Zum Inhalt springen

Header

Audio
Marokko spionierte auch in Frankreich
Aus HeuteMorgen vom 20.07.2021.
abspielen. Laufzeit 01:46 Minuten.
Inhalt

Spionage-Affäre «Pegasus» schlägt in Frankreich hohe Wellen

Der marokkanische Geheimdienst hat nicht nur im eigenen Land, sondern auch in Frankreich Journalisten ausspioniert.

Im Zentrum der «Pegasus»-Affäre steht unter anderen Marokko. Der Geheimdienst des Königreichs im Nordwesten Afrikas soll auch ausländische Journalisten ausspioniert haben. Vor allem solche aus Frankreich, wo die Abhör-Affäre entsprechend hohe Wellen schlägt.

Strafanzeige eingereicht

Im Visier der Spione aus Rabat waren offenbar Journalisten der Online-Plattform «Mediapart», des auf Enthüllungen spezialisierten Satireblatts «Canard Enchainé» sowie der Tageszeitung «Le Monde».

Frankreichs Regierung habe vom Spionagefall erst aus den Medien erfahren, sagte Regierungssprecher Gabriel Attal am Fernsehen. Die Medienfreiheit sei ihr wichtig, darum nehme die Regierung den Vorfall ernst.

«Pegasus Marokko» dürfte in Frankreich nicht nur die Diplomatie beschäftigen, sondern auch die Justiz. Die Onlineplattform «Mediapart» hat Strafanzeige bei der Oberstaatsanwaltschaft in Paris eingereicht. In einem Fall geht es um einen Journalisten, der in Marokko über sexuelle Gewalt recherchiert hatte. Darauf hatte ihn Marokkos Geheimdienst über ein Jahr lang ausspioniert.

Schon vor Jahren eingesetzt

Das andere Telefon gehört dem Direktor von «Mediapart». Er war an einer Diskussionsveranstaltung in Marokko aufgetreten und hatte sich dort mit der Widerstandsbewegung im sogenannte Rif solidarisiert. Dieser Aufstand im Norden Marokkos ist seit Jahren eines der sensibelsten politischen Themen im Königreich. Die Regierung bestreitet, dass es ein sozial motivierter Konflikt sei und spricht von Sezession.

In Zusammenhang mit dem Aufstand im Rif hat Marokkos Geheimdienst das Spionagewerkzeug «Pegasus» schon vor Jahren eingesetzt, um marokkanische Journalisten auszuspionieren. Ein Beispiel ist der Recherchejournalist Omar Radi. Er hatte sich auf sozialen Medien mit der Bewegung im Rif solidarisiert und war dafür zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden.

SRF 4 News, Heute Morgen, 20.07.21, 06:00 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

13 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Monika Mitulla  (momi)
    @René Baron. Zu Ihrer Frage "Aber was GENAU hat das mit Pegasus zu tun?": Ich habe versucht den Zusammenhang zwischen Israel und Marokko aufzuzeigen, denn Marokko wäre gar nicht in der Lage, solche Spionagesoftware zu entwickeln. Weil Trump die Westsahara als Teil von Marokko anerkannt hat (2020, als die Welt mit Corona beschäftigt war), anerkannte Marokko im Gegenzug dazu Israel an - eine Hand wäscht eben die andere.
  • Kommentar von Maciek Luczynski  (Steine)
    In einem andern (SRF) Bericht heisst es, dass auch Ungarn "seine" Journalisten mit «Pegasus» ausspioniert.
    Ich frage mich, inwiefern das ausspionieren von Journalisten etwas neues wäre?
    Und warum es wichtig ist, dass die eingesetzte Lösung «Pegasus» heisst und von israelischen Firma NSO stammt.
    Wie heisst die Lösung, die von der NSA zum Abhören deutscher Politiker eingesetzt worden ist? Mit welcher Software werden Börsenmakler abgehört? Nutzt Polen auch «Pegasus» ? ....
  • Kommentar von Jeanôt Cohen  (Jeanot)
    Ich fühle mich mehr als bestätigt, das dem gerden über Datenschutz, Google, Facebook und so, viele gereden ist von die Leute, von wo man sich richtig im acht muss nehmen, nämlich die Regierungen, Beamten und Politiker.