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International Trump gewinnt Vorwahlen in Arizona klar

Trump und Clinton marschieren Richtung Präsidentschaftskandidatur. Die Vorwahlen im Bundesstaat Arizona untermauern diesen Trend. Vor allem bei den Republikanern wird heftig gerechnet.

Legende:
Ergebnisse der US-Vorwahlen (Stand 23. März 2016) Bei den Republikanern (Rot) werden 1237 Delegiertenstimmen benötigt, um als Kandidat nominiert zu werden. Bei den Demokraten (Blau) sind es 2383. washingtonpost.com

Überschattet von den Terroranschlägen in Brüssel haben die Favoriten Hillary Clinton und Donald Trump wichtige Siege bei den Vorwahlen für die Präsidentschaftskandidaturen ihrer Parteien eingefahren. Trump und Clinton siegten im Bundesstaat Arizona jeweils mit deutlicher Mehrheit. Sie konnten sich von ihren parteiinternen Kontrahenten weiter absetzen.

Während sich Clinton die Delegiertenstimmen der Demokraten in Arizona trotz des klaren Sieges anteilig mit ihrem Kontrahenten Bernie Sanders teilen muss, heimst Donald Trump bei den Republikanern alle 58 zur Verfügung stehenden Delegierten ein. Dies ist ein wichtiger Meilenstein auf seinem Weg zur Kandidatur.

Cruz holt sich Utah

Allerdings verlor Trump in Utah gegen Cruz klar. Das berichteten die Sender CNN und NBC. Trump lag demnach sogar noch hinter John Kasich, dem dritten verbliebenen Bewerber bei den Republikanern.

Da Cruz wahrscheinlich auf deutlich über 50 Prozent der Stimmen kommen wird, wird er alle 40 Delegierten in dem konservativen Mormomenstaat hinter sich bringen, Trump und Kasich gehen leer aus.

Kampfabstimmung um Trump immer unwahrscheinlicher

Trump verfügt derzeit über die Stimmen von etwa 740 Delegierten, für einen Sieg im ersten Wahlgang auf dem Parteitag im Juli in Cleveland braucht er 1237. Das bedeutet, dass er bei den ausstehenden Vorwahlen noch immer mehr als 50 Prozent der Delegierten gewinnen muss, um sein Ziel zu erreichen.

Teile der Parteiführung bei den Republikaner versuchen weiterhin, eine Nominierung Trumps zu verhindern. Dazu dürfte er aber auf keinen Fall die Schwelle von 1237 Delegierten überschreiten. Die Möglichkeit einer Kampfabstimmung auf dem Parteitag ist am Dienstag ein klein wenig unwahrscheinlicher geworden.

Rückzug aus oder Kooperation mit Europa?

Hillary Clinton wandte sich am Dienstagabend in Seattle an ihre Anhänger. «Amerika verfällt nicht in Panik», sagte sie angesichts der Terroranschläge in Brüssel. «Wir bauen keine Mauern und wir wenden unseren Freunden nicht den Rücken zu», betonte sie in Anspielung auf jüngste Äusserungen von Donald Trump.

Der hatte zuvor erklärt, die USA müssten überlegen, ihr Engagement in der Nato zurückzufahren. Er forderte erneut eine Lockerung der Gesetze, um umstrittene Verhörmethoden bis hin zur Folter zu ermöglichen. Clinton trat dem scharf entgegen. «Dies ist die Zeit, in der Amerika Führungsqualitäten zeigen muss, und nicht sich wegducken.»

Clinton weiter deutlich vor Sanders

Bei den Demokraten konnte sich die frühere Aussenministerin und First Lady Clinton weiter von ihrem Widersacher Bernie Sanders absetzen. Clinton hatte nach mehr als zwei Dritteln der ausgezählten Stimmen in Arizona einen klaren Vorsprung von 23 Punkten und wird einen Grossteil der Delegierten einheimsen.

Neben Arizona wählten die Demokraten auch in Idaho und Utah. In den beiden Staaten gewann Sanders, wie der Sender CNN und die Zeitung «Washington Post» berichteten. Eine stellenweise überwältigende Wahlbeteiligung hatte die Ergebnisse verzögert. In Idaho und Utah hatten sich teils kilometerlange Schlangen vor den Wahllokalen gebildet. Teilweise mussten Stimmzettel nachgedruckt werden.

Wahl am 8. November

Bei den Vorwahlen sieben die beiden grossen Parteien ihre Bewerber aus. Die beiden Spitzenkandidaten der Republikaner und Demokraten werden dann an Parteitagen im Sommer gekürt. Die Präsidentschaftswahl folgt am 8. November.

Bei den Demokraten ist die Ex-Aussenministerin Clinton klare Favoritin. Bei den Republikanern ist es Trump. Führende Vertreter der Konservativen wollen seine Kandidatur aber verhindern

11 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Wenn Trump viel Unterstützung bei jüdischen Eliten gewinnt, vergrössern sich seine Chancen enorm. Das liegt auch daran, dass Obama mit Israel nicht warm wurde. Trumps Gefülhl für das entsprechende Klientel ist sein grosser Vorteil. Es ist zwar Vieles übertrieben oder unwahr, was er von sich gibt. Doch seine Fans hören nur das Positive für sie heraus. Ob es realistisch ist, interessiert sie in ihrer Begeisterung wenig. Indirekt will Trump auch eine Erhöhung der Militärbudgets von US-Partnern.
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  • Kommentar von Jonathan Faye (Jonathan Faye)
    Was ich von einem President will: (1) tiefere Steuern für alle, (2) keine Einkommensteuer, (3) Anti-Abtreibungs-Gesetze, (4) Hashish für med. Zwecke, (5) "kleine" Regierung" die sich nicht oft einmischt, (6) strikte Einwanderungsgesetze, (7) gebrauch machen von grünen Energien und Erdgas. Jeb Bush / John Kasich in der "open convention"!
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Es kommt nicht darauf an, was sie vom Staat wollen, wichtig ist, was sie dem Staat geben können.
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    2. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Und das soll Machbar sein Herr Faye? Etwas viel auf einmal, ich wäre da schon mit weniger zufrieden. Zufrieden schon mit einer Regierung, die die Interessen des Volkes auf vernünftiger Basis konsequent vertritt.
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Ich bin sicher, dass sich der "Weltfrieden" verbessert +eine vernünftigere Wirtschaft eintreten wird, wenn Donald Trump als Präsident gewählt wird. Er will nicht, dass die USA weltweit als alleinige Polizei auftritt, wie heute unter Obama. Damit müsste auch die EU vernünftiger werden, + vor allem die sture +überhebliche Art der Deutschen (Merkel) zurückfahren.Trump will, dass die USA nicht mehr als Diktatur in der Welt auftritt, +die EU + die Moslems sich nicht mehr hinter USA verstecken können.
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    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Was heute Trump will und sagt, kann Morgen schon ganz anders tönen.
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    2. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Trumps Erfolge verdecken aber auch den Blick auf seine Schwächen. In keinem der grossen Bundesstaaten ist es ihm gelungen, mehr als 50% der Stimmen zu gewinnen, dabei hatten nur Anhänger der Reps abgestimmt. Der bedingungslosen Verehrung, die ihm viele seiner Anhänger entgegenbringen, steht eine tiefe Abneigung bei weiten Teilen der Bevölkerung gegenüber.
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    3. Antwort von M. Roe (M. Roe)
      Planta: Das ist normal. Bei uns in der Schweiz gibt es auch eine tiefe Abneigung gegen die "Linken" und auf der andern Seite eine solche gegen die SVP.
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