- In Deutschland hat ein Streik im öffentlichen Regionalverkehr begonnen.
- Fast in ganz Deutschland stehen Busse, U-Bahnen und Trams still. Das sagt die Gewerkschaft Verdi. Rund 150 Verkehrsunternehmen seien betroffen.
- Die Gewerkschaft fordert unter anderem bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne.
Beim grössten deutschen Nahverkehrsunternehmen, den Berliner Verkehrsbetrieben, werde seit 3 Uhr gestreikt, sagte ein Verdi-Vertreter der Deutschen Presse-Agentur.
Die Gewerkschaft hat in fast allen Bundesländern zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Die Warnstreiks beginnen je nach Betriebsstart in den einzelnen Städten zu unterschiedlichen Zeiten.
Niedersachsen und Deutsche Bahn nicht betroffen
In Niedersachsen gilt noch bis Ende März eine Friedenspflicht, Arbeitskämpfe im ÖV sind dort bis dahin nicht möglich. Die Deutsche Bahn und damit auch die S-Bahnen sind ebenfalls nicht von dem Ausstand betroffen, da sich die Tarifrunde nicht auf den Konzern bezieht. Die Bahn hat mancherorts angekündigt, dass sie das S-Bahn-Angebot aufgrund der Warnstreiks ausweitet.
Ob es auch in Baden-Württemberg zu neuen Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr kommen wird, hatte Verdi zunächst offen gelassen. Laut Medienmitteilung wird sich am Montag entscheiden, ob Verdi angesichts der laufenden Verhandlungen mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband erneut zu Warnstreiks aufrufen wird.
Zweite Aktion im ÖV diesen Monat
In den meisten Regionen dauern die Warnstreiks laut den Verdi-Ankündigungen bis in die Nacht auf Sonntag. Mancherorts wurde schon am Donnerstag die Arbeit niedergelegt, auch am Sonntag könnten noch einige Nahverkehrsunternehmen von Ausständen betroffen sein.
Die Warnstreiks sind die zweite grossangelegte Aktion in der laufenden ÖPNV-Tarifrunde. Bei der ersten Aktion am 2. Februar kam der öffentliche Personennahverkehr in grossen Teilen des Landes nahezu komplett zum Erliegen.
Lösung des Tarifkonflikts noch nicht in Sicht
In den Tarifverhandlungen fordert Verdi insbesondere deutlich bessere Arbeitsbedingungen – etwa durch kürzere Wochenarbeitszeit und Schichtzeiten, längere Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende. In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt.
Nach Ansicht von Verdi kamen die Gespräche zuletzt kaum voran. Auch die Arbeitgeber beklagten zuletzt fehlenden Fortschritt bei den Verhandlungen. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), das grösste ÖV-Unternehmen in Deutschland, kritisierten beispielsweise, dass Verdi bisher nicht klargemacht habe, welche Forderungen die Gewerkschaft am wichtigsten findet.