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Kapitol-Polizei kritisiert mangelnde Geheimdienstinformationen
Aus Tagesschau am Vorabend vom 23.02.2021.
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Sturm aufs Kapitol Kapitol-Polizei kritisiert mangelnde Geheimdienstinformationen

  • Der US-Geheimdienst muss harsche Kritik einstecken – nach dem Sicherheitsdesaster beim Sturm auf das Kapitol Anfang Jahr.
  • Die Informationen des Geheimdiensts hätten in keiner Weise den Angriff am 6. Januar vorausgesagt, kritisierte der ehemalige Sicherheitschef des Kapitols in einer Anhörung im Senat.

Sein Team habe sich vorbereitet auf eine Grossdemonstration mit Gewaltpotenzial, so der Ex-Sicherheitschef Steven Sund. Stattdessen habe man es mit einer «militärisch koordinierten Attacke» und «gewaltsamen Übernahme des Kapitol-Gebäudes» zu tun gehabt. Sund betonte, die Polizei sei auf Informationen aus dem Geheimdienstapparat angewiesen. «Wir verlassen uns darauf, dass diese Informationen absolut korrekt sind.»

Mann hinter Mikrofon
Legende: Steven Sund, der ehemalige Chef der Kapitol-Polizei, fühlte sich von den Geheimdiensten vor dem Sturm aufs Kapitol nicht genügend gut informiert. Keystone

Auch andere hochrangige Sicherheitsbeamte aus dem Kongress beklagten bei der Anhörung im Senat Versäumnisse der Geheimdienstbehörden. Der frühere oberste Sicherheitsbeamte des Repräsentantenhauses, Paul Irving, sagte, vorausgesagt gewesen sei, dass die Ereignisse vorherigen Aufmärschen von Anhängern des damaligen US-Präsidenten Donald Trump ähneln würden. Darauf habe er sich verlassen.

Anhänger des abgewählten und inzwischen aus dem Amt geschiedenen Präsidenten Trump hatten Anfang Januar während einer Sitzung des Kongresses das Kapitol gestürmt und dort Chaos und Verwüstung angerichtet. Die Sicherheitskräfte des Parlaments waren dem Ansturm nicht gewachsen. Mindestens fünf Menschen kamen bei den Krawallen ums Leben, darunter ein Polizist.

Sund, Irving sowie der damalige oberste Sicherheitsbeamte des Senats, Michael Stenger, waren nach der Attacke von ihren Posten zurückgetreten - angesichts heftiger Kritik daran, dass der Parlamentssitz der USA derart überrannt werden konnte.

Die Polizei der US-Hauptstadt Washington war den Sicherheitskräften des Kongresses an jenem Tag zu Hilfe geeilt. Deren Chef Robert Contee beklagte bei der Senatsanhörung, er sei überrascht gewesen, wie zurückhaltend das Militär bei einer gemeinsamen Telefonschalte auf dringende Hilferufe der Kapitol-Polizei reagiert habe, angesichts der Eskalation auch Mitglieder der Nationalgarde zu Hilfe zu schicken. Es habe darauf keine sofortige Antwort gegeben.

SRF 4 News, 23.02.2021, 20 Uhr;

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Norbert Zeiner  (ZeN)
    Vermutlich hat Mr Sund gemeint, es kommen wieder von DEMs angestachelte progressive Portestieren wie beim letztes Mal beim Kavenaugh hearing im 2018, als man Hunderte von Eindringlingen einfach gewähren liess. Wohl als sie merkten, dass diesmal diejenigen von der anderen Seite kamen, die Deplorables, sind ihnen Sicherungen durchgegangen und haben grad geschossen, weil ihnen jahrelang von CNN&Co eingeimpft wurde, dass die so schlecht seien.
  • Kommentar von Max Wyss  (Pdfguru)
    Trump hat ja Ende letzten Jahres verschiedene führende Militärs und Geheimdienstler durch Trumpisten ersetzt.

    Dies würde die mangelhafte Information bestätigen, denn die Wahrheit durfte nicht auskommen. Weitere Indizien sind auch, dass die Nationalgarden nicht sofort nach dem Hilferuf losgeschickt wurden (wofür der damalige Präsident verantwortlich ist), sondern mit grosser Verspätung.

    Dass die Lage zufälligerweise eskalierte, und sonst unterschätzt wurde, ist viel zu viel Zufall…
  • Kommentar von Dionit Morina  (Mister XR)
    Die Info auf den Sturm hätte auch ich ihm geben können. Es war ja allgemein bekannt was die Leute vorhaben. Der Typ hat ja die Rede gehört also was los?
    1. Antwort von Lukas Gubser  (Mastplast)
      Die waren schon im Kapitol als Trump anfing zu reden.
    2. Antwort von Vinzenz Böttcher  (AfroKaiser)
      Die Antwort von Lukas ist erwiesener Maßen unwahr. Warum wird sowas hier zugelassen? Infos zum zeitlichen Ablauf finden sich übrigens auf Wikipedia und den entsprechenden Quellen. Aber dadurch das hier anzuzeigen haben natürlich jetzt schon tausende diese falschen Infos gelesen und erstmal hingenommen. Ganz toll.
    3. Antwort von Roger Stahn  (jazz)
      Timeline: 12:00 Trumps Rede im Ellipse-Park beginnt. 12:30 Erste Demonstranten erreichen das Kapitol. 13:00 Kapitol PD Chef sieht Angriffe auf Polizisten. 13:09 Kapitol PD Chef verlangt Nationalgarde 13:11 Trumps Rede endet. 13:50 Einbruch ins Kapitol 13:56 Redeteilnehmer erreichen das Kapitol. Am Vortag (05.01.2021) wurde am Abend 2 Rohrbomben in der Nähe des Kapitols gefunden. Das FBI und ATF hat eine Belohnung von 100'000 US-Dollar ausgeschrieben, um die Bombenleger zu finden (...)
    4. Antwort von Karl Kirchhoff  (Charly)
      Jazz, bei ihrer Timeline vergessen sie zu erwähnen, dass Trump keine Hilfe anfordert oder schickt und den Zeitpunkt wann Trump im Fernsehen dazu Aufruft die Gewalt zu beenden! Absicht?