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Rattengift in Babybrei Polizei sucht weiteres Hipp‑Glas – Schweiz nicht betroffen

  • Mit der Drohung von Rattengift in Babynahrung wollen Unbekannte nach Angaben österreichischer Behörden den Hersteller Hipp erpressen.
  • Ein Kunde entdeckte ein mit Rattengift verseuchtes Gläschen und meldete es der Polizei.
  • Die Polizei sucht nun nach einem zweiten, womöglich mit Rattengift verseuchten Glas Hipp-Babynahrung.
  • In der Schweiz sind keine Hipp-Produkte betroffen, erklärte ein Sprecher des Unternehmens.

Die Polizei im Burgenland südöstlich von Wien habe Erkenntnisse, dass dort ein weiteres Glas im Umlauf gebracht worden sein könnte, sagte Polizeisprecher Helmut Marban. Am Samstag war ein erstes Glas mit Rattengift entdeckt worden. Betroffen bei diesem war ein Supermarkt im österreichischen Bundesland Burgenland, berichtete die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages).

«Es spricht viel dafür, dass es nur dieses zweite Glas gibt», sagte der Polizeisprecher. Dies erschliesse sich aus kriminaltaktischen Quellen – weitere Einzelheiten wollte er nicht nennen. Trotzdem seien auch weitere Manipulationen nicht auszuschliessen.

Manipulierter Deckel und weisser Aufkleber mit rotem Kreis

Die Gläser sind daran zu erkennen, dass der Deckel manipuliert ist, und unter dem Glasboden soll sich ein weisser Aufkleber mit rotem Kreis befinden. Ein Hipp-Sprecher hatte zuvor von einem «externen kriminellen Eingriff» gesprochen. «Der Verzehr eines solchen Gläschens kann lebensgefährlich sein», warnte das Unternehmen.

Drei Gläser Hipp Karotten mit Kartoffeln.
Legende: Die Polizei fahndet in Österreich, Tschechien und der Slowakei nach dem möglichen Erpresser. Keystone/TOBIAS STEINMAURER

Produkte und Vertriebswege in der Schweiz, Deutschland oder anderen europäischen Ländern, die nicht Bestandteil der Ermittlungen sind, seien nicht betroffen, sagte Hipp-Sprecher Clemens Preysing der Deutschen Presse-Agentur.

Er bestätigte, dass ausser in Österreich mit Rattengift verseuchte manipulierte Gläschen auch in Tschechien und der Slowakei aufgetaucht seien. Die Handelspartner in Tschechien und der Slowakei hätten vorsorglich alle Hipp-Gläschen aus dem Verkauf genommen, sagte der Hipp-Sprecher. «Der Vorfall steht in keinem Zusammenhang mit Produktqualität oder Herstellung», betonte er.

Das Unternehmen hatte in Österreich bereits am Freitagabend sein gesamtes Sortiment aus den Spar-Supermärkten zurückgerufen. Die Supermarktkette nahm alle Gläschen über Nacht aus den Regalen.

Gefährliches Rattengift

Nach Angaben von Ages können Wirkstoffe in Rattengiften zu einer verminderten Gerinnungsfähigkeit des Blutes führen. Mögliche Folgen seien Zahnfleischbluten, Nasenbluten, blaue Flecken oder Blut im Stuhl. Sollten Eltern solche Symptome bei ihren Kindern feststellen, die Hipp-Nahrung gegessen hatten, sollten sie unbedingt eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.

Die Ursprünge des in Pfaffenhofen in Bayern gegründeten Familienunternehmens gehen mehr als 120 Jahre zurück. Sitz der Hipp Holding AG ist in Sachseln im Schweizer Kanton Obwalden.

SRF 4 News, 18.04.2026, 22 Uhr ; 

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