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Regen, Wind und Wellen Unwetter über dem Mittelmeer: die wichtigsten Fragen zu «Harry»

Das Tief «Harry» wirbelt im Mittelmeerraum und bringt besonders am Dienstag viel Wind, Regen und Wellen mit sich. Bis zu mehreren hundert Millimeter Regen werden erwartet. SRF-Meteorologe Mauro Hermann beantwortet die wichtigsten Fragen dazu.

Mauro Hermann

Meteorologe

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Mauro Hermann studierte an der ETH Zürich und schloss dort den Doktor in Atmosphären- und Klimawissenschaften ab. Er war Teil verschiedener Expeditionen auf dem grönländischen Inlandeis und in der zentralen Arktis. Seit Januar 2024 ist er Meteorologe bei SRF Meteo.

«Harry» zieht über den Mittelmeerraum. Wie äussert sich das Unwettertief?

Das Tief «Harry» befindet sich aktuell nördlich von Tunesien und sorgt im Mittelmeerraum grossräumig für Unwetter. Es bringt verbreitet Sturm- oder Orkanböen sowie Wellen von acht bis zehn Metern Höhe. Zudem fallen vielerorts aufgrund des relativ warmen Mittelmeers extreme Regenmengen. Am Ätna werden bis zu vier Meter Schnee erwartet.

Welche Gefahren drohen konkret?

Die intensiven Regenfälle bergen die Gefahr von Überschwemmungen und Erdrutschen. Zudem besteht Schifffahrtsverbot. Der starke Wind kann nicht nur Bäume umknicken, sondern auch eine Sturmflut auslösen. Dabei wird das Meer landeinwärts gedrückt und sorgt für zusätzliche Überflutungen. Da sich das Tief nur langsam fortbewegt, bestehen diese Gefahren über längere Zeit.

Welche Regionen sind betroffen?

Am stärksten betroffen sind die Ostküsten Süditaliens inklusive Sizilien und Sardinien, sowie Malta und die Regionen rund um die Hauptstädte Algier und Tunis. Dort fallen teils hundert oder mehrere hundert Millimeter Regen. Doch auch die Balearen, die Ostküste Spaniens und die Südküste Frankreichs sind vom Unwettertief betroffen.

Wetterkarte Europas mit Niederschlagsverteilung.
Legende: «Harry» fegt über das Mittelmeer und sorgt für viel Regen und starken Wind. ECMWF/MetMaps

Wo zieht «Harry» hin?

Das Tief bewegt sich am Montag und Dienstag kaum vom Fleck. Im Laufe des Mittwochs zieht es ostwärts über Sizilien in Richtung Griechenland. Dabei schwächt es sich allmählich ab und sorgt – zumindest in Bezug auf Windstärke und Wellenhöhe – für etwas Beruhigung.

Wie entwickelt sich das Tiefdruckgebiet?

Auch wenn sich das Tief «Harry» abschwächt, sorgt es in der zweiten Wochenhälfte in Griechenland und Teilen der Türkei für viel Regen und starken Wind. Zudem ziehen neue Tiefdruckgebiete über die von «Harry» betroffenen Regionen. Diese fallen aber voraussichtlich weniger stark aus.

Meteo, 19.1.2026, 12:57 Uhr ; 

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