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Der pessimistische Blick nach Vorne
Aus Tagesschau vom 05.05.2020.
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Ringen um Staatshilfe Lufthansa-Chef: «Krise ist niederschmetternd»

  • 2019 war für die Lufthansa noch ein Rekordjahr mit dem höchsten Umsatz der Unternehmensgeschichte, wie der Vorstandsvorsitzende Carsten Spohr an der Hauptversammlung sagte.
  • Der Transport von Passagieren ist nun zu 99 Prozent eingebrochen. Die Krise sei «bitter, niederschmetternd. Das tut weh», so Carsten Spohr.
  • Es würden intensive Gespräche mit der Bundesregierung über staatliche Unterstützung laufen. Eine Staatsbeteiligung sei jedoch keine Option, so Carsten Spohr. Dies sei auch die Meinung der Bundesregierung.

Die Lufthansa hat ihren Passagierbetrieb auf ein Minimum reduziert und fliegt nur noch knapp ein Prozent der Passagiere. Die tägliche Zahl sank von durchschnittlich 350'000 pro Tag auf noch rund 3000. Von insgesamt 760 Flugzeugen seien momentan 700 am Boden.

Trotz massiver Kurzarbeit laufen viele Fixkosten weiter, sodass das Unternehmen nach den Worten von Vorstandschef Carsten Spohr stündlich eine Million Euro verliert.

Lufthansa Hauptversammlung
Legende: Die Hauptversammlung der Lufthansa fand ausschliesslich im Internet statt. Die Entscheidungsträger des Konzerns befanden sich jedoch in einem Raum. lufthansagroup.com

Man versuche, die laufenden Kosten minimal zu halten. So zahle die Lufthansa dieses Jahr auch keine Dividende aus. Dies sei angesichts der Situation «alternativlos» gewesen, hiess es an der Hauptversammlung.

Die Lufthansa brauche jetzt staatliche Unterstützung. «Aber wir brauchen keine staatliche Geschäftsführung», sagte Spohr und fügte hinzu: «Auch in der Bundesregierung in Berlin möchte niemand eine staatlich gelenkte Lufthansa.»

Verhandlungen über Staatshilfen noch im Gang

Die Verhandlungen über die präzise Ausgestaltung der Staatshilfen zwischen verzinsten stillen Einlagen und direkter Beteiligung waren am Dienstag noch nicht abgeschlossen. Fondsgesellschaften wie die Deka und die genossenschaftliche Union Investment stützten vor der Versammlung den Kurs von Konzernchef Spohr gegen eine zu starke staatliche Lenkung.

An der Hauptversammlung könne man auf laufende, vertrauliche Verhandlungen über die Staatshilfe Deutschlands nicht eingehen, erklärte Spohr weiter.

Bisher ist einzig Schweizer Staatshilfe spruchreif

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Mit Swiss, Austrian und Brussels Airlines hat Lufthansa gleich drei ehemalige Staatsgesellschaften von Nachbarstaaten im Portfolio. Einzig die Schweiz hat bislang eine zum grössten Teil vom Staat besicherte Kreditlinie über umgerechnet 1.4 Milliarden Euro zugesagt. Diese wurden vom Parlament abgesegnet. Österreich und Belgien pochen für ihre Hilfen noch auf Standortgarantien.

Die Lufthansa kündigte zudem an der Hauptversammlung an, ab Juni den Flugbetrieb wieder langsam hochzufahren. Ab dann gebe es eine erste Phase der Erweiterung, mit einem spürbaren Ausbau der Flugverbindungen. Der Ausbau werde aber sehr langsam vorgenommen. Erst im Jahr 2023 sei ein «neues Gleichgewicht» in der Flugbranche zu erwarten.

SRF4 News, 05.05.2020, 11:00 Uhr;

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Klaus KREUTER  (SWISSKK)
    Na ja, bitte nicht vergessen dass die LH in 2019 viel, sehr viel Geld durch unsinnige Streiks verloren hat. Das Geld fehlt natürlich in der Kasse.
    ÜBRIGENS: die LH wartet ihre Flugzeuge noch immer mit der eigenen Lufthansa-Technik, die SWISS konnte selbständig agieren und wartet nun in Jordanien resp.Ljubljana.
  • Kommentar von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
    Von all den Neoliberalen, die jetzt entgegen ihrer sonstigen „Der-Staat-ist-der-Feind-Platte“ Hilfe vom Staat fordern, möchte ich in Zukunft folgendes nie mehr hören:
    - die Rechtfertigung hoher kaum versteuerter Gewinne und Kaderlöhne mit dem Argument Geschäftsrisiko
    - die Rechtfertigung tieferer Steuern und Deregulierung mit dem Argument Eigenverantwortung
    - die Rechtfertigung hoher Dividenden bei gleichzeitigen Entlassungen oder Auslagerungen mit dem Argument Investitionsrisiko
    - etc...
    1. Antwort von Jacopo Contin  (Spitfire)
      Herr Kleffel

      Ich gebe Ihnen 100% Recht.
      Leider ist es aber so, dass wir es bald wieder hören werden.
      Wir sind in den Händen des Raubtierkapitalismus (und somit beleidige ich gleichzeitig die tierischen Beutegreifer in der freien Wildbahn.....).

      Diese Herren der Welt beherrschen die Manipulation durch Lobbysmus in
      den "demokratisch" gewählten Parlamenten zu 100 Prozent.
    2. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Florian Kleffel: Es gibt keine "Neoliberalen", sondern Liberale oder Libertäre. Der Neoliberalismus ist Mitte der 70er Jahre die Antwort auf den überbordenden Sozialismus, der zu ineffizienten Staatsbetrieben und riesigen Staatsverschuldungen geführt hat. Inzwischen sind aber diese Ansätze in den meisten Ländern auch schon wieder überholt. In den USA sind die Liberalen linksorientierte Sozialisten, genau das Gegenteil zu den Libertären.
    3. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      Ein linguistisches Problem, Herr Leu. Was ich meine, ist die Entwicklung der auf Vordenker wie Milton Friedman zurückgehende Wirtschaftsideologie, welche die Unternehmen jeglicher gesellschaftlicher Verantwortung entbindet und allein der Maximierung des shareholder value verpflichtet. Der Staat wäre in diesem Modell eigentlich der Spielgestalter. Gekommen ist es anders: Die Firmen gestalten über Lobbyisten das Spielfeld gleich selbst.
    4. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Florian Kleffel: Wie geschrieben. Wir haben seit den 70er Jahren dazugelernt und ernstzunehmende Experten befürworten Ihr wirtschaftliches Schreckgespenst längst nicht mehr.
    5. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      Richtig, besonders die Verhaltensökonomen. (Empfehlenswert: Animal Spirits von Akerlof/Shiller)
      Mir scheint das nur noch nicht in den Köpfen der Politiker rechts der Mitte angekommen zu sein.
      Ps: Aufgrund der Anzahl Zeichen formulieren wir oft überspitzt und ohne die nötigen Relativierungen. Ich jedenfalls, Sie auch? Ich möchte Diskussionen anstossen. Mit Ihnen „streite“ ich mich übrigens am liebsten, weil Sie gute Argumente haben. Zum Beispiel haben Sie mich von der CO2-Abgabe überzeugt.
    6. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Florian Kleffel: Das mit der CO2-Abgabe freut mich.
  • Kommentar von Stefan Gisler  (Stefan Gisler)
    Etwas übertreiben darf manschon....heisst dass Lufthansa schon gegen 1 Milliarde verloren hat.
    Denke dass man die Airlines unterstützen soll...aber mit klaren Vorgaben und Regelungen. Die Lufthansa hat sich damals die ehemalige Swissair einverleibt die ebenfalls mit Bundesgeldern zur Crossair wurde, erc. Geld einschiessen ald Aktionär wäre besser und dann auch Mitspracherecht haben. Eine Bereinigung der Branche ist notwendig, etwas kleiner, Saläre und Boni des Mgmt.anpassen auch.