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Schwangere sollen als Risikogruppe eingestuft werden
Aus Tagesschau vom 16.07.2020.
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Studien regen Neubewertung an Schwangere könnten bald auf Corona-Risikoliste landen

Bisher gehören Schwangere ohne relevante Vorerkrankung nicht zur Risikogruppe für das Coronavirus. Doch neue Studien werfen ein anderes Licht auf die Thematik. Es gibt immer mehr Hinweise, dass schwangere Frauen gefährdeter sind als andere Gleichaltrige.

In der Liste der gefährdeten Personen für eine Covid-19-Erkrankung mit schlimmem Verlauf tauchen Schwangere nicht auf. Bisher wurde weder von Ärztinnen und Ärzten noch von Hebammen besondere Verhaltensmassnahmen empfohlen, wie uns Marianne Bauer, leitende Hebamme des Kantonsspital Baden im Aargau, erzählt.

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Aus dem Archiv: Wer genau zählt zu den Risikogruppen?
Aus 10vor10 vom 23.04.2020.
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Es galten für sie die gleichen Hygiene- und Abstandsmassnahmen. «Die schwangeren Frauen wurden bisher als normal eingeschätzt. Kein grösseres Risiko, ausser natürlich sie haben Vorerkrankungen.»

Bis Ende Juli will BAG entscheiden

Doch hinter den Kulissen kommt das Thema in den nächsten Tagen auf das Tapet, wie das Bundesamt für Gesundheit heute gegenüber SRF bestätigt. Bis Ende Juli soll die Frage, ob Schwangere zur Covid-19-Risikogruppe gehören sollen, neu evaluiert werden.

Jüngste Studien zeigen klar, dass wenn sich Schwangere mit dem Virus anstecken, sie schwere Krankheitsverläufe haben könnten.
Autor: Daniel SurbekSchweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe

Eine wachsende Zahl an ExpertInnen kommen nun zu dem Schluss, dass es nach neuster Studienlage genügend alarmierende Zeichen gibt, um Schwangere zur Risikogruppe zu zählen. Unter anderem Daniel Surbek von der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG).

In den Empfehlungen der SGGG heisst es aktuell noch: Bisher gibt es keine Anzeichen für ein erhöhtes Infektionsrisiko oder einen schwereren Krankheitsverlauf bei schwangeren Frauen.

Mehr Fehlgeburten wegen Corona?

Surbek erklärt gegenüber SRF, dass die Empfehlungen des SGGG noch bis Ende nächster Woche verändert werden. «Der Grund ist, dass die jüngsten Studien klar zeigen, dass wenn sich Schwangere mit dem Virus anstecken, sie schwere Krankheitsverläufe haben können. Zudem kommt hinzu, dass sie häufiger Frühgeburten haben. Und dass das ungeborene Kind bereits vor der Geburt nachweislich mit dem Virus angesteckt werden kann.»

Zwar kommen solche Komplikationen sehr selten vor. Trotzdem verlangt das SGGG, dass Schwangere in die Risikogruppe aufgenommen werden. Auf Anfrage des SRF teilt das BAG mit, dass der Entscheid bis Ende Juli gefällt werde.

Schwangere Frau.
Legende: Gehören schwangere Frauen nun doch zur Corona-Risikogruppe? imago images

Sollten sie zur Risikogruppe dazugezählt werden, dann ändern sich auch die Empfehlungen, wie Chefarzt Leonhard Schäffer des Kantonsspitals Baden (AG) erklärt. «Das bedeutet, dass sie sich vielleicht noch minutiöser an die Hygiene- und Abstandsregeln halten sollten, insbesondere in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft. Dass sie auch in Erwägung ziehen sollten, Homeoffice zu machen.»

Ob sie nun offiziell zur Risikogruppe gehören oder nicht: Generell sollten Schwangere besonders aufpassen, sich selbst und dem Kind zum Wohl. Viele Mütter warten natürlich nicht darauf, als Risikogruppe eingestuft zu werden, sondern sind laut Schäffer bereits jetzt sehr vorsichtig und somit auch einem geringeren Risiko ausgesetzt.

Tagesschau, 16.7.2020, 19:30 Uhr

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Ich finde es gut, dass dieser Artikel über die Gefahren aufklärt. Ich merke, dass Schwangere sich hierzulande sehr viele Freiheiten erlauben, was in anderen Kulturen nicht so selbstverständlich ist. Wenn durch das eigene Verhalten, ja, durch gewisse Einschränkungen, das Baby geschützt werden kann, dann soll die Schwangere das so praktizieren. Nach diesem Artikel kann sie sich überlegen, ob sie diese Monate bewusster gestaltet und mögliche C-Infektionssituationen meidet.
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    1. Antwort von Esther Jordi  (EstherJ.)
      Frau Fitzi, wenn es diesen Artikel braucht, damit sich eine Schwangere überlegt, ob sie mögliche Infektionssituationen meidet, dann muss ich mir eine ganze Menge Fragen über das Verantwortungsbewusstsein dieser schwangeren Frauen gegenüber sich selbst und ihrem Baby stellen.
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    2. Antwort von Manuela Fitzi  (Mano)
      Ja, Frau Jordi, denn in anderen Situationen verhalten sich Schwangere oft so, als ob sie gar nicht schwanger wären. Rauchen, Alk trinken, Ausgang an schlecht belüfteten Orten, noch diese 15km Bergwanderung, unbedingt Sushi essen (Rohkost) usw. usw. Deswegen ist schwer davon auszugehen, dass so manche die C-Situation unterschätzen, insb. dann, wenn sie denken, das Baby sei nicht gefährdet.
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  • Kommentar von Darius Albrecht  (D. Albrecht)
    Ich verstehe den Sinn von solchen Artikeln nicht. Wollen sie die Menschen wirklich nur informieren? Es herrscht laut dem Bericht noch viel Unklarheit. Sie hätten wenigstens bis zum Ende der Evaluation warten können. Jetzt werden sich sicherlich viele Schwangere grosse Sorgen machen, was auch nicht gut für Mutter und Kind ist und das auf Grund von wagen Hinweisen und sehr seltenen Fällen. Schämen Sie sich.
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  • Kommentar von René Balli  (René Balli)
    "Schwangere" ist eine unglaubliche Verallgemeinerung, jede Frau ist, wie jeder Mann, anders! Logisch hat es demzufolge unter den "Schwangeren" auch Risikofälle, aber deswegen sollte man jetzt nicht schon wieder Angst schüren.
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    1. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Man schürt keine Angst, sondern informiert über neue Erkenntnisse. Man könnte meinen wir Menschen seien kleine sensible Wesen und man darf uns bloss nichts sagen, was nicht kuschelig weich ist.
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