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Deutschland nach den Landtagswahlen
Aus Tagesschau vom 15.03.2021.
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Superwahljahr in Deutschland Jubel und Frust bei den deutschen Parteien

Es ist der Auftakt zum deutschen Superwahljahr: Im Südwesten setzen sich Grüne und SPD durch. Zum Ende der Ära Merkel finden sich die Christdemokraten auf der Verliererstrasse.

Unterschiedlicher könnten die Reaktionen von SPD und CDU nach den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz nicht ausfallen. Die Sozialdemokraten sehen sich als die klaren Sieger und hoffen schon auf einen Wahlerfolg bei der Bundestagswahl Ende September.

Bei der Union steht der neue Parteichef Armin Laschet vor einem Scherbenhaufen. In beiden Bundesländern, die lange Zeit christdemokratische Hochburgen waren, erzielte die CDU ihre bisher schlechtesten Ergebnisse.

Jubeln können hingegen die Grünen. In Baden-Württemberg verteidigten die Grünen unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann ihre Spitzenposition. Wie beurteilen die wichtigsten Parteien Deutschlands den Start ins Superwahljahr. Hier ein Überblick:

CDU: So hatte sich Armin Laschet seinen Start als neuer Parteichef sicher nicht vorgestellt. «Ich sage es klipp und klar, das Wahlergebnis der Landtagswahlen ist für die CDU enttäuschend», sagte der Vorsitzende der deutschen Christdemokraten.

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Herbe Enttäuschung für CDU-Chef Laschet
Aus News-Clip vom 15.03.2021.
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Der Auftakt zum deutschen Superwahljahr mit insgesamt sechs Landtagswahlen und der Bundestagswahl am 26. September galt als erste Bewährungsprobe für den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten, der im Januar zum neuen CDU-Chef gewählt wurde. Nach dem Debakel im Südwesten steht die deutsche Christdemokratie vor unsicheren Zeiten.

Die Grünen: Zweitstärkste Kraft in Deutschland sind derzeit die Grünen, die mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg mit 32.6 Prozent ihr bestes Ergebnis aller Zeiten einfuhren. Sie profitierten von der Popularität des eher konservativen Landesvaters. «Es ist ein völlig offenes Jahr», sagte Co-Parteichef Robert Habeck. Es sei zu früh, jetzt schon Schlüsse für die Lage vor der Bundestagswahl zu ziehen.

Co-Parteichefin Annalena Baerbock betonte, dass die Grünen sich durch den Erfolg in Baden-Württemberg auch in ihren Ambitionen im Bund bestätigt sähen. «Was in der Herzkammer der deutschen Industrie möglich ist, das kann auch im Bund möglich sein. Und dafür kämpfen wir in den nächsten Monaten.» Die Grünen wollen erstmals einen eigenen Kanzlerkandidaten ins Rennen schicken, liegen in den Umfragen derzeit aber noch deutlich hinter der Union.

SPD: Der Erfolg der Sozialdemokraten hat einen Namen: Bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz setzte sich Ministerpräsidentin Malu Dreyer klar durch. Die regierenden Sozialdemokraten holten sich 35.7 Prozent und sind in Rheinland-Pfalz nun etwa doppelt so stark wie auf Bundesebene.

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Rückenwind für die SPD
Aus News-Clip vom 15.03.2021.
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Eine bundesweite Koalition mit Grünen und FDP gewinnt seit Sonntag wieder an Bedeutung. «Ich halte die Ampelkoalition für vorstellbar auf Bundesebene», sagte Generalsekretär Lars Klingbeil dem TV-Sender Phoenix. «Wir brauchen jetzt ein Zukunftsbündnis in diesem Land, und da glaube ich, dass das mit der FDP möglich ist.»

FDP: In Baden-Württemberg ist die FDP zur Sondierung einer Ampelkoalition bereit. Spitzenkandidat Hans-Ulrich Rülke sagte, aus dem Wahlergebnis vom Sonntag leite seine Partei ab, Verantwortung übernehmen zu wollen. FDP-Chef Christian Lindner hält Spekulationen über die Bildung einer neuen Bundesregierung nach der Wahl im September derzeit für verfrüht. «Für uns ist entscheidend, welche Inhalte zusammenpassen», sagt Lindner in Berlin. Dies gelte für die Möglichkeit einer Jamaika-Regierung aus Union, Grünen und FDP genauso wie für eine Ampel aus Grünen, SPD und FDP.

Tagesschau, 14.03.2021, 19.30 Uhr;

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Wagner  (päule)
    Die Grünen sind Sieger weil sie zeitgemässe und pragmatische Politik machen.
    Die FDP hat zugelegt, weil einige Ex-CDU-Wähler sonst nicht wussten wohin.
    Die SPD hat halb gewonnen, weil sie ein Bundesland halten konnten.
    Die AfD hat verloren weil viele gemerkt haben, dass sie eben keine Alternative ist.
    Und die CDU hat verloren weil die Menschen merken, dass die nix tun und weil hinter Merkel einfach gar nichts Brauchbares ist.
    Und die Linke, die wird eh kaum ernst genommen.
  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    Man kann die Abkehr von der CDU nachvollziehen: Nach dem "Wir schaffen das" (Merkel) und dem "Corona-Frust" war der Denkzettel näher als üblich. Doch bis im September vergeht ein halbes Jahr und eine gewisse Beruhigung ist wahrscheinlich. Bei Bundestagswahlen dürft Armin Laschet eher wieder Lächeln.