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Soziale Auswirkungen Zahl ungewollter Schwangerschaften ist in der Pandemie gestiegen

In der Corona-Pandemie ist es weltweit schätzungsweise zu 1.4 Millionen ungewollten Schwangerschaften gekommen.

Weltweit ist es im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zu 1.4 Millionen ungewollten Schwangerschaften gekommen. Nach Schätzungen der UNO haben wegen der Pandemie rund zwölf Millionen Frauen Schwierigkeiten beim Zugang zu Verhütungsmitteln.

Vor allem für Frauen in ärmeren Ländern habe dies schwerwiegende Folgen, schreibt der UNO-Bevölkerungsfonds (UNFPA) in einem Bericht. Nach deren Berechnungen hat die Pandemie in 115 Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen die Versorgung der Bevölkerung mit Mitteln für die Familienplanung beeinträchtigt oder verunmöglicht.

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Aus dem Archiv: Corona-Krise – mehr Anfragen zur Schwangerschaft
Aus Tagesschau vom 11.08.2020.
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Gründe dafür seien etwa Reisebeschränkungen und Lockdowns, der Unterbruch von Lieferketten, der Mangel an Arzneimitteln sowie die Überlastung von Gesundheitseinrichtungen. Gerade für das Leben von Frauen in ärmeren Ländern habe dies schwerwiegende und «lebensverändernde» Folgen, schreibt die UNFPA.

Auswirkungen der Pandemie auf Familienplanung

Für den Bericht hat der UNO-Bevölkerungsfonds (UNFPA) die Daten von verschiedenen Studien und Umfragen hochgerechnet:

  • In einer Umfrage der UNFPA in 70 Ländern berichteten 30, dass Familienplanungseinrichtungen im Vergleich zum Niveau vor der Pandemie nicht durchgehend betrieben werden konnten.
  • Eine andere Umfrage des UNO-Kinderhilfswerks Unicef Ende August 2020 ergab, dass in rund der Hälfte von 84 befragten Ländern die Zahl der Einrichtungen für Familienplanung um die Hälfte oder weniger zurückgegangen sind.
  • Eine weitere Umfrage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ergab, dass in knapp 60 Prozent der befragten 103 Länder «teilweise» Unterbrechungen und neun Prozent «schwerwiegende» Unterbrechungen bei Einrichtungen für Familienplanung und den Mitteln für eine Empfängnisverhütung erfolgt sind.

Szenario: sieben Millionen Schwangerschaften

Die Situation für viele Frauen und Familien hätte aber noch weitaus gravierender sein können. Die Hochrechnungen des UNFPA zeigen, dass sich die Unterbrechungen der Familienplanungsdienste vor allem auf die Monate April und Mai 2020 konzentrierten, mit einer durchschnittlichen Unterbrechungsdauer von 3.6 Monaten.

Frühere Schätzungen zeigten, dass Unterbrechungen bei der Familienplanung, die bis zu sechs Monate andauern, 47 Millionen Frauen betreffen könnte, vor allem Frauen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Solche länger dauernde Situation hätte hochgerechnet sogar zu sieben Millionen ungewollten Schwangerschaften führen können.

Der UNO-Bevölkerungsfonds betont in seinem Bericht darum die Wichtigkeit von kreativen Massnahmen. Dazu gehört etwa der Einsatz einer App für die Auslieferung von Verhütungsmitteln oder die Organisation von Familienplanungsberatung in Quarantänezentren, um die Versorgung aufrechtzuerhalten.

SRF 4 News, 12.03.2021, 14:00 Uhr;

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Katica Öri  (Katiöri)
    Leider ist die Glaube auch entscheidend wieso nicht verhütet wird. Die Kosten für die Verhütungsmittel ist für Frauen mit niedriger Einkommen nicht zu bezahlen und viele Männer lehnen den Kondom ab. Dieser Problem wird immer eine sehr grosses Dilemma bleiben so lange die Verhütung bei den Frauen liegt und viele Frauen sind Weltweit auch noch unterdrückt und werden oft auch vom Ehemann vergewaltigt , denn nicht alle Länder betraffen der Ehemann.
  • Kommentar von Margot Helmers  (Margot Helmers)
    Da habe ich starke Zweifel, ob die Anzahl nicht zu niedrig ist. Weltweit werden jedes Jahr 57 Millionen Schwangerschaftsabbrüche durch­geführt, fast die Hälfte davon unter unsicheren medizinischen Bedingungen. Dies geht aus einer Untersuchung der WHO hervor, die anlässlich des „International Safe Abortion Day“ im Lancet (2017; doi: 10.1016/S0140-6736(17)31794-4) veröffentlicht wurde. Das muss man sich mal vorstellen, das vor allem, weil es keinen ausreichenden Zugang zu Verhütunsmitteln gibt.
    1. Antwort von Mark R. Koller  (Mareko)
      An M. Helmers: Ihrem letzten Satz wage ich mich ein wenig zu widersprechen, wobei ich die Situation zu diesem Thema nicht weltweit kenne. Die WHO, zusammen mit anderen UNO-Unterorganisationen, unternehmen seit Jahrzehnten einiges, um in ärmeren Ländern hauptsächlich den Frauen, den Zugang zu kostenfreien Verhütungsmitteln zu ermöglichen. Woran es oft fehlt ist Aufklärung, Akzeptanz und an der Familienplanung. In unserem Südsee-Inselstaat ist Abtreibung kein Thema, das Kind wird immer angenommen.