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US-Präsident Trump brüskiert Premierministerin May
Aus Echo der Zeit vom 13.07.2018. Bild: Keystone
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Trump und May vor den Medien «Ein Versuch der akuten Schadensbegrenzung»

Während draussen in den Strassen Londons die Menschen gegen den US-Präsidenten demonstrieren, haben sich drinnen, auf dem Landsitz der Premierministerin, Theresa May und Donald Trump getroffen und geredet.

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Trumps Kritik an May im Originalton
00:08 min
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Es hat wohl einiges zu bereden gegeben, denn mit einem Interview mit der britischen «Sun», in dem er Mays Brexit-Strategie kritisierte, löste Trump einen Eclat aus. Er habe ihr gesagt, wie man verhandeln sollte, aber sie mache genau das Gegenteil, so Trump. Dass er heute zurückrudere, sei eine Feuerwehrübung, so die Einschätzung von SRF-Korrespondent Martin Alioth.

Martin Alioth

Ehemaliger Grossbritannien- und Irland-Korrespondent, SRF

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Der ehemalige Grossbritannien- und Irland-Korrespondent von Radio SRF lebt seit 1984 in Irland. Er hat in Basel und Salzburg Geschichte und Wirtschaft studiert.

SRF News: Theresa May und Donald Trump sind vor die Medien getreten und haben dabei beide gelächelt. Wie ist das zu verstehen?

Martin Alioth: Die Medienkonferenz in Chequers war eine Feuerwehrübung, ein Versuch der akuten Schadensbegrenzung nach dieser beispiellosen Einmischung in die britische Innenpolitik. Trump machte May überschwängliche Komplimente. Er bestritt im Widerspruch zu den nachweislichen Tatsachen, May überhaupt kritisiert zu haben.

Neben der Kritik an May lobte Trump in dem Interview auch Boris Johnson, der einen harten Brexit wollte. Geht das Trump überhaupt etwas an?

Nein, das geht ihn überhaupt nichts an. Es ist, gelinde gesagt, ungewöhnlich – man könnte auch sagen ungebührlich –, dass ein fremdes Staatsoberhaupt seine Gastgeberin angreift und ihr in den Rücken fällt.

Es ist, gelinde gesagt, ungewöhnlich, dass ein fremdes Staatsoberhaupt seine Gastgeberin angreift.

Ganz besonders empfindlich traf Trump May mit der Aussage, dass es keinen Handelsvertrag zwischen den Briten und den USA nach dem Brexit geben werde, wenn sie auf ihrem letzte Woche etablierten Kurs bezüglich des Austauschs von Gütern und Nahrungsmitteln mit der EU beharre.

Es bleibt doch ein Widerspruch zurück. Was heisst das für May?

Trump hat damit Mays Achillesferse getroffen. Die konservativen Brexit-Anhänger hassen den neuen, weicheren Kurs der Regierung sowieso. Handelsverträge mit Drittstaaten sind ihr Heiliger Gral für eine rosige Zukunft nach dem Brexit. Wenn sich nun auch das als Illusion entpuppen sollte, werden sie gegen Mays neuen Brexit-Kurs Sturm laufen. Zufälligerweise ergeben sich am Montag und am Dienstag Gelegenheiten im Unterhaus für eine Kraftprobe.

Trump ist nun bei der Königin zu Gast. Muss man zittern?

Nein, ich glaube nicht. Die Queen ist ein Vollprofi. Sie wird sich nicht in die Politik verirren. Immerhin ist Trump schon der 13. amerikanische Präsident, den die Queen sieht – und dies passenderweise an einem Freitag, den 13.

Das Gespräch führte Danièle Hubacher.

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