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Russland-Ermittlungen Trumps Ex-Wahlkampfchef Manafort hat gelogen

  • Bundesrichterin Amy Berman Jackson sieht es als erwiesen an, dass Manafort «absichtlich mehrere Falschaussagen» gemacht hat.
  • Die Falschaussagen hat er gegenüber dem FBI, dem Team von FBI-Sonderermittler Robert Mueller und vor der Jury gemacht.
  • Damit hat der 69-Jährige gegen eine Vereinbarung mit der Justiz verstossen, mit der ihm Strafminderung in Aussicht gestellt wurde.
Legende: Video Aus dem Archiv: Manafort will mit Sonderermittler kooperieren abspielen. Laufzeit 01:46 Minuten.
Aus Tagesschau vom 14.09.2018.

Das Gericht stellt fest, dass Trumps Ex-Wahlkampfchef Paul Manafort bei den Untersuchungen gelogen hat. In der Gerichtsentscheidung heisst es, der Sonderermittler sei nicht mehr an seine Verpflichtungen aus dieser Vereinbarung gebunden, in der sich Manafort im vergangenen September zu umfassenden und wahren Aussagen verpflichtet hatte. Das gelte auch für die Zusage, sich für eine mildere Strafe für Manafort einzusetzen. Manafort ist eine Schlüsselfigur in den Ermittlungen Muellers.

Im November war bekannt geworden, dass Muellers Team Manafort vorwirft, gelogen zu haben. Der Ex-Wahlkampfmanager wies die Anschuldigungen zurück. Mueller untersucht mögliche Geheimabsprachen des Trump-Lagers mit Vertretern Russlands im US-Wahlkampf 2016. Trump weist vehement zurück, dass es solche Geheimabsprachen gegeben haben könnte. Er bezeichnet die Ermittlungen regelmässig als «Hexenjagd».

Steuerhinterziehung und Bankbetrug

Manafort war im August in einem Prozess wegen Steuerhinterziehung und Bankbetrugs in acht der 18 Anklagepunkte schuldig gesprochen worden. Trump hatte Manafort danach seinen Respekt ausgesprochen und ihn einen «tapferen Mann» genannt.

Im September vereinbarte Manafort dann die Zusammenarbeit mit dem Mueller-Team. Trump hat aber nicht öffentlich mit Manafort gebrochen. Spekuliert wird, dass Manafort womöglich auf eine Begnadigung durch Trump hoffen könnte.

Trump in Bedrängnis

Die Russland-Ermittlungen bringen den republikanischen Präsidenten zunehmend in Bedrängnis. Bereits ein halbes Dutzend Personen aus seinem direkten Umfeld wurden in den Untersuchungen beschuldigt und zum Teil bereits verurteilt – darunter neben Manafort Trumps Ex-Anwalt und langjähriger Vertrauter Michael Cohen. Auch das Abgeordnetenhaus – das seit Januar von den Demokraten kontrolliert wird – hat kürzlich umfassende Untersuchungen angekündigt: Gegen Trump, seine Familie, sein Umfeld und seinen Konzern.

Manafort war im März 2016 zu Trumps Wahlkampflager gestossen. Im Juni 2016 machte Trump ihn zu seinem Wahlkampfmanager. Im selben Monat nahm Manafort an einem Treffen mit einer russischen Anwältin im Trump-Tower teil, um das sich viele Fragen ranken. Der älteste Sohn des heutigen Präsidenten, Donald Trump Jr., hatte der Begegnung mit der Anwältin zugestimmt, weil ihm kompromittierendes Material über Trumps Gegenkandidatin Hillary Clinton versprochen worden war.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Sahli (sahliu)
    Sonderermittler R. Mueller ist eben nicht ein Plauderi à la Trump. Der meldet sich dann erst, wenn er alles sattelfest beisammen hat. Mueller macht seine Arbeit gewissenhaft im stillen Kämmerlein. Wenn er sich dann meldet, könnte es happig werden. Mueller weiss sicher, was er machen muss. Warum wird das Trump-Lager langsam nervös? Also, nicht weiter auf Mueller herumhacken. Abwarten bis sein Bericht vorliegt. Dann sehen wir weiter.
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    1. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      Warum haben es dann Mueller und die Medien es nötig, mit Nebenschauplätzen Schlagzeilen zu machen, die nichts zur Klärung der Frage der russischen Einmischung beitragen?
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  • Kommentar von Maligan Jury (jury maligan)
    Die Hexenjagd hat noch keinen Erfolg gehabt. Also fröhlich weiter damit und US-Dollars an Ermittler rauswerfen, welche im Endeffekt null und nichts bringen. Aber für die Medien und die Demokraten braucht es anscheinend einfach Futter.
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    1. Antwort von Alex Volkart (Lex18)
      Keine Erfolge stimmt eindeutig nicht Herr Jury. Es wurden mehrere Personen aus Herr Trumps Umfeld verurteilt oder stehen kurz davor verurteilt zu werden. Bei Mehreren aus Herr Trumps Umfeld lässt sich nachweisen dass Sie Kontakt zu Russland hatten. Es sind also durchaus Erfolge auch wenn eine grosse Überraschung bisher ausblieb. Aber ich wäre nicht überrascht wenn Die noch kommt.
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    2. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      Doch, keine Erfolge bezüglich der Anschuldigung, Russland habe sich eingemischt und es gebe eine Verschwörung zwischen DT und Russland.
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  • Kommentar von M. Keller (mkel)
    Ein weiterer Inhaltsloser Artikel zum Thema. Manafort wird Steuerhinterziehung vorgeworfen, was hat das mit Trump und Russland zu tun? Inwiefern kommt Muller damit Trump näher?
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