Zum Inhalt springen

Header

Audio
Ein Augenschein in Wien
Aus SRF 4 News aktuell vom 24.05.2019.
abspielen. Laufzeit 03:11 Minuten.
Inhalt

Regierungskrise in Österreich Nach Strache steht Kurz im Fokus

Der österreichische Kanzler Sebastian Kurz wird von vielen Seiten heftig kritisiert. Folgt nun auch sein Rückritt?

Die Lautsprecher scheppern, der Sommerhit ist zwanzig Jahre alt, aber er passt: «We're going to Ibiza» ist dieser Tage die hämische Hymne der linken Opposition in Österreich.

Wohl einige Tausend sind es diesmal beim Wiener Westbahnhof an der Donnerstagsdemo, die jede Woche stattfindet, seit Kanzler Kurz den Pakt mit den umstrittenen Freiheitlichen geschlossen hatte. Jetzt sind die Freiheitlichen zwar weg, aber für die zumeist jungen Demonstranten aus der linken Szene ist klar auch Kurz muss weg.

Nicht alle sind gegen Kurz
Legende: Nicht alle, die jetzt demonstrieren, sind gegen den amtierenden Kanzler. SRF

Kurze Kanzlerschaft für Kurz?

«Kurz muss weg», oder «Das war kurz» steht auch auf Transparenten. Die Begründung für diese Forderungen ist einfach: mitgegangen, mitgehangen, mitgefangen.

«Der Hauptverantwortliche für diese Situation ist Kurz. Er sollte auch zurücktreten», sagt ein Demonstrant. Kanzler Kurz hatte schliesslich die Freiheitlichen in die Regierung geholt.

Jetzt hoffen die Kurz-Gegner, dass er bald gestürzt wird. Am Montag gibt es im Parlament eine Vertrauensabstimmung.

Nicht alle wollen Kurz loswerden

Eine andere Szene findet fast gleichzeitig statt. Vom Westbahnhof gehts in den Süden der Stadt. Hier an der grossen Strasse durchs Stadtviertel Simmering sagt Wolfgang Kiesling zu den Gegnern von Kanzler Kurz: «Denen kann ich nur entgegnen, dass es um die Stabilität Österreichs geht. Dementsprechend sollte diese Regierung bis zur Wahl im September die Geschäfte fortführen.»

Kiesling ist lokaler ÖVP-Chef und macht hier für die Kurz-Partei Europawahlkampf.

Zwei Dutzend Volkspartei-Mitglieder in Windjacken in der Parteifarbe türkis schreiten in schnellem Schritt das Trottoir der breiten Strasse entlang. Sie verteilen den entgegenkommenden Fussgängern Flyer, Schokolade und Bonbons.

Edtstadler will ins EU-Parlament

Hauptfigur ist Karoline Edtstadler, die Nummer zwei im österreichischen Innenministerium. Sie will am Sonntag ins EU-Parlament gewählt werden. Aber der Wahlkampf ist überschattet von Ibiza: «Ich habe mit jemandem auf der Strasse gesprochen und habe gesagt, er solle nicht alle Politiker über einen Kamm scheren. Es sind nicht alle so, wie es in dem Video herausgekommen ist.» Es gelte nun, das Vertrauen zurückzugewinnen.

Ob aber Kanzler Kurz am Montag das Vertrauen vom Parlament gewinnt, da wagt auch Staatsekretärin Edtstadler, wie fast alle in diesen Tagen, keine Prognose. Klar herauszuhören ist dagegen bei vielen Österreicherinnen und Österreichern dieser Wunsch: Es soll bald geordnete Verhältnisse geben, wie ein Demonstrant sagt.

Video
Österreich: Vier Spitzenbeamte als Ersatzminister vereidigt
Aus Tagesschau vom 22.05.2019.
abspielen
Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

32 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M T  (Mybco)
    Wer war noch mal auf dem Video zu Sehen? Seit wann darf es in einer Partei keine schwarzen Schafe mehr geben? Traurig wie sich alle auf Kurz stürzen! Geier haben mehr Anstand! Schön zu sehen wie viele Angst vor diesem Jungen Mann haben! Ich hoffe das Österreichische Volk weis zu schätzen was sie mit Ihrem Kanzler haben! Ich wünsche Kurz auf jedenfalls viel Erfolg!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von M. Fretz  (MFretz)
      Kriminelle die ihr Land verschachern sind also bloss Schwarze Schafe?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von m. mitulla  (m.mitulla)
    Nun bringen sich seine Feinde und politischen Gegner in Position für einen sauberen Abschuss - grässlich, das Politikgeschäft. Wer nicht andere frisst (schlecht macht) wird selbst gefressen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Kaiser  (Klarsicht)
    Kurz hätte nach dem Skandal von Strache vor die Presse können und sagen- Strache hat in der Zeit meiner Regierung keine Vergehen begangen-er ist nun zurückgetreten und damit ist der Vorfall vor meiner Regierungszeit für mich geklärt und erledigt. Ich werde diese bis heute erfolgreiche Koalition weiter führen, damit wäre die Sache erledigt gewesen und Ruhe währe .Da jedoch ein Plan hinter dieser vermutl.
    Geheimdienstaktion steckt, steht Kurz nach Entlassung des Innenministers nicht sauber da .
    Ablehnen den Kommentar ablehnen