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International Putschversuch in Burundi: Internationale Gemeinschaft besorgt

Die Lage in Burundi droht zu eskalieren. Die USA, UNO und EU fordern beide Konfliktparteien auf, die Gewalt zu beenden. Bereits sollen 50'000 Menschen aus dem Land geflohen sein.

Die Lage in Burundi ist derzeit völlig unübersichtlich. Der Staatschef Pierre Nkurunziza befindet sich ausser Landes. Derweil hat General Godefroid Niyombare die Regierung aufgelöst und Nkurunziza für abgesetzt erklärt. Heftige Kämpfe sind laut dem Militär am Sitz des staatlichen Fernsehens im Gang.

Die prekäre Situation und die Erinnerungen an den Bürgerkrieg vor 12 Jahren, der gemäss Schätzungen 300'000 Opfer forderte, löste bei den Einwohnern Panik aus.Gemäss UNO-Schätzungen sind bereits 50'000 Menschen aus Burundi in die Nachbarländer geflohen.

Ban Ki Moon und Obama besorgt

Nun hat die internationale Gemeinschaft reagiert. «Wir rufen alle Seiten auf, die Waffen niederzulegen, die Gewalt zu beenden und Zurückhaltung zu üben», sagte Obamas Sprecher Josh Earnest am Mittwoch.

Die Behörden müssten für die Präsidentenwahl Ende Juni angemessene Bedingungen schaffen. Grundlegende demokratische Abläufe müssten eingehalten werden. «Und es gibt derzeit berechtigte Sorgen, dass das nicht geschieht», sagte Earnest weiter.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon ermahnte die Konfliktparteien zur Besonnenheit. Frieden und Stabilität seien gerade in einem Land wie diesem zu wahren, das so sehr unter früheren Gewaltausbrüchen habe leiden müssen, sagte ein Sprecher Bans.

Erinnerungen an das Jahr 2000

Die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini appellierte in Brüssel an «alle Parteien zusammenzuarbeiten, um eine friedliche Lösung der Krise zu finden».
Nun sei es «wichtiger als zuvor», dass alle politischen Kräfte sich an die Vereinbarungen von Arusha aus dem Jahr 2000 zur Beendigung des Bürgerkriegs in Burundi hielten. Dazu gehörten «Wahlen, die niemanden ausschliessen» und glaubwürdig und transparent seien.

Ungewissheit über Situation in Burundi

Der General und ehemalige Geheimdienstchef Niyombare hatte am Mittwoch verkündet, Staatschef Nkurunziza sei abgesetzt und die Regierung aufgelöst. Er nutzte dabei die Abwesenheit des Präsidenten, der sich zu einem Gipfeltreffen in Tansania aufhielt.

In Burundi hatte es seit Tagen Proteste gegen Nkurunzizas Vorhaben gegeben, sich um eine dritte Amtszeit zu bewerben. Nkurunzizas Gegner sehen seine erneute Kandidatur als verfassungswidrig an.

Generalstabschef erklärt Putsch für gescheitert

Der Generalstabschef der burundischen Armee, Prime Niyongabo, hat den Putsch von Armeeangehörigen gegen Präsident Pierre Nkurunziza indessen für gescheitert erklärt. «Der Versuch eines Staatsstreichs durch Generalmajor Godefroid Niyombare ist gescheitert», sagte Niyongabo in der Nacht auf Donnerstag in einer Radioansprache. Er forderte die Putschisten auf, sich zu ergeben.

Pierre Nkurunziza ruft zu Ruhe auf

Nkurunziza soll sich gemäss Angaben in Dar es Saalam befinden. Er rief die Bevölkerung seines Landes auf seiner Website und per Twitter zur Ruhe auf.

Deren Sprecher wies die Darstellung des Armeechefs umgehend zurück. Niyongabos Botschaft komme nicht überraschend, «weil er sich seit langem den Kräften des Bösen und der Lüge angeschlossen» habe.

Blutiger Bürgerkrieg

In Burundi war vor zwölf Jahren ein blutiger Bürgerkrieg zwischen der Hutu-Mehrheit und der Tutsi-Minderheit beendet worden, der Schätzungen zufolge mehr als 300'000 Opfer gefordert hatte.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Jeltsch, Haldenstrasse 24, 8124 Maur
    Sehr geehrte Damen und Herren Wir sind in Brasilien. Zum Morgenturnen höre ich gerne Heute morgen. Leider kommt dann der Podcast von gestern,13. Mai. Leider ist dies kocht ein Einzelfall. Auch andere Sendungen sind oft nicht aktuell. Gruß Rolf Jeltsch
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Wen kuemmert das schon??? Das ist nicht der Erste und nicht der letzte Putsch... nach der Macht greifen alle die koennen.. um das Volk kuemmert sich keiner der oben ist.. so ist es gewesen so wird es bleiben.. nicht nur in Burundi. In Afrika gelten halt andere Gesetze als in Europa, ob es den Europern nun passt oder nicht. man sollte sich daran gewoehnen und nicht mit falschem Getue die Situation verschlimmbessern!
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  • Kommentar von Markus Baumann, Pratteln
    Entsteht hier die nächste der Flüchtlingswellen, an denen laut einigen Kommentarschreibern/Innen jeweils "WIR" schuld sind?
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    1. Antwort von erika berger, bern
      Das Wort "Schuld" sollten wir tilgen. Verantwortung trifft den Nagel auf den Kopf, und die westliche, habgiergetriebene Welt trägt auch einen Teil Verantwortung für diese Situation.
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    2. Antwort von Lukas Muri, Tansania
      Ich denke nicht, dass diese zynische Bemerkung angebracht ist. Nach diversen Quellen sind bereits 50'000 aus dem Land geflohen um sich von den Unruhen in Sicherheit zu bringen. Diese Leute haben nur sehr beschränkte Mittel zur Verfügung und werden wohl kaum durch die Sahara nach Europa flüchten. Die Nachbarländer Tansania und Ruanda sind wohl attraktiver. Unter den Umständen in Bujumbura würden Sie wohl auch flüchten und irgendwo Zuflucht suchen..
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