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Klimafreundliches Europa
Aus Echo der Zeit vom 11.12.2019.
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Reduktion der Emissionen Der «Green Deal» ist wichtig fürs Klima – und für die EU

Die EU setzt sich mit dem «Green Deal» ambitiöse Ziele. Klar fordern Klimaschützerinnen und Klimaschützer mehr: Die EU müsse vor 2050 klimaneutral sein. Das Ziel, die Emissionen bis 2030 um mindestens 50 Prozent, wenn möglich 55 Prozent zu reduzieren, sei zu zaghaft. Doch wenn die EU an ihren Zielen festhält, erzielt sie Wirkung. Auch wenn sie diese nicht vollumfänglich erreichen sollte.

Im Vergleich zu den bisherigen Massnahmen und Ankündigungen der EU ist der «Green Deal» ein Meilenstein. Natürlich stellen sich viele Fragen: Wie konkret sollen Treibhausgase nun drastisch gesenkt werden? Wie sollen die teils fundamental divergierenden Interessen der Mitgliedsländer auf einen Nenner gebracht werden? Und, ist das Wirtschaftswachstum, das sich die EU-Kommission von der grünen Transformation verspricht, tatsächlich möglich, ohne dass der Klimaschutz zu kurz kommt?

Die Verantwortung der EU

Die EU wird stark gefordert sein, wenn sie ihren «Green Deal» tatsächlich umsetzen will. Immerhin, zum Start punktet sie vielerorts: Die grossen Parteien im europäischen Parlament sind ebenso zufrieden wie der Wirtschaftsdachverband Business Europe und die meisten Klimaschutzorganisationen.

An der UNO-Klimakonferenz in Madrid ist die Ankündigung der EU für viele ein Lichtblick – während die Verhandlungen so harzig laufen wie schon lange nicht mehr. Die EU hat Verantwortung, sie ist historisch für über einen Fünftel der CO2-Emissionen verantwortlich. Wenn sie diese Verantwortung wahrnimmt, sendet sie ein starkes Signal. Ein Signal an die Entwicklungsländer, die oft am meisten unter dem Klimawandel leiden, obschon sie daran am wenigsten Schuld tragen. Wenn sie sehen, dass ein grosser Klimasünder ernsthaft an seinen Emissionen schraubt, könnte das künftige Verhandlungen vereinfachen.

Signal auch an die USA und China

Ein Signal sendet die EU mit dem «Green Deal» aber auch an andere grosse Länder mit hohem Treibhausgas-Ausstoss. In den USA unter Donald Trump wird sie damit wenig auslösen. Aber wenn dadurch China zu mehr klimapolitischem Engagement veranlasst wird, dann ist viel erreicht. Insofern gilt: Auch wenn der Schritt nicht im vollen, heute angedachten Umfang gelingt, ist der «Green Deal» wichtig – für die EU selbst und fürs Klima.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
    Gerde wie in der CH: die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) hätte ein grosser Erfolg werden können und eine Wende herbeiführen können. Aber die Politiker haben das Erfolgsmodell torpediert, weil es gewissen Interessen zuwiederlief! Es muss sich wirklich sehr viel mehr Grundlegendes ändern in den westlichen Gesellschaften, damit eine zukunftsfähige Gesellschaft entstehen kann. Viel zu Vieles ist dafür korrupt, verfilzt und verlogen (und man will es nicht wahrhaben).
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  • Kommentar von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
    Die EU plant ein wunderbares, zukunftsgerichtetes Projekt das den Lebenswert der gesamten Bevölkerung des Kontinenten maximal erhöhen kann und wird. Und was machen die USA in der Zeit? Wie soeben im Newsticker gelesen, planen die eine Weltraumarmee. Noch deutlicher kann nicht werden, wie sehr sich die Amis aufs Abstellgleis manövrieren und wie herrschsüchtig sie sind. Dem gegen über die EU die ein Projekt FÜR das Leben und die Menschen auf gleist.
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    1. Antwort von Frank Henchler  (Die Wahrheit ist oft unbequem)
      Herr Schulenberg. Wäre es nicht einfach mal erstrebenswert nicht immer nur auf die anderen zu schauen und selbst mal die Initative zu ergreifen ? Ich weiß , daß dies keine Schweizer Tugend ist, würde der CH aber mal ein wenig Anerkennung beschaffen. Zudem wird Trump früher oder später Geschichte sein und dann werden sich auch die Amerikaner bewegen (müssen)
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    2. Antwort von Lukas Gubser  (Mastplast)
      Die USA reduzieren ihren Kohleverbrauch jährlich um 100-150 mio Tonnen im Gegensatz zu allen anderen Ländern auf der Welt. 2014 835mio.To, 2015 745 mio.To, 2016 695 mio.To.
      Kohle ist je länger je mehr einfach zu teuer zu fördern im Vergleich mit Wind und Sonnenenergie.
      Aber eben Taten und Worte sind nicht dass Selbe.
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    3. Antwort von Achim Frill  (Afri)
      Ja klar. Und was ist mit der neuen Erdgaspipeline zwischen Russland und Deutschland? Erdgas ist doch fossil. Hören Sie also bitte auf, die EU zu beweihräuchern. Es geht nicht darum, den Lebenswert zu erhöhen, sondern a) mit nutzlosen Massnahmen die Klimabrüller ruhig zu stellen und b) diese nutzlosen Massnahmen dem Steuerzahler aus dem Sack zu ziehen, um vor allem den aufmüpfigen Mittelstand langsam aber sicher ausbluten zu lassen und somit gefügig zu machen.
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  • Kommentar von Stephan Wehrli  (Stephan Menschenfreund)
    Das ist leider Phantasterei: Die ökologische Wende ist nicht zu schaffen mit einer auf Wachstum ausgerichteten Ökonomie. Auch grünes Wachstum führt zu desaströsen ökologischen und sozialen Problemen. Siehe Niko Paech „Postwachstumsökomie“
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