Theresa May setzt auf die Karte Industrie

Die britische Premierministerin bereitet die Wirtschaft ihres Landes für die Zeit nach dem Brexit vor. Als erstes soll der heimischen Industrie wieder neues Leben eingeimpft werden. Mit ihrer neuen Industriepolitik verabschiedet sie sich vom Ansatz Margaret Thatchers.

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Bildlegende: Will die britische Industrie wieder stärken: Theresa May. Keystone

Mit einer neuen Industriepolitik will die britische Premierministerin Theresa May die Wirtschaft ihres Landes fit für die Zeit nach dem Austritt aus der EU machen. Mit den Ressortchefs von elf Ministerien beriet May am Dienstag darüber, wie der Staat das Wachstum in verschiedenen Gebieten fördern könne.

Die neue Strategie solle sich darauf konzentrieren, die Stärken des Landes zu nutzen und zugleich eine Wirtschaft zu schaffen, die sich den Zukunftsindustrien öffne, sagte ein Sprecher.

Konkrete Details zur neuen Industriepolitik wurden zunächst nicht bekannt. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass klassische Infrastrukturmassnahmen wie der Bau von Strassen und Schienen als auch Zukunftstechnologien wie der Ausbau des Breitband-Internets gefördert werden. Zugleich dürfte es darum gehen, die Energiekosten zu senken und die Ausbildung von Arbeitskräften zu unterstützen, die von der Industrie benötigt werden.

Abkehr von Thatcher

Mit dem neuen Ansatz verabschiedet sich May von dem vor 30 Jahren unter der konservativen Premierministerin Margaret Thatcher verordneten Ende der Industriepolitik. Thatcher verzichtete mit ihrer Wirtschaftspolitik darauf, industrielle Branchen zu subventionieren und überliess sie den marktwirtschaftlichen Prinzipien.

Das Votum der Briten für einen Ausstieg aus der EU hat Sorgen über die weitere Entwicklung der fünftgrössten Volkswirtschaft der Welt aufkommen lassen. Umfragen zufolge droht eine Rezession. Zudem könnten das Konsumentenvertrauen sinken und die Investitionen zurückgehen.