet  (xyzz)
      Scheint wohl eher ein Blendwerk des Teufels zu sein, wenn sich Trump, durch Blendgranaten und Tränengas den Weg vom mit Brettern vernagelten Weißen Haus zur Kirche freihalten lässt, um dort die Bibel, auch "Heilige Schrift" genannt, hochzuhalten. Es fällt nur auf, dass der strenge Evangelika Vize-Präsident Pence, der sonst wie ein Schatten immer an der Seite seines Herrn eine Statistenrolle spielt, diesmal fehlte.
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