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Schwere Atemwegserkrankung Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff ausgebrochen – drei Tote

  • Auf einem kleinen Kreuzfahrtschiff im Atlantik sind drei Menschen mutmasslich an einer Infektion mit dem Hantavirus gestorben.
  • Weitere drei Personen seien infiziert, teilte die WHO auf X mit.
  • Die Gefahr für die breite Öffentlichkeit ist laut WHO jedoch gering.
  • Das Hantavirus kann zu schweren Atemwegserkrankungen führen.

Von drei weiter infizierten Fällen auf dem Schiff wurde bislang einer in einem Labor nachgewiesen. Die Person werde in Südafrika intensiv­medi­zinisch betreut, teilte die WHO in Genf auf der Plattform X mit. Die restlichen Infektionen gelten als Verdachtsfälle, die ebenfalls medizinische Notfallversorgung benötigen, gab der Betreiber Oceanwide Expeditions an.

Eine detaillierte epidemiologische Untersuchung sei im Gange. 

Das ist das Hantavirus:

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Das Hantavirus kommt weltweit vor und wird durch Kontakt mit Urin oder Kot infizierter Nagetiere wie Ratten und Mäuse übertragen. Selten wird es auch direkt von Mensch zu Mensch übertragen.

Es kann beim Menschen Fieber und schwere Atemwegserkrankungen auslösen. In schweren Fällen führt eine Infektion zum sogenannten Hantavirus-Lungensyndrom, einer potenziell tödlichen Lungenkrankheit.

Es gibt keine spezifische Behandlung oder Heilung für Hantavirus-Infektionen, doch eine frühzeitige medizinische Versorgung kann die Überlebenschancen erhöhen.

Laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) werden in Europa seit dem Jahr 2000 jährlich gegen 3000 Fälle registriert, wobei die Schweiz kaum betroffen ist.

Die WHO koordiniert mit den Behörden und den Betreibern des Kreuz­fahrt­schiffes die Evakuierung von zwei Passagieren mit Symptomen. Auch andere Passagiere an Bord würden betreut.

Der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Henri Kluge, gab jedoch gewisse Entwarnung: «Das Risiko für die breite Öffentlichkeit ist weiterhin gering.» Reisebeschränkungen seien nicht erforderlich.

Laut einem Bericht der BBC handelt es sich um das Schiff «Hondius». Laut dem Fahrplan des Schiffes war es von Ushuaia im Süden Argentiniens aufgebrochen. Nach Angaben verschiedener Ortungs-Websites befand sich das Schiff zuletzt vor seinem Zielhafen auf Kap Verde.

Gesundheitsministerium: 149 Personen an Bord

Das erste mutmassliche Opfer war ein 70-jähriger Mann, der am 11. April auf dem Schiff starb und dessen Leichnam im britischen Territorium St. Helena im Südatlantik geborgen wurde, teilte das süd­afri­kanische Gesund­heits­ministerium in einer Erklärung mit. Die 69-jährige Ehefrau des Mannes sei am Flughafen in Johannesburg zusammen­ge­brochen, als sie versuchte, einen Flug in ihr Heimat­land Niederlande zu nehmen. Sie starb in einem nahe­gele­genen Spital.

Am Samstag starb ein dritter Passagier an Bord; bei ihm handelt es sich um einen deutschen Staatsbürger. Die Leiche befindet sich nach Angaben des Kreuz­fahrt­ver­anstalters noch immer auf dem Schiff.

An Bord des Schiffes befinden sich 88 Passagiere und 61 Be­satzungs­mit­glieder aus 23 Ländern, wie der niederländische Betreiber Oceanwide Expeditions mitteilte. Die Personen dürfen das Schiff vorerst nicht verlassen.

SRF 4 News, 03.05.2026, 23:00 Uhr ; 

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