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Wenn die Touristen ausbleiben, gibt's auch keine Arbeit
Aus SRF 4 News aktuell vom 28.05.2020.
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Thailand in der Krise Ohne Touristen keine Arbeit

Das Ferienparadies lebt vom Fremdenverkehr. Eine gefährliche Abhängigkeit, wie sich jetzt in der Coronakrise zeigt.

Die Coronakrise hinterlässt in Thailand tiefe Spuren, wenn auch nicht unbedingt im Gesundheitsbereich. So liegen die Zahlen der Infizierten mit etwas mehr als 3000 relativ niedrig – bei einer Bevölkerung von rund 70 Millionen Menschen. Doch die staatlich verordnete Grenzschliessung und die verlangsamte Weltwirtschaft treffen Thailands Wirtschaft empfindlich.

Flughäfen geschlossen

Zwar wirbt Thai Airways immer noch im Internet mit luftigen Versprechen für ihre Dienste, doch fliegen tut die thailändische staatliche Fluggesellschaft seit April nicht mehr. Und noch bis Ende Juni wird keines ihrer Flugzeuge in die Luft abheben. Bis dann nämlich sind Thailands Flughäfen für internationale Flüge geschlossen.

Die über 20'000 Angestellten von Thai Airways trifft das schwer. Die Airline habe seinen Lohn diesen Monat von umgerechnet 2300 Franken auf 300 Franken gekürzt, sagt etwa ein Steward per Whatsapp. Er befürchtet, seine Arbeit zu verlieren, deshalb will er seinen Namen nicht genannt haben.

Schwer angeschlagene staatliche Airline

Er wisse nicht, was mit den Angestellten passieren werde. «Wir erfahren alles nur aus den Medien.» Allerdings passe diese Praxis zu Thai Airways. Schliesslich sei sie für ihre undurchsichtigen Geschäftspraktiken bekannt, so der temporär arbeitslose Flugbegleiter.

Die thailändische Wirtschaft hat es verpasst, die Innovation zu fördern und sich vor Krisen zu wappnen.
Autor: Somprawin ManprasertChefökonom der thailändischen Bank of Ayudhya

Schon vor der Coronakrise war die staatliche thailändische Fluggesellschaft schwer angeschlagen. Nun bat die Airline die thailändische Regierung um einen Kredit in Höhe von fast zwei Milliarden Franken. Sonst müsse sie Konkurs anmelden.

Die Regierung jedoch gab kein Geld, stellte Thai Airways aber unter Aufsicht eines Konkursgerichts. Dieses soll dafür sorgen, dass die Airline restrukturiert wird. Das Management wird ausgewechselt. Die Fluggesellschaft könne währenddessen weiterfliegen und ihre Beschäftigten behalten, hiess es.

Mangelnde Innovationsfähigkeit

Für Somprawin Manprasert, Chefökonom der thailändischen Bank of Ayudhya, ist der Zerfall von Thai Airways ein Symbol für den Zustand der thailändischen Wirtschaft. Thai Airways als Staatsunternehmen habe sich in den vergangenen Jahren nicht angepasst und nicht verbessert, sagt er.

Flugzeuge in einer Reihe stehen in der Dämmerung.
Legende: Die Flugzeuge der Thai Airways stehen am Boden – noch bis mindestens Ende Juni. Reuters

«Das geht nicht, in einer sich ständig verändernden Welt, in der man konkurrenzfähig bleiben muss», so Manprasert. «Genauso haben es andere thailändische Wirtschaftszweige verpasst, die Innovation zu fördern und sich vor Krisen zu wappnen.»

Es droht eine schwere Wirtschaftskrise

So hat Thailand in den vergangenen Jahren hauptsächlich auf den Tourismus und die Produktion und den Export von Autos und elektronischen Geräten gesetzt. Wegen Corona und den geschlossenen Grenzen ist der Tourismus komplett eingebrochen, der Export ging im ersten Quartal drastisch zurück.

Experten betonen, dass – wie anderswo auf der Welt auch – Thailands Wirtschaft langsamer wachsen werde als vor der Krise. Einige prognostizieren gar, dass das Land in die schlimmste Wirtschaftskrise seit der Asienkrise von 1998 schlittern wird. Laut der Weltbank werden bald viele Thais Schwierigkeiten haben, ihre Grundbedürfnisse zu decken.

SRF 4 News aktuell vom 28.5.2020, 06.10 Uhr

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Haller Hans  (H.Haller)
    Es wird tatsächlich schwierig hier in Thailand und die Zukunftsaussichten sind nicht gut. Wie ich hörte, will man nun die Touristen aus dem Westen durch Touristen aus China ersetzen. Von der Landwirtschaft kann ein normaler Bauer kaum leben ohne Zuschüsse. Die Industrie ist nicht gerade Top, die Qualifikationen der Fachkräfte meist eher mässig, und mit dem neuen König sind sind die meisten Thais (hinter vorgehaltener Hand) gar nicht so glücklich.
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    1. Antwort von Mark Stalden  (Mark)
      Auch hier Herr Haller. Sie hören und lesen viel aber, die Chinesen waren mit 58 % Anteil der Touristen in denn letzten Jahren schon immer die Grosse Masse die Geld brachte. Die paar Europäer machen denn Braten nicht Fett.
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  • Kommentar von Oliver Schmid  (O. Schmid)
    Da kann jetzt die Königsfamilie spenden, für die armen in der Bevölkerung. Der Thai König ist ja der reichste Monarch der Welt mit über 30 Mia. USD Vermögen. Noch vor den Saudischen, Arabischen und anderen Oel Monarchien.
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  • Kommentar von Denis Vuono  (Giovanni Serini)
    Dani Bolli: 99% sind keine Sexmissbrauchstouristen? Das glauben Sie ja selber nicht....(der Anteil von Pornoseiten vom ganzen Internetgebrauch weltweit beläuft sich auf fast 40%!)
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