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Schlag gegen Junta Terrorangriffe in Mali gegen Einrichtungen der Militärregierung

Am Samstagmittag haben mehrere bewaffnete Gruppen Einrichtungen der Militärregierung in Bakomo, der Hauptstadt von Mali, angegriffen. Auch im Landesinneren sei es zu Angriffen durch «unbekannte bewaffnete Terroristen» gekommen, heisst es in einer Stellungnahme des Armeegeneralstabs.

Seit Jahren leidet das westafrikanische Land Mali unter Dschihad-Milizen und bewaffneten Separatisten. Aber auch nachdem sich in Mali vor fünf Jahren eine Militärregierung an die Macht geputscht hat, blieb die Sicherheitslage schwierig.

Dschihadisten und Tuareg-Rebellen, die in Teilen Malis seit Jahren um Autonomie kämpfen, haben ihre Angriffe landesweit koordiniert, insbesondere um die Hauptstadt Bamako und den internationalen Flughafen. In sozialen Medien wurde auch von Angriffen in den Städten Gao, Mopti im Niger-Delta und Kati berichtet. Schon in der Nacht waren in Kati, dem Wohnsitz des Übergangspräsidenten und des Verteidigungsministers, Explosionen zu hören.

Al-Kaida-Dschihadisten und Tuareg-Rebellion gegen die Junta

Die Armee machte keine Angaben zu den Angreifern. Aber in einem Communiqué verkündete die Terrorgruppe JNIM, Jama'at Nusrat al-Islam wa-l-Muslimin («Gruppe zur Unterstützung des Islam und der Muslime»), einen «Sieg» gegen das Militärregime. Die seit 2017 bestehende Terrorgruppe JNIM bildet den schlagkräftigen westafrikanischen Zweig von Al-Kaida im Zentralsahel.

Die JNIM teilte weiter mit, dieser «Sieg ist das Ergebnis harter Arbeit», der Koordination mit ihren «Partnern» und «dank der aktiven Beteiligung unserer Brüder von der Front de libération de l'Azawad», der Tuareg-Rebellion FLA, zustande gekommen. «Gemeinsam bewirken wir eine echte Transformation im Dienste der Religion, des Landes und des Volkes», erklärte die JNIM und übernahm die Verantwortung für die Angriffe.

Strassenszene mit Motorrädern und einem Armeefahrzeug.
Legende: Die Angriffe richteten sich gezielt gegen militärische Einrichtungen in Städten in Mali. ap/srf

Am späten Nachmittag sprach das Militär davon, dass die Lage unter Kontrolle sei. Mehrere Terroristen seien «neutralisiert» und ihre Ausrüstung sei zerstört worden. Konkrete Angaben über Tote und Verletzte machte das Militär nicht.

Abgebrochene UNO-Blauhelmmission «Minusma»

Die Militärregierung wird unterstützt von russischen Söldnern, dem sogenannten Africa Corps, das aus der ehemaligen russischen Wagner-Truppen hervorging. Aufgrund der russischen Präsenz und des gewachsenen Widerstandes in der Bevölkerung haben sich französische Truppen vor vier Jahren aus Mali zurückgezogen. Die russischen Söldner versuchten seither, die Militärregierung zu stützen, sind aber nur bedingt erfolgreich. 

Nach Einschätzung von Jean-Hervé Jezequel, Direktor des Sahel-Projekts der International Crisis Group, stellen die aktuellen Angriffe eine «massive Eskalation» des Konflikts in Mali dar. Seit 2022 hätten sich die Angriffe der JNIM auf städtische Zentren in Burkina Faso, Mali und Niger mehr als verdreifacht. «Während sich die anfängliche Strategie der JNIM vor allem auf die Eroberung ländlicher Gebiete konzentrierte, zielt sie nun auch auf Grossstädte ab.»

Von 2013 bis 2023 hatte die UNO-Friedenstruppe «Minusma» in Mali den Auftrag, die Zivilbevölkerung zu schützen und das westafrikanische Land zu stabilisieren. Aber die letzten Blauhelmtruppen von «Minusma» haben das Land Ende 2023 verlassen.

Tagesschau, 25.4.2026, 19:30 Uhr ; 

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