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Hier wird die Kapitänin auf Lampedusa verhaftet
Aus SRF News vom 29.06.2019.
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SRF-User pro Rackete «Diese Kapitänin ist eine Heldin»

Hat sich die 31-jährige «Sea-Watch»-Kapitänin richtig verhalten oder illegal gehandelt?

Die aktuellen Ereignisse auf Lampedusa beschäftigen sehr viele SRF-User. Das Rettungsschiff «Sea-Watch 3» hatte in der Nacht auf Samstag unerlaubt im Hafen der italienischen Insel angelegt. Daraufhin wurde die Kapitänin Carola Rackete festgenommen, das Schiff beschlagnahmt. Die 40 Migranten sind nun in einem Flüchtlingslager.

Unsere nicht repräsentative Umfrage mit 3670 Teilnehmenden zeigt, dass die Mehrheit aller User Verständnis für Racketes Entscheid zeigt. 63 Prozent der Umfrageteilnehmer sind der Ansicht, dass die Kapitänin zu Unrecht festgenommen wurde.

37 Prozent der teilnehmenden User meinen dagegen, die 31-Jährige habe Beihilfe zur illegalen Einwanderung geleistet – unter anderem wegen dieses Vorwurfs ermittelt die italienische Staatsanwaltschaft gegen sie.

«Wir helfen so niemandem»

In unseren Kommentarspalten sind zahlreiche kontroverse Einträge zu den Geschehnissen rund um die «Sea-Watch 3» eingegangen. Während viele User die Aktion der Kapitänin gutheissen, fürchten andere Kommentatoren, dass Rettungsaktionen wie diese die Migration in Richtung Europa verschärfen.

«Wir helfen so niemandem und setzen falsche Zeichen und falsche Hoffnungen», schreibt etwa SRF-Userin Katharina Wiedmer. Das Flüchtlingsproblem müsse in den Herkunftsländern angegangen werden, so Wiedmer weiter.

Wer mehr als zwei Wochen mit 40 Gästen an Bord planlos im Mittelmeer herumgondelt, handelt nicht nur grob fahrlässig, das ist bereits kriminell.
Autor: Werner ChristmannSRF-User

Andere User werfen der Kapitänin Fahrlässigkeit vor: «Wer mehr als zwei Wochen mit 40 Gästen an Bord planlos im Mittelmeer herumgondelt, handelt nicht nur grob fahrlässig, das ist bereits kriminell», schreibt Werner Christmann.

Userin Andrea Esslinger sieht das ganz anders: «Diese Kapitänin ist eine Heldin, heute oder erst für die nächste Generation. Aber eine Heldin ist sie, denn sie hat das Richtige getan.»

Respekt vor der Courage der Frau.
Autor: B NäfSRF-User

Kommentator B. Näf sieht in Racketes Verhaftung eine Art Stellvertreterkrieg: «Hier wird die Unfähigkeit der politischen Kaste auf den Schultern einer mutigen Kapitänin ausgetragen. Respekt vor der Courage der Frau.»

Wie weiter mit den gelandeten Flüchtlingen?

Ein weiterer heiss diskutierter Aspekt ist die Frage, wie mit den Flüchtlingen stattdessen hätte umgegangen werden beziehungsweise was jetzt mit ihnen geschehen soll. «Unter niederländischer Flagge vor der Küste Libyens abgeholt, bieten sich die Niederlande nicht an, Migranten aufzunehmen?», fragt etwa Beppie Hermann.

Andere schlagen vor, die Unterstützer des Rettungsschiffes sollten Patenschaften für Migranten übernehmen oder sie sollten nach Libyen zurückgeschickt werden. Lorenz Bertsche dagegen stellt die rhetorische Frage: «Was hättet Ihr User auf diesem Portal in ihrer Lage getan? Die Afrikaner ertrinken lassen, als man sie sah?»

Hat Salvini richtig gehandelt?

Ebenso umstritten ist das Verhalten des italienischen Innenministers Matteo Salvini. Einige User fordern Sanktionen gegen ihn und andere italienische Spitzenpolitiker und nennen Salvini «kriminell». Kommentator Ueli von Känel kritisiert: «Im Namen von Gesetzen sind schon oft menschenrechtswidrige Zustände gerechtfertigt und Grausamkeiten zugelassen worden.»

User Silvio Spescha dagegen lobt: «Machen wir uns nichts vor, wir haben es Salvini zu verdanken, dass die Migrationsströme Richtung Norden abgenommen haben.»

Salvini twitterte derweil am Samstag: «Die Gesetzlose verhaftet. Piratenschiff beschlagnahmt. (...) Flüchtlinge alle auf andere europäische Länder verteilt. Mission erfüllt.»

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Kapitänin von Sea-Watch3 festgenommen
Aus Tagesschau vom 29.06.2019.
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237 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    In der italienischen Zeitung „La Repubblica“ steht der Titel „L‘ Europa sta con Carola“! . Dem kann ich nur beipflichten. Ich bin in Gedanken ganz bei ihr, bei den Ihren und den Geflohenen. Wenn ich diesen Titel sehe und lese, wird mein Atem weit im Gegensatz dazu, wenn ich missbilligende Voten zu hören oder zu lesen bekomme. Die Menschlichkeit möge letztendlich siegen!
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  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Heldin ist vielleicht etwas übertrieben, aber natürlich, christlich ethisch hat sie nichts falsch gemacht. Es wäre eigentlich Sache der europäischen Länder, endlich zusammen zu stehen und wirksame Massnahmen gegen die Schlepperorganisationen zu unternehmen. Mit der Alimentation von ein paar korrupten Typen in Libyen und bestechlichen Regierungsstellen in den Herkunftsländern ist das nicht getan. Dazu fehlt offenbar der Wille - weshalb?
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  • Kommentar von Konrad Schläpfer  (Koni)
    In einer anderen Zeitung ist heute zu lesen, dass sich auf der wieder aktivierten Balkanroute 80'000 Migranten auf Westeuropa zu bewegen.
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    1. Antwort von A. Keller  (eyko)
      Zwar gilt die Balkanroute für Flüchtlinge und Migranten offiziell als geschlossen. Die Realität sieht anders aus. Nachdem Italien die Überfahrten über das Mittelmeer drastisch reduzierte, herrscht für Schlepper entlang der Balkanroute wieder Hochkonjunktur. Es gibt konkrete Zahlen, dass wieder mehr Flüchtlinge die Reise nach Europa wagen und dass insbesondere die Balkanroute wieder löchriger und populärer ist. Zwar gilt der Fluchtweg offiziell als geschlossen, die Realität sieht anders aus.
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