Zum Inhalt springen

Header

Inhalt

Trumps Rede im Faktencheck Drei Aussagen, viele Ungenauigkeiten

In seiner gross angekündigten Rede zum Umweltschutz lobt Trump die USA. Doch hat er recht? Drei Aussagen im Check.

  • Trump: «Seit Tag eins hat es meine Regierung zur höchsten Priorität gemacht, dass Amerika das sauberste Wasser und die sauberste Luft hat.»
Video
«Das sauberste Wasser und die sauberste Luft»
Aus News-Clip vom 09.07.2019.
abspielen

Falsch. Gemäss Forschern und Umweltorganisationen geschieht genau das Gegenteil. Der Plan, aus der Kohlekraft auszusteigen, wurde bereits 2017 umgestossen. Kohlekraftwerke sind für schlechte Luft in ihrer Umgebung verantwortlich und für das klimaschädliche CO2. Die Trump-Regierung hat zudem die Absicht, aus dem Pariser Klimaabkommen auszusteigen – den Bemühungen der Weltgemeinschaft, eine Lösung für das CO2-Problem zu finden. Und mehrere Änderungen an US-Gesetzen sind noch in Arbeit: Die US-Umweltbehörde (EPA) soll den maximalen Spritverbrauch von Fahrzeugen nach oben korrigieren. Das würde weiterhin grosse, spritfressende Fahrzeuge erlauben. Zudem soll Bundesstaaten (z.B. Kalifornien) das Recht weggenommen werden, selbständig strengere Regeln zu erlassen. Die Gewässerschutzgesetze sind ebenfalls in einem Änderungsprozess, Kritiker befürchten, dass die Gewässer nachher deutlich schlechter geschützt wären als jetzt.

  • Trump: «Die USA reduzieren mehr CO2 als jeder einzelne Staat, der das Pariser Abkommen unterzeichnet hat.»
Video
«Die USA reduzieren am meisten CO2»
Aus News-Clip vom 09.07.2019.
abspielen

Teilweise korrekt. Es kommt auf den Zeitraum an, der angeschaut wird. Es ist richtig, dass seit dem Jahr 2000 kein anderes Land einen stärkeren absoluten Rückgang des CO2-Ausstosses verzeichnen konnte als die USA. Dieser Rückgang ist allerdings unabhängig von Trumps Politik erfolgt. Wetterbedingt (heizen und kühlen) stieg der CO2-Ausstoss von 2017 zu 2018 bereits wieder an und die USA bleiben nach China der zweitgrösste Verursacher von CO2. Pro Kopf liegen die US-Amerikaner beim CO2-Ausstoss auf Platz 10 weltweit – ihr Ausstoss ist damit rund doppelt so hoch wie derjenige einer Person, die in Deutschland lebt, und rund vier Mal so hoch wie derjenige einer Person in der Schweiz. Zahlreiche geplante Gesetzesänderungen würden den CO2-Ausstoss in Zukunft aber wohl wieder deutlich anwachsen lassen (siehe oben).

  • Trump: «Einer der Hauptverursacher von Luftverschmutzung, Feinstaub, ist in den USA sechsmal niedriger als im globalen Durchschnitt.»

Teilweise korrekt. Die Luftverschmutzung in den USA ist in den letzten 50 Jahren zwar tatsächlich zurückgegangen, wie die «New York Times» schreibt. Doch die Erfolge seiner Vorgänger kann sich Trump nicht anrechnen lassen. Zumal der Trend wieder eine Verschlechterung zeigt: Unabhängige Analysen belegen, dass Tage mit schlechter Luftqualität in den Jahren 2017 und 2018 um 15 Prozent häufiger sind als im Durchschnitt der Jahre zuvor. Auch der Amerikanische Lungenverband warnt, dass die Ozonbelastung zwischen 2015 und 2017 wieder zugenommen habe. 2017 haben sich auch vier von sechs Indikatoren für Luftverschmutzung verschlechtert.

Audio
US-Präsident Trump hält Rede zu Umweltschutz
01:51 min, aus HeuteMorgen vom 09.07.2019.
abspielen. Laufzeit 01:51 Minuten.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

74 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Hansruedi Elsener  (Haru)
    Um es kurz zu fassen: wer in den USA gelebt hat, nicht ferienhalber, weiss wie es in Sachen Wasser und Umwelt aussieht. Mehr gibt es gar nicht zu sagen.
  • Kommentar von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
    Die Kritiker Trumps sollten mal den Balken im eigenen Auge betrachten...
    1. Antwort von Claudia Beutler  (Claudia)
      Die Freunde von Donald Trump sollten ihn etwas weniger idelisieren.
  • Kommentar von A. Siegenthaler  (siena)
    Zitat: "den maximalen Spritverbrauch von Fahrzeugen nach oben korrigieren, die sogenannten «Miles per Gallon»".
    Die MPG nach oben korrigieren, dann werden die Autos aber sparsamer. Denn je mehr Wegstrecke (Meilen) pro Volumeneinheit (Gallonen) zurückgelegt werden können, umso sparsamer ist ein Auto! Die Verbrauchsangabe MPG hat in den USA nämlich genau die umgekehrte Bedeutung.
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @A. Siegenthaler Vielen Dank, da haben Sie natürlich völlig Recht. Je mehr Meilen pro Gallone, desto effizienter das Fahrzeug. Der ursprüngliche Plan der Obama-Administration war auf über 54.5 Meilen pro Gallone zu kommen in 6 Jahren. Das entspricht 4.3 Liter auf 100km – und galt auch als sehr ambitioniert. Neu soll die Flottengrenze bei 37 mpg sein, das sind rund 6.4 l/100km.