- Die weltweiten Militärausgaben haben 2025 laut dem Friedensforschungsinstitut Sipri einen neuen Höchststand erreicht und steigen damit im elften Jahr in Folge.
- Die USA bleiben mit Abstand das Land mit den höchsten Militärausgaben.
- Besonders stark legten die europäischen Staaten zu.
- Die Ukraine verwendet einen ausserordentlich hohen Anteil ihrer Wirtschaftsleistung für das Militär.
Inflationsbereinigt stiegen die weltweiten Militärausgaben 2025, angetrieben von zahlreichen Kriegen und Konflikten, im Vergleich zum Vorjahr um 2.9 Prozent. Alle Staaten zusammen gaben damit umgerechnet knapp 2.27 Billionen Franken aus. Zu den Ausgaben zählen die Forschenden von Sipri auch Aufwände für Personal, Militärhilfen sowie militärische Forschung und Entwicklung.
Der Anstieg fiel aber deutlich geringer aus, als noch 2024, was die Forscherinnen und Forscher auf einen Rückgang der US-Militärausgaben zurückführen. Der Hauptgrund dafür ist die ausgebliebene Hilfe für die Ukraine. Dafür investierten die USA aber vermehrt in ihre eigenen militärischen Fähigkeiten.
USA bleiben Spitzenreiter
Trotz des Rückgangs blieben die USA das Land mit den mit Abstand grössten Ausgaben für das Militär. Umgerechnet knapp 749 Milliarden Franken flossen 2025 in den Verteidigungssektor. In Zukunft dürfte die Zahl zudem wieder nach oben gehen, sagte Sipri-Experte Diego Lopes da Silva: «Die USA haben bereits Pläne zur Erhöhung ihrer Militärausgaben angekündigt.»
Dass die globalen Militärausgaben 2025 insgesamt erneut gestiegen sind, ist laut den Forschern vor allem auf die Aufrüstung in Europa zurückzuführen. Die Ausgaben der europäischen Staaten stiegen im vergangenen Jahr um 14 Prozent.
Russland und die Ukraine gaben im vierten Jahr des Krieges erneut mehr Geld für das Militär aus. In der Ukraine machten die Militärausgaben ganze 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus, was einem noch grösseren Anteil als 2024 entspricht. Mehr als 60 Prozent der Staatsausgaben steckte das Land Sipri zufolge in sein Militär.
Asien rüstet auf, Naher Osten stagniert
Auch in vielen asiatischen Ländern wie China, Japan, Taiwan, Indien und Pakistan machten die Militärausgaben angesichts zahlreicher Konflikte und Spannungen erneut einen Satz. Im Nahen Osten stiegen sie 2025 dagegen nur leicht an.
Der Iran nutzt auch nicht im Haushalt ausgewiesene Öleinnahmen zur Finanzierung seines Militärs.
Im Iran gingen die Militärausgaben aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage inflationsbereinigt zurück. Ohne Berücksichtigung der hohen Inflation stiegen sie nach Sipri-Angaben jedoch. «Allerdings unterschätzen die offiziellen Zahlen mit ziemlicher Sicherheit die tatsächlichen Ausgaben», so Sipri-Expertin Zubaida Karim. «Der Iran nutzt auch nicht im Haushalt ausgewiesene Öleinnahmen zur Finanzierung seines Militärs, einschliesslich der Produktion von Raketen und Drohnen.»
Trend dürfte sich fortsetzen
Auch 2026 dürfte sich der Trend steigender Militärausgaben fortsetzen, schätzt Sipri-Forscher da Silva. «Es gibt derzeit weltweit sehr, sehr viele Konflikte. Und es ist sehr schwer vorstellbar, dass sich die Lage innerhalb eines Jahres so weit verbessern wird, dass sich dieser Trend umkehrt.»