Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Video Raketen-Angriff auf Israel abspielen. Laufzeit 01:43 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.03.2019.
Inhalt

Sieben Menschen verletzt Rakete schlägt nahe Tel Aviv ein – Israel verlegt Truppen

  • Nördlich von Tel Aviv ist am Morgen nach israelischen Angaben eine Rakete eingeschlagen. Sieben Menschen seien verletzt worden, teilten Polizei und Rettungskräfte mit.
  • Laut Militärs wurde ein Geschoss aus dem von Palästinensern kontrollierten Gazastreifen abgefeuert. Von palästinensischer Seite lag zunächst keine Stellungnahme vor.
  • Israel hat die Hamas für den Angriff verantwortlich gemacht und bereits Vergeltungsschläge angekündigt.

Im betroffenen Gebiet nördlich von Tel Aviv sei zuvor ein Raketenalarm ausgelöst worden, berichtete die linksliberale Zeitung «Haaretz». Einwohner berichteten laut der Zeitung von Explosionen.

Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom waren unter den Verletzten auch drei Kinder – ein Baby, ein dreijähriges Kleinkind und eine Zwölfjährige. Eine 60-jährige und eine 30-jährige Frau seien unter anderem durch Raketensplitter verletzt worden. Zudem würden einige Menschen wegen Schocks behandelt.

Israel kündigt Vergeltungsschlag an

Als Reaktion auf den eher ungewöhnlichen Raketenbeschuss auf dicht besiedeltes Gebiet Israels vom Gazastreifen wird mit einem israelischen Gegenschlag gerechnet. «Die Hamas hat diese Rakete abgefeuert», sagte eine israelische Armeesprecherin. «Wir sehen die Hamas als verantwortlich für alles, was im Gazastreifen passiert.» Berichte, denen zufolge das Geschoss möglicherweise versehentlich abgefeuert wurde, wollte sie nicht kommentieren.

Netanjahu verkürzt US-Besuch

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Nach dem Angriff will Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu seine US-Reise verkürzen. «Angesichts der sicherheitspolitischen Vorfälle habe ich beschlossen, meinen Besuch in den USA zu verkürzen», sagte er. Er wolle direkt nach einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump zurückreisen, «um unsere Aktionen aus der Nähe zu leiten».

Das Treffen zwischen Trump und Netanjahu steht unter besonderer Beobachtung, weil Trump in der vergangenen Woche angekündigt hatte, die Golanhöhen als israelisches Staatsgebiet anzuerkennen. Nach Angaben von Israels Aussenminister Israel Katz will Trump dazu ein Dekret unterschreiben.

Netanjahu sagte vor seiner Abreise, er wolle mit Trump auch über Syrien und zusätzliche Sanktionen gegen Israels Erzfeind Iran sprechen. Trumps Nahostpolitik erhält bei der rechtskonservativen Regierung in Israel viel Beifall.

Auf die Frage, warum die israelische Raketenabwehr Iron Dome (Eisenkuppel) die Rakete nicht abgefangen hat, sagte die Sprecherin: «Iron Dome beschützt nur die Gebiete, in denen es aufgestellt ist.»

Sie kündigte an, man wolle nun zwei Brigaden entsenden, Infanterie und Panzer. Ausserdem solle eine begrenzte Anzahl von Reservisten in verschiedenen Einheiten für spezifische Aufgaben einberufen werden. Israel ordnete zudem die Schliessung der Grenzübergänge in den Gazastreifen und die Einschränkung der Fischereizone vor der Küste an.

Militante Palästinenser feuern häufig Raketen auf das Grenzgebiet um den Gazastreifen ab. Es ist jedoch ungewöhnlich, dass ein Geschoss so weit entfernt von dem Küstenstreifen einschlägt.

Angespannte Lage vor den Wahlen

Politiker des rechten Lagers und der Opposition kritisierten nach dem erneuten Angriff, Netanjahu gehe nicht hart genug gegen die Hamas vor. Israels Energieminister Juval Steinitz, Mitglied von Netanjahus Sicherheitskabinett, sagte der Nachrichtenseite «ynet»: «Es kann sein, dass die Hamas die Rakete absichtlich geschossen hat, um Regierungschef Netanjahu vor den Wahlen blosszustellen.»
Die Partei «Die Neue Rechte» warf Netanjahu nach dem Raketenangriff eine Beschwichtigungspolitik im Gaza-Konflikt vor: «Man muss ehrlich sagen: Netanjahu ist gegenüber der Hamas gescheitert.»

Der Vorfall zeigt, dass die Lage im Vorfeld der israelischen Parlamentswahl am 9. April angespannt ist. Am 14. März hatte es den ersten palästinensischen Raketenangriff auf die Küstenmetropole Tel Aviv seit dem Gaza-Krieg 2014 gegeben. Daraufhin hatte Israels Luftwaffe rund 100 Ziele in dem Palästinensergebiet am Mittelmeer bombardiert.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Den friedliebenden Palästinensern geht es wie so vielen auf dieser Erde , die Chaoten, Schurken , Arbeitsscheue und Kriegstreiber, halten sich immer im erpressten Schatten der Wehrlosen auf , von dort betreiben sie ungestraft ihre Verbrechen. Die Israeli sind gezwungen , mit aller Härte gegen diese Schurken sich zu schützen und wenn es auch mit der Besetzung der Golanhöhen verbunden ist . Wer mir das Leben abspricht auf der anderen Seite , der verwirkt auch sein Leben
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    Gaza hat etwa die Fläche des Kanton Solothurn, aber mit gut 1,7 Millionen Einwohner mit sehr tiefem Durchschnittsalter. Ganz egal wer angefangen hat (es war Israel mit der illegalen Besetzung palästinensischen Landes), die Strategie jetzt wieder mit Panzern dort einzufahren, kann langfristig gar nicht funktionieren. Sollen die Palästinenser denn einfach apathisch vor sich hin siechen? Was ist die langfristige Strategie, den jetzt neu geborenen Kindern im Gaza eine Perspektive zu geben?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von S. Buso (Misotheist)
    Einfach nur heuchlerisch, wer sich darüber wundert..!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen