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George Floyd ist kein Einzelfall
Aus SRF News vom 29.05.2020.
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Land der Ungleichheit Diese Grafiken zeigen die sozialen Unterschiede in den USA

Die Bilder vom Tod des Afroamerikaners George Floyd gehen um die Welt und sorgen für einen lauten Aufschrei und landesweite Demonstrationen. Und sie haben ein weiteres Mal eine Debatte ausgelöst über die soziale Ungleichheit der verschiedenen Ethnien in den USA.

Die nachstehenden Grafiken zeigen die grossen Unterschiede in verschiedenen Bereichen der Gesellschaft.

Haushaltseinkommen

Der Medianwert (Zentralwert) beim Einkommen von schwarzen Haushalten in den USA erreichte 2018 gerade einmal 41'361 Dollar, deutlich weniger als ein mittleres Einkommen eines weissen Haushalts mit 66'943 Dollar. Latinos liegen dabei im Mittelfeld und verzeichnen im Jahr ein Einkommen von 51'450 Dollar.

White, African American, Hispanic oder Latino

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  • Drei Viertel der rund 328 Millionen US-Amerikaner sind weiss.
  • Bei rund 13 Prozent spricht das Statistische Amt der USA von Schwarzen oder Afroamerikanern.
  • Die drittgrösste Ethnie sind die Hispanics oder Latinos, die in den Statistiken zusammengefasst werden.
  • Danach folgen verschiedene Minderheiten wie die Indigenen in Alaska und indianischer oder hawaiianischer Herkunft sowie asiatisch-stämmige Menschen.
  • Die Statistiken in diesem Artikel fokussieren auf die drei grössten ethnischen Gruppen und werden mit den Oberbegriffen Weisse, Afroamerikaner und Latinos benannt.

In der Statistik ragt die asiatische Minderheit im Land heraus, welche rund sechs Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht. Sie bringt mit 87'194 Dollar das höchste Haushaltseinkommen zusammen.

Wohlstand

Die Wirtschaft in den USA hat in den vergangenen Jahren zugelegt. Bundesweit ist das Vermögen der Afroamerikaner im Vergleich zu den weissen Amerikanern jedoch niedrig geblieben.

Das mittlere Vermögen einer weissen Familie belief sich 2016 nach den jüngsten Zahlen der Zentralbank Federal Reserve auf 171'000 Dollar. Im Vergleich dazu betrug das Reinvermögen afroamerikanischer Familien 17'600 Dollar und hispanischer Familien 20'700 Dollar.

Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosenquoten für Schwarze und Latinos sanken in den vergangenen Jahren auf historische Tiefststände, nachdem zuvor die Wirtschaftskrise nach 2010 einen massiven Anstieg der Arbeitslosenquote für alle drei Ethnien ausgelöst hatte.

Eine massive Trendumkehr löste die Coronakrise aus: Die Zahl der arbeitslosen Schwarzen ist innert zwei Monaten von 1.2 auf 3.25 Millionen angewachsen. Aber jede der drei Gruppen verzeichnete Steigerungen von rund zehn Prozent innert eines Monats.

Seit Beginn der Coronakrise haben mehr als 33 Millionen Menschen einen Neuantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt. Jeder siebte erwerbsfähige Amerikaner hat derzeit keinen Job.

Armut

Rund ein Fünftel der über 40 Millionen Afroamerikaner in den USA lebt in Armut. Unter den Weissen beträgt die Rate knapp ein Zehntel. Insgesamt leben rund 40 Millionen US-Amerikanerinnen und US-Amerikaner unter der Armutsgrenze.

Die Armutsgrenze für eine vierköpfige Familie liegt bei zirka 25'000 Dollar und für Alleinstehende bei rund 13'000 Dollar pro Jahr.

Häftlinge in Gefängnissen

In den Haftanstalten der USA sind nach wie vor Afroamerikanerinnen und Afroamerikaner am stärksten vertreten. Aber von 2008 bis 2018 ist die Rate der inhaftierten Afroamerikaner um 28 Prozent gesunken. Um 21 Prozent sank sie unter den Latinos und um 13 Prozent unter den Weissen.

2018 war die Inhaftierungsrate von Afroamerikanern mit 1134 Personen pro 100'000 Einwohner die niedrigste seit 1989. Damals waren es anteilmässig 1050 Inhaftierte.

Tagesschau, 02.06.2020, 19:30 Uhr

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101 Kommentare

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  • Kommentar von Abel Emini  (Abel Emini)
    Die Weissen in den USA stellen auch die Bevölkerungsmehrheit, so ist alles logisch das sie besser vertreten sind.

    Auch besitzen die Weissen mehr Firmen und Grundstücke die sie seit Jahrzehnten besitzen.
    Der Anteil der armen Weissen ist aber auch relativ hoch!
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  • Kommentar von Ruedi Möckli  (rm)
    Es macht mich wuetend wie hier in den Kommentaren viele den systemischen Rassismus gegen Schwarze relativieren oder gar verleugnen. Und dann auch noch den Schwarzen die Schuld geben sie seien weniger erfolgreich als die Eingewanderten Asiatien. Setzen sie sich mit zuerst mal mit den Gesetzen und deren Auslegungen in den USA auseinander bevor sie ihren Quatsch verbreiten.
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  • Kommentar von David Steiner  (MLE)
    Am interessantesten finde ich, dass die Asiaten die finanziell erfolgreichste Ethnie sind. Das zeigt, dass die monokausale Erklärung „Rassismus“ zu kurz greift und die Ungleichheit viel komplexer zu Stande kommt, als uns gewisse Kreise suggerieren. Das Hauptproblem aus struktureller Sicht ist m.E. das schwache öffentliche Bildungssystem: In einer armen Gegend aufgewachsen, kommt man in eine schlechte Schule. Ist man nicht überdurchschnittlich intelligent / motiviert, wird man auch arm enden.
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    1. Antwort von Ruedi Möckli  (rm)
      Ganz genau, Herr Steiner. Es greift wirklich sehr tief und das Bildungssystem ist ein wichtiger Teil davon.
      Ein weiteres Beispiel: Recherchieren Sie mal welche Berufsgattungen welches Anrecht auf welche Arbeitslosengelder haben. Was denken Sie, wer uebt die Berufe aus, welche schlecht davon kommen? Es ist schlimm.
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