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Gewalt in Burma Suu Kyi will sich um eine friedliche Lösung bemühen

Legende: Video Burmas De-facto-Regierungschefin redet über Flüchtlingskrise abspielen. Laufzeit 4:04 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 19.09.2017.
  • Die Regierung in Burma ist bereit, die nach Bangladesch geflüchteten Rohingya wieder aufzunehmen.
  • Das sagte Burmas Regierungschefin Aung San Suu Kyi bei ihrer lang erwarteten Rede in der Hauptstadt Naypiydaw.
  • Die Friedensnobelpreisträgerin lud ausländische Diplomaten ein, die Unruhe-Provinz Rakhine zu besuchen, um sich über die dortige Lage zu informieren.

Die meisten Dörfer der Region seien nicht von der Gewaltwelle betroffen, sagte Suu Kyi. «Die Mehrheit hat sich dem Exodus nicht angeschlossen», so die Regierungschefin. «Wir wollen herausfinden, warum es zu diesem Exodus gekommen ist.» Es habe viele Vorwürfe und Gegenvorwürfe gegeben.

Am 25. August hatten Rohingya-Rebellen in Rakhine Polizei- und Militärposten angegriffen, worauf die Armee nach eigenen Angaben mit einer «Räumungsoperation» reagierte. Flüchtlinge erzählten, dass Soldaten und Selbstjustiz-Mobs ihre Dörfer niedergebrannt und wahllos Menschen erschossen hätten.

Menschenrechtsorganisationen und der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, warfen Burma eine ethnische Säuberung vor. Die Rohingya sind staatenlos, seit ihnen das damalige Birma 1982 die Staatsbürgerschaft entzog.

Suu Kyi kündigte neue Bemühungen um eine friedliche Lösung der Flüchtlingskrise im Nordwesten des Landes an: «Alle von uns wollen Frieden und keinen Krieg.» Zugleich versprach sie, Verletzungen von Menschenrechten nicht hinzunehmen. Unabhängig von Religion, ethnischer Herkunft oder politischer Stellung werde gegen alle, die Menschenrechte verletzten, «etwas unternommen».

Wegen der Flucht und Vertreibung von mehr als 400'000 Muslimen ins Nachbarland Bangladesch steht Burma international massiv in der Kritik. Suu Kyi sagte ihre Teilnahme an der UN-Vollversammlung deshalb ab. Die «Staatsrätin» betonte, ihre Regierung bemühe sich darum, «Frieden zu schaffen». Zugleich bat sie die internationale Gemeinschaft um Geduld: «Wir sind eine junge und fragile Demokratie, die mit vielen Problemen zu tun hat.» Auf die Rolle des Militärs ging sie nicht näher ein.

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