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Trotz Corona-Krise: Die UNO soll wieder laufen
Aus HeuteMorgen vom 31.03.2020.
abspielen. Laufzeit 01:58 Minuten.
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Trotz Coronavirus Die Schweiz will, dass die UNO-Generalversammlung wieder tagt

Wegen Corona riskiert die UNO, im Abseits zu landen. Die Schweiz will nun die UNO-Maschine wieder zum Laufen bringen.

Normalerweise ist die tägliche Agenda der UNO in New York seitenlang, doch seit Wochen enthält sie meistens bloss noch einen Termin: die Pressekonferenz des UNO-Sprechers – per Video. Generalsekretär António Guterres betont allerdings, die zurzeit zentrale Aufgabe werde trotz allem noch erfüllt.

Entscheidend ist die Bewältigung der Corona-Krise, findet auch der Schweizer UNO-Botschafter in New York, Jürg Lauber. «Der Schwerpunkt liegt natürlich ganz eindeutig auf dem Operationellen – was die UNO jetzt im Feld tun kann.»

Keine Generalversammlung mehr

Es geht um die Pandemie-Bekämpfung, um eine weltweite Koordination und Hilfe für die ärmsten Länder – alles andere würde abgesagt oder verschoben, so Lauber. «Die üblichen Arbeitsmethoden – man kommt zusammen, man diskutiert und beschliesst – sind im Moment einfach nicht möglich.»

Wir können nicht 192 Länder in eine Videokonferenz schalten.
Autor: Jürg LauberSchweizer Botschafter an der UNO

Der Sicherheitsrat tagt nur noch virtuell und entscheidet das Allerdringlichste schriftlich, die UNO-Generalversammlung mit sämtlichen Mitgliedsländern tritt überhaupt nicht mehr zusammen. «Wir können nicht 192 Länder in eine Videokonferenz schalten», sagt Lauber.

Die mächtigen Staaten bestimmen

Doch die Schweiz will das zusammen mit einer kleinen Ländergruppe – bestehend aus Norwegen, Singapur und Liechtenstein – ändern. Denn trotz der durch das Coronavirus bedingten Einschränkungen «finden wir es wichtig, dass die Generalversammlung wieder in Bewegung kommt», so Lauber. Es sollen Wege gefunden werden, um sich zu versammeln und Beschlüsse zu fassen.

Die Ländergruppe fordert in einer Resolution, die UNO-Schlüsselgremien wieder zum Leben zu erwecken – vor allem die formal oberste Instanz, die Generalversammlung, in der jedes Land eine Stimme hat. Ist sie lahmgelegt, bestimmen de facto die mächtigen Staaten allein.

Jürg Lauber an einer Pressekonferenz
Legende: Jürg Lauber vertritt die Schweiz bei der UNO in New York. Keystone/Archiv

Neue Arbeitsmethoden verlangt

Für Lauber ist das einer der Gründe, warum diese Resolution eingebracht wurde. «Wir wollen, dass die Generalversammlung mit 192 Ländern, inklusive der Schweiz, aktiv ist.»

Die UNO, die sich sonst mit Krisen irgendwo in der Welt befasst, muss sich nun auch der eigenen Krise am Hauptsitz widmen. Man müsse, so Lauber, dringend neue Arbeitsmethoden finden.

Heute Morgen 31.3.2020, 6:00 Uhr

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Lilian Albis  (...)
    Nur weil Sie, Herr Henchler oder Müller diese Menschen, oder deren Werke nicht kennen, heisst es noch lange nicht, dass sie nicht wichtige Arbeiten erledigen. Ich finde es z.B. wichtig, dass auch in Krisenzeiten die kleinen Länder eine Mitsprachemöglichkeit haben und nicht nur die Mächtigen Entscheidungen treffen.
  • Kommentar von Norbert Zehner  (ZeN)
    "Die Schweiz will…", müsste wohl korrekt heissen, die Schweizer Diplomaten wollen…, Getrieben wohl aus persönlichen Furcht dieser Damen und Herren, in gegenwärtiger Situation völlig aufbrechend sich zeigenden eigenen Bedeutungslosigkeit in der nun vollends zu verschwinden.
  • Kommentar von Frank Henchler  (Die Wahrheit ist oft unbequem)
    Muß man diesen Mann kennen und wieso kann man mit 192 Ländern keine Videokonferenz abhalten ?
    1. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      Weil die technische Wahrheit oft sehr unbequem ist, nämlich, dass schon fünf Personen kaum länger als 10 Minuten stabil an einer Videokonferenz teilnehmen können. Die Netze sind dazu im Moment schlicht zu stark belastet ….