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Streik gegen Bahnreform Wieder massive Zugausfälle in Frankreich

  • Seit Donnerstagabend wird bei der französischen Staatsbahn wieder gestreikt.
  • In ganz Frankreich muss man sich in den nächsten zwei Tagen auf zahlreiche Ausfälle und Verspätungen einstellen.
  • Rund zwei Drittel aller TGV fallen aus; auch im Nahverkehr ist mit grossen Einschränkungen zu rechnen. Von den TGV Lyria, welche die Schweiz bedienen, fährt nur jeder sechste.
  • Am Freitag werden lediglich vier Verbindungen nach Paris angeboten, eine von Lausanne und drei von Basel oder Zürich. Die SBB gewähren Erstattungen für bereits gekaufte Fahrkarten.
Pendler steigen aus dem Zug auf völlig überfülltes Peron.
Legende: Pendler brauchen starke Nerven: Chaos am Freitagmorgen am Gare de Lyon in Paris. Keystone

Die vier Eisenbahnergewerkschaften, die zu den einflussreichsten in Frankreich zählen, haben am Donnerstag erneut zum Streik aufgerufen. Die Protestaktion gegen die angekündigte Reformierung der französischen Staatsbahn (SNCF) soll bis zum Sonntagmorgen dauern. Damit ist dies die dritte Streikperiode seit Anfang Monat. Bis Juni haben die Gewerkschaften insgesamt 36 Streiktage angekündigt.

Nur vier Verbindungen in die Schweiz

Mit einer Beteiligung von 38 Prozent aller Mitarbeiter ist die Teilnehmerzahl deutlich geringer als noch beim ersten Streik vom 3. und 4. April (48 Prozent). Die Ausfälle sind daher etwas geringer, trotzdem aber erheblich.

Von den TGV Lyria, welche die Schweiz mit Frankreich verbinden, werden heute die meisten nicht in Betrieb genommen. Ab Lausanne gibt es am Freitag eine Hin- und Rückfahrt nach Paris, ab Basel zwei (mit Rückfahrt bis Zürich), ausserdem eine zusätzliche Hinfahrt ab Basel.

Macron bleibt hart

Die Eisenbahnangestellten protestieren gegen die von Präsident Macron angekündigten Reformen der SNCF. Diese soll vor allem in Hinblick auf die europäische Marktöffnung im Bahnverkehr wettbewerbsfähiger gemacht werden.

Am Dienstag wird im französischen Parlament über einen ersten Gesetzesentwurf abgestimmt. Macron liess verlauten, er werde von seiner Position nicht abweichen und rief die Gewerkschaften zur Beruhigung auf. Diese geben sich indes nicht zufrieden und pochen auf Verhandlungen.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Imber (Wasserfall)
    Die Kosten des Streiks für den Staat und die Privatwirtschaft sind millionenfach höher, als die Abzüge für das Streiken der Bahnsngestellten. Außer den Gewerkschaftsbossen sehe ich da auf beiden Seiten nur Verlierer. Frau Kunz:Der von Ihnen immer so lauthals kritisierte Macron hat in rund einem Jahr im Land mehr bewegt als Hollande in seinen ganzen fünf Regierungszeit. Er bewegte im Land rein gar nichts sondern brachte nur Rückschritt - innen- und aussenpolitisch, wirtschaftlich, sozial.
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Betrachtet frau die Streikkassen (junge SNCF Mitarbeiter*Innen erhalten 1300 Euro Monatslohn und jeder Streiktag bedeutet einen Abstrich), dann sind immerhin schon beachtlich Summen zusammengekommen......
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  • Kommentar von Peter Imber (Wasserfall)
    Der Prozentsatz der Franzosen, die sich ab diesen Streiks immer mehr nerven, steigt stetig an und liegt bereits deutlich über 50 %. Aber gewisse Kreise wissen ja immer alles viel besser, haben stets Recht und sind immer im Recht. Und das gibt Ihnen dann das moralische Recht eine ganze Bevölkerung zu drangsalisieren, ein Land wirtschaftlich zu schwächen und grossen Schaden zuzufügen. Konstruktiv ist das Ganze leider auf alle Fälle für niemanden.
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