Schweizer Regisseur als Helfer auf den Philippinen

Vor fünf Wochen raste der Taifun «Haiyan» über die Philippinen – es gab tausende Tote. Viele Opfer kamen aus der Stadt Tacloban. Diese ist die Heimat von Minerva Mondejar Steiner, der Ehefrau von Regisseur Michael Steiner. Er war auf den Philippinen, als «Haiyan» kam – und er blieb, um zu helfen.

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Filmemacher Michael Steiner im Katastrophengebiet der Philippinen

9:32 min, aus 10vor10 vom 18.12.2013
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Zur Person

Zur Person

Regisseur Michael Steiner (1969) feierte seine grössten Erfolge mit «Mein Name ist Eugen» (2006), «Grounding – Die letzten Tage der Swissair» (2006) und «Sennentuntschi» (2010). Steiner ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Er lebt in Zürich. Spenden für sein Philippinen-Projekt nimmt Michael Steiner unter www.mondejar.edu entgegen.

Seit Mitte Oktober ist der Schweizer Regisseur Michael Steiner mit seiner Familie auf den Philippinen. Eigentlich arbeitete er an zwei Drehbüchern, als Taifun «Haiyan» über die Heimatstadt seiner Ehefrau Minerva hinwegfegte. «Haiyan» verwüstete auch die Schule der Schwiegereltern des Regisseurs.

«Es sah aus wie in einem Endzeitfilm»

Seit der Katastrophe habe die Familie kaum geschlafen, erzählt der Regisseur in einer Reportage der Sendung «10vor10». Erst aus Sorge um die Verwandten, dann um eine Logistik aufzubauen und zu handeln. Zusammen mit einem Freund konnte Steiner neue Computer für die Schule organisieren – die alten waren zerstört worden.

Als die ersten Zivilflugzeuge wieder nach Tacloban flogen, brach Steiner mit seiner Familie dorthin auf. Der Regisseur war bei seiner Ankunft entsetzt: «Es sah aus wie in einem Endzeitfilm. Der stärkste Sturm aller Zeiten hatte die Stadt mit einer Wucht getroffen, die sprachlos macht.» Trümmer und Leichengeruch hätten Tacloban erfüllt, erzählt Michael Steiner.

Regierung ist überfordert

Einen Glücksmoment gab es beim Erreichen des Schulgeländes von Minervas Eltern: Sie hatten überlebt. Doch auch fünf Wochen nach der Katastrophe bleibt die Situation prekär; in vielen Quartieren wurden bis zu 90 Prozent der Häuser zerstört oder stark beschädigt.

Zehntausende Obdachlose leben in einer Stadt, die immer noch ohne fliessendes Wasser und Strom auskommen muss. Inzwischen hat die UNO Zeltstädte errichtet und die Strassen sind wieder befahrbar. Der Schutt hingegen türmt sich immer noch meterhoch und wird grösstenteils von der Bevölkerung in mühsamer Handarbeit abgetragen.

Die Regierung der Philippinen ist dem Chaos nicht gewachsen. Michael Steiner hat selbst einen Spendenaufruf gestartet und bereits 80‘000 Franken gesammelt für den Wiederaufbau der Schule seiner Schwiegereltern.