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Prozess in New York «El Chapo» ist schuldig

Legende: Video Staatsanwalt Donoghue: «Der Entscheid wird ‹El Chapo› lebenslang hinter Gitter bringen» abspielen. Laufzeit 00:46 Minuten.
Aus News-Clip vom 12.02.2019.
  • Der mexikanische Drogenboss Joaquín «El Chapo» Guzmán ist vor einem US-Gericht schuldig gesprochen worden.
  • Die zwölfköpfige Jury in New York sah die Schuld des 61-Jährigen in allen zehn Anklagepunkten als erwiesen an. Die Jury tagte überraschend lange, sie kam erst am sechsten Tag zu einem Urteil.
  • Nun liegt es am Richter das Strafmass zu verkünden. «El Chapo» erwartet eine lebenslange Haftstrafe.

Alleine für den schwersten Anklagepunkt, die Beteiligung an einer Verbrecherorganisation, schreibt das Strafgesetzbuch der USA lebenslange Haft vor. «El Chapo» kann keinen Antrag auf vorzeitige Entlassung stellen und dürfte damit bis zu seinem Tod im Gefängnis bleiben. Die Todesstrafe ist für den mexikanischen Drogenboss ausgeschlossen. Dies nach einer Einigung zwischen den USA und Mexiko.

Die weiteren der insgesamt zehn Anklagepunkte drehten sich um die Herstellung und internationale Verbreitung von Kokain, Heroin, Methamphetamin und Marihuana sowie den Gebrauch von Schusswaffen und Geldwäsche.

Massenhaft Beweise

Rund 35 Stunden über sechs Tage lang hatte die zwölfköpfige Jury aus acht Frauen und vier Männern über Guzmáns Schuld oder Unschuld diskutiert. Ein Freispruch schien angesichts der teils erdrückenden Beweislast sehr unwahrscheinlich.

El Chapo wird an USA ausgeliefert
Legende: «El Chapo» bei seiner Auslieferung von Mexiko an die USA vor gut zwei Jahren. Reuters

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Prozess über zweieinhalb Monate massenhaft Beweismaterial vorgelegt und mehr als 50 Zeugen aufgerufen. Guzmáns Anwälte riefen dagegen nur einen einzigen Zeugen auf und beendeten ihre Verteidigung des Falls innerhalb von 30 Minuten.

Ihre Strategie bestand im Wesentlichen darin, die Zeugen der US-Regierung als Lügner darzustellen, die durch Aussagen gegen Guzmán lediglich eigene Haftstrafen verringern wollten. Guzmán selbst hatte darauf verzichtet auszusagen.

Schon zweimal ausgebrochen

Guzmán ist derzeit in einem Hochsicherheitsgefängnis in New Yorks Stadtteil Manhattan eingesperrt. Der frühere Chef des berüchtigten Sinaloa-Kartells war in Mexiko verhaftet und Anfang 2017 an die USA ausgeliefert worden.

Offen ist, ob er seine Strafe in New York absitzen soll oder in eine andere Haftanstalt verlegt wird. In Mexiko gelang es Guzmán bereits zweimal, aus dem Gefängnis auszubrechen: 2001 entkam er in einem Wäschekorb und 2015 durch einen Tunnel, den Komplizen bis unter seine Zelle gegraben hatten.

Legende: Video Aus dem Archiv: «El Chapo» vor US-Gericht abspielen. Laufzeit 05:12 Minuten.
Aus 10vor10 vom 04.02.2019.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Wolfgang Bortsch (a2b3c4d5)
    Solange es für Drogen Abnehmer ( “Kunden“ ) gibt , wird auch der “Handel“ damit “blühen“ .
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  • Kommentar von Joseph De Mol (Molensepp)
    Viele illustre Persönlichkeiten, die mit Drogenhandel u/o Investitionen in denselben, märchenhaft reich geworden sind, werden deswegen nie und nimmer strafrechtlich oder gesellschaftlich behelligt. Guzman allerdings muss als eine Art Bauernopfer den Kopf hinhalten. Ob dieses Urteil den Drogenhandel nachhaltig beeinflussen wird? Die Antwort steht bereits heute fest: Nein.
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    1. Antwort von Simon Weber (Weberson)
      Mit Opiumhandel konnten sogar ganze Gesellschaften (z.B. die britische Ostindien-Kompanie) und deren Nachfahren reich werden und sich sogar über Verbote hinwegsetzen, Kriege anzetteln und Monopole bilden. Guzman als Bauernopfer zu bezeichnen, finde ich nicht ganz korrekt. Den Drogenhandel wird es jedoch sicherlich nicht schädigen. Denn die Abnehmer sind nicht weniger geworden und längst haben blutige Kämpfe um die alten Territorien von El Chapo die neuen Machtverhältnisse der Banden festgelegt.
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