Zum Inhalt springen

Header

Video
Erneute Ausschreitungen in Barcelona
Aus Tagesschau vom 17.10.2019.
abspielen. Laufzeit 1 Minute 6 Sekunden.
Inhalt

Tsunami-Democratic-Gruppe «Der Geheimdienst versucht herauszufinden, wer dahintersteckt»

Zum dritten Mal in Folge kam es in Katalonien zu Ausschreitungen. Vermummte Protestierende lieferten sich in der Nacht Gefechte mit der Polizei. Gemäss Medienberichten gab es Dutzende Verletzte und Festnahmen. Die Proteste sind professionell organisiert und beschäftigen sogar den spanischen Geheimdienst, weiss Journalistin Julia Macher.

Julia Macher

Julia Macher

Journalistin in Barcelona

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Julia Macher berichtet aus Spanien für verschiedene Radio- und TV-Sender, hauptsächlich über Gesellschaft und Kultur.

SRF News: Wie setzt sich die Protestbewegung zusammen?

Julia Macher: Barcelona hat eine breite anarchistische Szene, genannt Antisistemas. Meiner Einschätzung nach waren diese nun auch dabei. Es waren aber auch viele junge Leute anwesend, von denen man nicht unbedingt sagen würde, dass sie politisch aktiv oder engagiert wären.

Tsunami Democratic hat für die Zukunft weitere Aktionen angekündigt und eine eigene App ins Internet gestellt, ähnlich wie bei den Protesten in Hongkong.

Bei ihnen wirkt es eher wie Krawalltourismus. Organisiert wurde die Demonstration von den sogenannten CDR's, Komitees zur Verteidigung der Republik. Es sind kleine Aktivistengruppen, welche eher dezentral organisiert sind. Da sind alle möglichen Leute dabei. Bei den Ausschreitungen mit der Polizei haben einige dieser CDR's zum Rückzug und zur Demobilisierung aufgerufen, andere haben bis in die frühen Morgenstunden weiter Krawall gemacht.

Hinter vielen Protesten soll die Gruppe Tsunami Democratic stehen. Wer ist diese Gruppe?

CDR betreiben im Vergleich zu Tsunami Democratic eher die unorganisierten Strassendemos, die zu den jetzigen Krawallen führten. Tsunami Democratic dagegen ist ein gut organisiertes Netzwerk von Aktivisten, welche vor zwei Tagen die Flughafenblockade organisiert haben.

Ausschreitungen in Barcelona.
Legende: «Barcelona hat eine breite anarchistische Szene», so Julia Macher. Keystone

Der spanische Geheimdienst versucht momentan herauszufinden, wer hinter Tsunami Democratic steckt. Diese Flughafenbesetzung funktionierte über soziale Medien. Tsunami Democratic hat für die Zukunft weitere Aktionen angekündigt und eine eigene App ins Internet gestellt, ähnlich wie bei den Protesten in Hongkong. Sie betonen aber, dass die Proteste immer friedlich und zivilisiert ablaufen sollen.

Video
Ausufernde Gewalt in Barcelona (unkomm.)
Aus News-Clip vom 17.10.2019.
abspielen. Laufzeit 44 Sekunden.

Hinter Tsunami Democratic sollen grosse Namen der Unabhängigkeitsbewegung stehen, die Rede ist etwa vom früheren katalanischen Ministerpräsidenten Carles Puigdemont. Was wissen Sie darüber?

Ausschliessen würde ich nichts. Die Idee dafür sei angeblich bei einem Treffen im Ausland gefallen, wo auch Aktivisten beteiligt waren, die in gutem Kontakt zu den katalanischen Aktivisten und Politikern stehen, die in der Schweiz oder in Belgien sind. Der spanische Geheimdienst erklärte am Mittwoch, dass er kurz davor sei zu enthüllen, wer hinter der Organisation steht.

Das Gespräch führte Salvador Atasoy.

Video
Hohe Haftstrafen für katalanische Separatistenführer
Aus Tagesschau vom 14.10.2019.
abspielen. Laufzeit 4 Minuten 59 Sekunden.
Daten und Karte Kataloniens
Audio
Krawalle in Barcleona
aus SRF 4 News aktuell vom 17.10.2019.
abspielen. Laufzeit 6 Minuten 8 Sekunden.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

10 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von S. Borel  (Vidocq)
    Ich muss immer wieder staunen, wie sehr separatistische Strömungen auch hier gutgeheissen werden... offenbar inkl Gewalt in den Strassen. Nur so zur Erinnerung: die Katalanen wollen sich in erster Linie von Spanien lösen, weil sie keine Lust mehr haben, die strukturell schwächeren Provinzen mitzufinanzieren. Es geht also einmal mehr um den schnöden Mammon. Wäre in etwa so, wie wenn z.B. der Kanton ZH CH verlassen möchte, um nicht mehr länger Geberkanton spielen zu müssen...
    1. Antwort von Martin Meier  (M.Meier)
      soll doch jede Gemeinschaft frei entscheiden können zu welchem Staatsgefüge sie gehören möchte; wenn also z.B. Zürich austreten möchte, warum nicht.
    2. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Weil die Verfassungen vorsehen, dass so etwas nicht einseitig entschieden werden kann. Gilt für die Schweiz und Spanien.
    3. Antwort von Willi Geissbühler  (WG)
      Für einmal muss ich Ihnen sogar Recht geben.
    4. Antwort von Patrik Müller  (P.Müller)
      Spanien ist ein enorm zentralistisch geführter Staat. Etwas mehr regionale Autonomie würde bereits vieles verbessern. Hier unterscheidet sich die Situation in Spanien schon grundsätzlich von der in der Schweiz.
  • Kommentar von Klaus KREUTER  (SWISSKK)
    Alles spricht vom vereinten Europa und im Süden geht die Kleinstaaterei weiter. Was treibt die Menschen dort an so vorzugehen. Irgendetwas steckt doch hinter all diesen Aktionen, kann man das nicht herausfinden. Anstatt ein starkes Spanien aufzubauen verirrt man sich in die Kleinstaaterei.
  • Kommentar von Jeanôt Cohen  (Jeanot)
    Wenn man Gewalt gebraucht, und speziell wenn man die staatliche Gewalt Missbraucht, muss damit rechnen das die Antwort gewalttätig ist.