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International Syrien ist eine Bedrohung für den Frieden in Europa

Jede vergeudete Stunde in Syrien treibt 50 weitere Familien in die Flucht. 12 Millionen Syrer sind bereits entwurzelt. Rund die Hälfte sind Kinder. Während Hilfsorganisationen vom «Totalversagen der Weltgemeinschaft» reden, werden die Folgen dieses Krieges mehr und mehr zur Gefahr für Europa.

Legende: Video Appell für humanitäre Hilfe in Syrien abspielen. Laufzeit 1:44 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.01.2016.

Die Appelle der Hilfsorganisationen wegen der Lage in Syrien sind in den vergangenen Jahren schon fast zum Mantra geworden. Regelmässig berichten sie der Welt von den abscheulichen Folgen eines nun bald 5-jährigen Krieges. In ihrem jüngsten Aufruf legen internationale Hilfsorganisationen nocheinmal zu.

Die Nothilfe-Koordinatoren von UNO, Unicef und WHO forderten die Teilnehmer an den Syrien-Gesprächen ultimativ auf, die humanitäre Hilfe nicht weiter zu behindern und Zugangs-Korridore zu schaffen.

Die Syrien-Beauftragte des Kinderhilfswerks der UNO (Unicef) bringt die Tragödie auf den Punkt: «Zwei Millionen Kinder gehen nicht mehr zur Schule», sagt Hanna Singer im Interview mit SRF-Korrespondentin Alexandra Gubser. Das Bildungssystem habe über 50'000 Lehrer verloren. «Entweder wurden sie getötet oder sie mussten fliehen.» Und auch den Kindern selbst geht es sehr schlecht.

Gelingt es nicht, das in Syrien zu stoppen, wird die Welt teuer dafür bezahlen.
Autor: Yacoub El HilloUNO-Hilfe-Koordinator für Syrien

Von den Kriegsparteien belagert, leiden Zehntausende an Hunger, ernähren sich von allem, was sie finden können. Sie sind unterernährt und ohne Aussicht auf Bildung - Unicef spricht von einer «verlorenen Generation». Noch drastischer formuliert das Yacoub El Hillo, der UNO-Hilfe-Koordinator für Syrien.

Portrait des UNO-Hilfe-Koordinator für Syrien, Yacoub El Hillo.
Legende: Yacoub El Hillo, UNO-Hilfe-Koordinator für Syrien, warnt vor der zunehmenden Hoffnungslosigkeit der Syrer. Keystone

Was in Syrien geschieht, betrachtet er als eine direkte Bedrohung für den Frieden und die Sicherheit in Europa. Für ihn ist es nicht nur ein humanitäres Problem, sondern vor allem auch ein geopolitisches Desaster, das sich hier anbahnt. «Gelingt es uns nicht, das zu stoppen, wird die Welt teuer dafür bezahlen», sagt El Hillo.

Was das in Zahlen bedeutet, verdeutlicht Jan Egeland, Generalsekretär des norwegischen Flüchtlingsrates, in einem einzigen Satz: «Jede Stunde, die hier vergeudet wird, bedeutet 50 vertriebene Familien.»

Um den Syrern in ihrem Land eine Zukunft zu geben, hoffen die Hilfsorganisationen an der Geberkonferenz im Februar auf substanzielle Zuwendungen. Wie realistisch das angesichts der aktuellen Entwicklungen ist, bleibt unklar.

Noch immer liegen die Verhandlungspartner im Clinch

Zwar hat der UNO-Sondergesandte Staffan de Mistura Syriens Regierung und die Opposition formell für Freitag zu Friedensgesprächen in Genf eingeladen. Aber noch ist völlig unklar, wer daran tatsächlich teilnimmt. Die syrische Opposition wollte im Laufe des Tages bei einem Treffen in der saudiarabischen Hauptstadt Riad entscheiden, ob sie nach Genf kommt.

Einen weiteren Konflikt gibt es auch um die mögliche Teilnahme der Kurden-Partei PYD, dem syrischen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Moskau möchte, dass sie am Verhandlungstisch sitzt.

Während diplomatisch gerungen wird, wird weiter gestorben

Über all diese diplomatischen Untiefen hinweg donnern die Geschütze und Mörser der Kriegsparteien auch vor den vermeintlichen Verhandlungen ungebremst weiter.

Bei zwei Anschlägen in einem von Regierungsanhängern bewohnten Viertel der zentralsyrischen Stadt Homs starben laut der staatlichen Nachrichtenagentur Sana mindestens 19 Menschen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach sogar von 29 Toten.

Mehr als 100 wurden demnach bei den zwei Explosionen an einem Kontrollpunkt verletzt. In einer zunächst nicht verifizierbaren Botschaft bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu der Tat.

Im Süden des Landes toben derweil Gefechte zwischen Rebellen und den Soldaten von Präsident Baschar al-Assad. Mit russischer Luftunterstützung eroberten die Regime-Truppen die strategisch bedeutende Stadt Scheich Maskin nach heftigen Gefechten von Rebellen zurück.

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29 Kommentare

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  • Kommentar von A. Zuckermann (azu)
    Wie Teuer war nochmals die Rettung der Banken? Und jetzt wundert mann sich dass niemand mehr Geld habe um diese Regionen aufzubauen…? Begreift es endlich, die Reichen werden sich nicht an den Problemen der Gesellschaft beteiligen. Die wahre Parallelgesellschaft vom WEF Davos kaufen sich lieber Ihre Inseln, während ganze Kontinente untergehen.
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    1. Antwort von Manuela Fitzi (Mano)
      Da haben Sie nur bedingt Recht. Doch infolge einiger Bankenpleiten hätte sicherlich nicht besagte Oberschicht gravierende finanzielle Probleme bekommen, sondern der unser System tragende Mittelstand und die KMU-s. Und genau die zwei zahlen letztendlich proportional den höchsten Beitrag auch bei der Rettung der Armen und Flüchtlingen.
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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Grundsätzlich halte ich es für falsch, dass Kerry, unter dessen Fuchtel der Krieg sich zugunsten des IS ausgeweitet hatte, bestimmen will, wer an den Friedensgesprächen teilnehmen darf. Die Kurden sind eine wichtige und erfolgreiche Kraft in diesem Krieg - zugunsten der Minderheiten und letztendlich auch zugunsten Europas. Deshalb gehören die Kurden mit an den Verhandlungstisch - Erdogan hin oder her! Europa soll sich endlich für seine Interessen stark machen , denn sonst braucht es keine EU.
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  • Kommentar von Susanne Lüscher (Lol)
    Zu Syrien und den Friedensverhandlungen, was uns für Europa gut ein sollte, muss man wissen, was Eric Zuesse geschrieben hat. Am 25. Januar 2016 bestand John Kerry darauf, dass der Bewunderer von ObL, Zahran Alloush, die Anti-Assad-Seite bei den Verhandlungen repräsentiere, dies hat der Russischen Aussenminister Sergei Lavrov sehr zurückhaltend akzeptiert. Wer die Bücher der verschiedenen Berater der US-Präsidenten kennt, weiss den Fahrplan.
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