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Dänemark sagt der Pandemie «Farvel!»
Aus SRF 4 News aktuell vom 09.09.2021.
abspielen. Laufzeit 04:33 Minuten.
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Streiks in dänischen Spitälern Dänemark: Freude in der Bevölkerung, Frust im Gesundheitswesen

In der Nacht auf Freitag schafft Dänemark die letzten Corona-Restriktionen ab. Im Gesundheitswesen rumort es derweil.

Was ist los in Dänemark? Zum offiziellen Ende der Massnahmen gegen die Pandemie ist im dänischen Gesundheitswesen ein wilder Streik ausgebrochen. In fast allen Spitälern sind einzelne Angestellte in Ausstand getreten. Insgesamt beteiligen sich etwa 5000 von 35'000 Pflegefachpersonen in dem skandinavischen Land, also etwa ein Siebtel der Belegschaften.

Warum wird gerade jetzt gestreikt? Das Gesundheitswesen hat eine extrem harte Zeit hinter sich. Im Sommer wurden coronabedingt auch viele Ferien gestrichen. Die Unzufriedenheit ist gestiegen und nun, da die Regierung die Pandemie für beendet erklärt hat, werden Verbesserungen verlangt. Das Gesundheitspersonal sieht, dass eine grosse Pflegeschuld besteht – also viele Operationen aufgeschoben wurden – und dass der Stress weitergeht.

Deshalb drängt es jetzt darauf, höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen zu bekommen.

Wie geht die Politik damit um? Die Regierung hat bisher relativ hart reagiert: Sie ging auf Konfrontationskurs und hat die Streiks per Dekret verboten. Das konnte sie wegen der geltenden Pandemie-Regeln. Doch diese werden am Abend fallen. Das Arbeitsgericht wird sich zudem noch am Donnerstag mit den wild Streikenden befassen. Sie könnten mit Bussen belegt werden.

Wie ist die Stimmung in der Bevölkerung? Viele Däninnen und Dänen sind äusserst zufrieden damit, dass die Corona-Einschränkungen nun fallen. Dänemark war früh in einen Lockdown gegangen. Man begann sehr früh damit, die Menschen zu impfen, und man hat auch bereits im Frühjahr eine Zertifikatspflicht eingeführt. Nun könne man «die Früchte ernten», heisst es.

Wie sehen die weiteren Pläne aus? In Dänemark sind fast 90 Prozent der erwachsenen Bevölkerung geimpft. Diese hohe Quote möchte man beibehalten, auch wenn bei den Geimpften die Immunität wieder abnimmt. Bereits ab morgen wird allen über 12 Jahre alten Däninnen und Dänen eine dritte Impfung angeboten. Dies, obwohl die Europäische Medizinalbehörde EMA die dritte Dosis von Pfizer/Biontech, die in Dänemark abgegeben wird, noch nicht zugelassen hat.

Legende: Symbolisch für das Ende der Pandemie – zumindest in Dänemark – war eine Pressekonferenz des Gesundheitsministers am Mittwoch: Magnus Heunicke hat die Medienschaffenden mit einem Handschlag begrüsst. Reuters

Dänemark rechnet damit, dass im Herbst mit der regulären Grippewelle die Probleme wieder zunehmen. Dem will man mit einem umfassenden Testregime an den Schulen entgegenwirken: Zweimal pro Woche sollen alle Schülerinnen und Schüler getestet werden – gleichzeitig werden die Impfungen verstärkt. Man kann also sagen: Dänemark hat politisch beschlossen, dass die Pandemie vorbei ist. Aber man muss wohl einsehen: Die Pandemie wird weiter bestehen.

Dänemark und die Schweiz im Vergleich

SRF 4 News, 09.09.2021, 07:25 Uhr;

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37 Kommentare

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  • Kommentar von René Balli  (René Balli)
    Sobald neue Mutanten aus Ländern mit zuwenig Impfstoff zu uns geraten, fängt das Lied wieder von vorne an. Es ist wie beim Klima, wir sitzen alle auf der gleichen Kugel, örtliches Glücksgefühl wird zeitlich beschränkt sein!
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Mann-Frau, können die - weiter unkontrollierbare - Pandemie weiterhin zu negieren versuchen.....dabei bleibts aber und schafft vor allem Unsicherheit, Frustration im Gros der jeweiligen Bevölkerung! Die Ansteckungszahlen zeigen deutlich genug auf, dass die Menschheit NICHT das Sagen, die Allmacht hat!!
  • Kommentar von Sebastian Köhler  (Tekk)
    Sind das hier eigentlich die selben Leute die fordern sich aus Solidarität impfen zu lassen und dann fordern das Ungeimpfte ihre Tests selber zahlen oder auf eine Behandlung verzichten sollen bzw. diese garnicht erst in Anspruch nehmen können sollten?
    Ganz schrecklich wie weit wir schon gekommen sind.