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Legende: Video Van der Bellen spricht von immensem Schaden abspielen. Laufzeit 00:25 Minuten.
Aus News-Clip vom 21.05.2019.
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Rede an die Nation «Ein Bild der politischen Verwahrlosung»

Österreichs Bundespräsident Van der Bellen wendet sich an seine Mitbürger und appelliert an die Politik.

In einer Rede an die Nation hat der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen angesichts der schweren Regierungskrise versucht, den Bürgern Mut zu machen. Gleichzeitig verurteilte er das durch das Skandalvideo um FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache vermittelte Bild, das die Politik in den letzten Tagen abgebe.

Auch wirtschaftlicher Schaden

«Wir haben ein Sittenbild gesehen, das Grenzen zutiefst verletzt. Ein Bild der Respektlosigkeit, des Vertrauensbruchs, ja der politischen Verwahrlosung.» Der dadurch angerichtete Schaden sei noch gar nicht abzuschätzen, so Van der Bellen. Nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich.

So sind wir nicht. So ist Österreich einfach nicht.

«Wie wir gesehen werden in der Welt, ist wichtig für die Exportwirtschaft», sagte Van der Bellen. «Und ganz besonders für die Frage, ob und welche Unternehmen sich in Österreich ansiedeln.» Auch im Ansehen des Landes im Bezug auf den Tourismus könne es um zehntausende Arbeitsplätze gehen.

«Wenden Sie sich nicht von der Politik ab!»

Das Bild Österreichs in Europa und der Welt wiederherzustellen und Vertrauen aufzubauen werde nur gemeinsam gelingen. Es sei nun nicht die Zeit für Wahlkampfreden, appellierte der Bundespräsident an die staatspolitische Verantwortung der Politiker und Parteien. «Denken Sie jetzt bitte nicht daran, was Sie für Ihre Partei kurzfristig herausholen können, sondern denken Sie daran, was Sie für Österreich tun können.» Die Frage jedes Einzelnen dürfe nun nicht sein «hilft es mir bei der Wahl?», sondern müsse lauten «hilft es Österreich?»

Ein gutes Vorbild zeigt Anstand nicht nur dann, wenn Kameras im Raum sind, sondern handelt anständig aus innerer Überzeugung.

Van der Bellen bat die Bürger, nicht alle Politiker pauschal in den selben Topf zu werfen und stattdessen die jüngsten Ereignisse differenziert zu betrachten. «Wir alle sollten danach streben, Vorbild zu sein. Und ich meine, die meisten Politiker in diesem Land tun das auch.»

Manchmal kämen Politiker von ihren Wegen ab und überschritten Grenzen. «In diesem Sinne entschuldige ich mich für das Bild, das die Politik bei uns gerade hinterlassen hat. So sind wir nicht. So ist Österreich einfach nicht.» Der Tatbeweis dafür müsse gemeinsam erbracht werden.

Nur Mut und Zuversicht! Wir kriegen das schon hin. Wir haben das in der Vergangenheit auch immer geschafft, das ist ja etwas typisch Österreichisches.

Seine Mitbürger rief Van der Bellen abschliessend auf, sich nicht angewidert von der Politik abzuwenden und sich am Sonntag an der Europawahl zu beteiligen.

Legende: Video «Wenden sie sich nicht angewidert von der Politik ab» abspielen. Laufzeit 00:17 Minuten.
Aus News-Clip vom 21.05.2019.
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23 Kommentare

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  • Kommentar von Norbert Zehner  (ZeN)
    Nun spielt sogar Bundespräsident van der Bellen diesen Polit-Skandal so auf, als ob er einzigartig wäre, wohl nicht ohne Absicht. Schnellst vergessen in Medien die aufgeflogenen qualifizierten Korruption-Skandale durch SPÖ-Politiker von weit niederträchtigenderen Dimensionen, Namen wie Müllner, Blecha, Winter, Proksch, Androsch, Grasser, Schaden, … Besonders grassiert haben sie, als SPÖ alleine an Macht war. Nun so zu tun, als sei aktueller Fall neuartig, ist reine politische Schönfärberei.
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  • Kommentar von Alex Terrieur  (Imfeld)
    Klar sind die Medien auch in grösster Verantwortung, NICHT NUR wegen den Einschaltquoten, oder Printauflage !!!
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Mensch - Geldgier - Macht-Missbrauch! Wie sieht es wirklich in der Schweiz, bei den vielen "Volks-VertreternInnen" aus? Auch da gibt es diese Leute, welche machthungrig sind, die - ua mittels Geld - gewonnene Macht für Lobbying - Vetternwirtschaft - Korruption, also Eigen-und Partei- Interessen-Verfolgung ausnützen! In den eigenen "vier Wänden" für Ordnung schaffen!
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    1. Antwort von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
      Schon richtig, aber wie mein Vater immer sagte... es ist ein Teig.. so nehmen Sie mal eines dieser "Mehlpartikel" aus einem Teig... unmoeglich! Darum hat, mit Ausnahmen, Korruption so viel Erfolg..!
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