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IS-Terrorchef al-Baghdadi ist tot
Aus Tagesschau vom 27.10.2019.
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Tod von IS-Chef al-Baghdadi Bluttropfen reichen für DNA-Identifizierung aus

Nach dem Tod Al-Baghdadis schiessen Verschwörungstheorien ins Kraut. Experten sagen jedoch: Es kann sich durchaus um den IS-Terrorchef handeln.

US-Präsident Donald Trump zelebrierte seinen Triumph vor laufender Kamera: In seiner Rede an die Nation liess er die Welt wissen, dass die USA unter seiner Führung den Chef der Terrormiliz IS, Abu Bakr al-Baghdadi, in einer Geheimdienstoperation zur Strecke gebracht haben.

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Aus dem Archiv: «Al-Baghdadi ist tot»
Aus News-Clip vom 27.10.2019.
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Von dieser Darstellung der Ereignisse sind jedoch nicht alle überzeugt. Das russische Verteidigungsministerium lässt ausrichten, dass es bei der Verfolgung und Tötung des Terrorfürsten widersprüchliche Angaben gebe und Zweifel angebracht seien, ob der Tote tatsächlich al-Baghdadi sei.

Zudem machen Verschwörungstheorien die Runde, die USA hätten die Tötung al-Baghdadis inszeniert. In Tat und Wahrheit sei der IS-Chef noch am Leben.

Russlands Präsident Wladimir Putin scheint sich nicht sicher zu sein, ob al-Baghdadi tatsächlich tot ist.
Legende: Russlands Präsident Wladimir Putin scheint sich nicht sicher zu sein, ob al-Baghdadi tatsächlich tot ist. Keystone

Es gibt also Raum für allerlei Spekulationen. SRF News hat die Informationen, welche die USA freigegeben haben, mit professionellen Forensikern analysiert. Die wichtigsten Erkenntnisse daraus:

Welche wissenschaftlichen Instrumente stehen der Rechtsmedizin und Forensikern zur Identifizierung von verstümmelten oder stark verzehrten Leichen zur Verfügung? Die drei klassischen Identifizierungsmethoden sind Fingerabdrücke, der Abgleich mit den vorhandenen Zahnunterlagen und ein DNA-Abgleich. Weiter besteht die Möglichkeit einer biometrischen Überprüfung – eine biometrische Identifizierung bei verstümmelten Leichen gestaltet sich aber schwer beziehungsweise ist gar nicht möglich.

Al-Baghdadi soll sich US-Angaben zufolge bei der Flucht vor den Spezialkräften mit einer Sprengstoffweste selbst getötet haben. Dennoch soll die Identität zweifelsfrei bestätigt worden sein. Wie ist das möglich? Selbst US-Präsident Donald Trump räumte während der Pressekonferenz ein, dass vom leblosen Körpfer «nicht mehr viel übriggeblieben» sei. Dieser Umstand spielt aber keine Rolle. Gewebereste, Körperteile oder auch einzelne Bluttropfen würden ausreichen, um eine Zielperson mit einem DNA-Abgleich zu identifizieren, bestätigen Schweizer Forensiker und Rechtsmediziner auf Anfrage von SRF.

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Die Einschätzung des SRF-USA-Korrespondenten
Aus Tagesschau vom 27.10.2019.
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Donald Trump spricht davon, dass die US-Spezialeinheiten innert 15 Minuten mittels einem DNA-Abgleich die Identität von al-Baghdadi bestätigen konnten. Wie plausibel ist das? Diese Angaben des US-Präsidenten scheinen übertrieben. In der Vergangenheit benötigten Forensiker mindestens einen Tag, um die Identität einer Leiche zu bestätigen. Mittlerweile gelingt es, diesen Nachweis dank neuester Technik für DNA-Schnelltests in zwei bis drei Stunden zu erbringen. Diese Geräte sind nicht grösser als eine Mikrowelle und deshalb gut in Militärhubschraubern transportierbar. Sowohl die US-Bundespolizei FBI wie auch das Pentagon verfügt über solche Geräte. Ob diese zu Einsatz kamen, ist nicht bekannt.

Die USA haben die DNA des Toten mit konservierten Proben al-Baghdadis abgeglichen. Wie ist die Baghdadi-DNA in die Hände der USA gelangt? Mitte der 2000er Jahre befand sich der IS-Chef in einem US-Gefängnis im Irak – genauer gesagt in Camp Bucca nahe Falluja. Dort könnten die USA al-Baghdadi Fingerabdrücke und DNA-Proben abgenommen sowie Bilder vom Gesicht des Terroristen gemacht haben. Existieren keine solchen Daten kann die Vergleichs-DNA von nahen Verwandten zum Zuge kommen.

Im April dieses Jahres zeigte sich der IS-Terrorführer bei einem Interview mit dem IS-Terrorkanal Ak-Furgan
Legende: Im April dieses Jahres zeigte sich der IS-Terrorführer bei einem Interview mit dem IS-Terrorkanal Ak-Furgan Keystone

Wie lange lassen sich DNA-Proben konservieren? Bei richtiger Lagerung und Kühlung können DNA-Proben jahrzehntelang aufbewahrt werden.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Sebastian Mallmann  (mallmann)
    Aus dem Lead: Experten sagen, dass es sich durchaus um den Terrorchef handeln kann. Anders gesagt, es liegt im Bereich des Möglichen, dass es al-Bagdadi war. Gestrige SRF-Schlagzeilen: "IS-Führer al-Bagdadi in Syrien getötet", "Al-Bagdadi ist tot - der IS nicht" SRF schafft also Fakten aus Dingen, die laut Profis (hier Forensikern) im Bereich des Möglichen sind. Und der Rest auf der Wahrscheinlichkeitsskala wird Verschwörungstheorie genannt. Da kann ich nur noch den Kopf schütteln.
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  • Kommentar von Christa Wüstner  (Saleve2)
    Trump selbst sorgt dafür, dass so viele Zweifel entstehen. Z.Bsp. Seine Rede. Kritik wird auch in versch. anderen Medien angebracht. Z.Bsp. Ist es nicht üblich, kleinste Details
    des Angriffes bekannt zu geben. Und jetzt noch der Höhepunkt: er hat eine Aufnahme des
    Hundes ins Internet gestellt. Aus Sicherheitsgründen wird der Name nicht veröffentlicht. Und
    Plötzlich ist er auch nicht tot, sondern nur verletzt. Eine bühnenreife Darstellung.
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  • Kommentar von Alex Volkart  (Lex18)
    Ich und sicher auch andere haben Mühe zu glauben das dieser Terrorfürst tot ist, wenn man bedenkt dass dies nicht die erste Meldung dieser Art ist.
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    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Natürlich gibt es immer Leute die vorerst mal nichts glauben, ist auch völlig ok. Es ist jedoch meines Wissens das erste Mal dass in dem Zusammenhang behauptet wird, dass ein DNA-Abgleich gemacht werden konnte. Warten wir mal ab. Wenn das wieder danebengegangen sein sollte, wird er sich bestimmt innert 2-3 Monaten per Videobotschaft melden.
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    2. Antwort von Christa Wüstner  (Saleve2)
      Oder er könnte sich auch nicht wieder melden und völlig aus dem
      Untergrund operieren.
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