Zum Inhalt springen

International Seit wann weiss Obama von Merkel-Bespitzelung?

Dass der US-Geheimdienst NSA die deutsche Kanzlerin Angela Merkel bespitzelt hat, haben US-Regierungsvertreter eingeräumt. Doch seit wann wusste US-Präsident Barack Obama von den Abhöraktionen? Darüber kursieren verschiedene Versionen. Nun heisst es: Obama wusste erst seit wenigen Wochen Bescheid.

Legende: Video «Obama wusste nichts. Stimmen dazu beidseits des Atlantiks» abspielen. Laufzeit 1:07 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 28.10.2013.

US-Regierungsvertreter haben einem Medienbericht zufolge eingeräumt, dass die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel bis in den Sommer hinein vom US-Geheimdienst NSA bespitzelt wurde. Die Meldungen darüber, inwieweit US-Präsident Barack Obama von den Abhöraktionen wusste, waren in den letzten Tagen widersprüchlich. Regierungsvertreter scheinen bemüht, Obama aus der Schusslinie zu nehmen.

Obama liess Bespitzelungen stoppen

Obama habe von den Bespitzelungen erst nach einer internen Untersuchung der US-Regierung erfahren, zitierte das «Wall Street Journal» (WSJ) namentlich nicht genannte Regierungsvertreter.

Die im Sommer gestartete Prüfung der Regierung habe ergeben, dass die NSA rund 35 internationale Spitzenpolitiker überwache. Das Weisse Haus habe daraufhin einige Abhöraktionen gestoppt, darunter die gegen Merkel, gab das WSJ einen hochrangigen Regierungsvertreter wieder.

NSA handelt eigenmächtig

Die Untersuchung legt laut WSJ nahe, dass Obama annähernd fünf Jahre lang nichts von den Bespitzelungen der Politiker wusste. Die Regierungsvertreter sagten der Zeitung, bei der NSA liefen so viele Lauschangriffe parallel, dass es kaum praktikabel wäre, Obama über alle zu informieren. Sie fügten hinzu, der Präsident bestimme zwar die Leitlinien der Informationsbeschaffung. Spezifische Ziele würden aber von nachgeordneten Stellen wie der NSA bestimmt.

In einer Reaktion auf den WSJ-Bericht bestätigte das Weisse Haus interne Untersuchungen über geheimdienstliche Abhörpraktiken in verbündeten Ländern, ging allerdings nicht auf Einzelheiten ein.

Widersprüchliche Medienberichte

Zuvor berichtete die «Bild am Sonntag» unter Berufung auf US-Geheimdienstkreise, der US-Präsident habe seit 2010 von dem Lauschangriff gegen die Kanzlerin gewusst. NSA-Chef Keith Alexander habe ihn persönlich darüber informiert. Eine NSA-Sprecherin hingegen dementierte: Alexander habe weder 2010 mit Obama über die angebliche Geheimdienst-Operation gesprochen, «noch hat er jemals angebliche Operationen, die Bundeskanzlerin Merkel betreffen, erörtert».

Andere Medienberichte vermeldeten, Obama habe Merkel versichert, nichts von den Spionage-Aktionen gewusst zu haben. Andernfalls hätte er eine mögliche Abhöraktion sofort gestoppt, meldete etwa der «Spiegel».

14 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Stephan Beck, Bassins
    was ist eigentlich das Problem hier: wir alle wissen, es gibt Geheimdienste. Und dies nicht erst seit gestern. Und was denkt Ihr alle, was die den ganzen langen Tag so tun? Ich kann es Ihnen sagen; sie tun ihren Job, sonst würde es ja auch nicht Geheimdienst heissen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Frauke Schwieling, Schwammendingen
    Es kann gut sein dass Obama nichts davon wusste. Er hat ja mal gesagt (sinngemäss), dass er bei den Nachrichten, die er in der Zeitung über die NSA liest, die NSA fragen gehen muss, ob die Nachrit stimmt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marcel Chauvet, Weißenstadt
    Dem Zyniker Obama samt seiner Regierung glaubt man doch kein Wort mehr. Die bankrotte USA als Geißel Gottes: US-Botschaften als Spionagenester, ausspähen, hintergehen, lügen,foltern, Länder mit Krieg überziehen, in souveränen Ländern gegen missliebige Politiker putschen lassen. Es läuft einem eiskalt über den Buckel. Putin ist dagegen doch ein Waisenknabe. D sollte Souveränität zurückgewinnen indem es, wie unter Gerhard Schröder, mit Russland mehr zusammenarbeitet. Da guckt mehr raus.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen