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Corona-Virus: Wuhan baut ein neues Spital
Aus HeuteMorgen vom 24.01.2020.
abspielen. Laufzeit 12:49 Minuten.
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Über 1200 Infektionen in China Zahl der Corona-Opfer steigt weiter – Ärzte widersprechen Peking

  • Starke Zunahme von Infektionen mit dem Coronavirus in China. Über 1200 Fälle seien bestätigt, berichtet das Staatsfernsehen. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich auf 41.
  • Auch in Australien wurde jetzt ein erster Infektionsfall bestätigt.
  • Ärzte widersprechen den offiziellen Angaben zur Zahl infizierter Spitalmitarbeiter.

Dem aus China stammenden Coronavirus sind in der Volksrepublik 15 weitere Menschenleben zum Opfer gefallen. Insgesamt sind damit 41 Todesfälle durch die neue Lungenkrankheit nachgewiesen worden. Das berichtet Chinas Staatsfernsehen und auch die unabhängigere «South China Morning Post» am Samstag.

Über 400 neue Fälle binnen eines Tages

Die Zahl der bekannten Infektionen stieg laut Staatsfernsehen im Vergleich zum Vortag um über 400 auf 1278 Fälle. Die «South China Morning Post» berief sich auf Daten, die von lokalen Behörden veröffentlicht worden seien.

Etwa die Hälfte der neuen Fälle sei in der Millionenmetropole Wuhan registriert worden, wo der neue Virus-Typ Anfang des Jahres erstmals aufgetreten war. Wuhan ist die Hauptstadt der Provinz Hubei, auf die die meisten der bislang bekannten Todesfälle entfallen. Weitere Todesopfer wurden aus den Provinzen Hebei und Heilongjiang gemeldet.

Australien bestätigt erste Corona-Infektion

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  • Nach mehreren anderen Ländern hat nun auch Australien einen Fall der vom neuen Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit bestätigt.
  • Der Erreger sei bei einem Mann nachgewiesen worden, der vergangene Woche aus China nach Australien eingereist und zuvor in Wuhan gewesen sei, erklärte Gesundheitsministerin Jenny Mikakos am Samstag.
  • Bei dem unter Quarantäne stehenden Patienten handelt es sich Mikakos zufolge um einen Chinesen, der in stabilem Zustand sei.
  • Darüber hinaus würden fünf Verdachtsfälle im Bundesstaat New South Wales und zwei im benachbarten Queensland überprüft.

Um die Ausbreitung des Virus zu bremsen, hat China den 43 Millionen Bewohnern von zwölf Städten in der schwer betroffenen Provinz Hubei drastische Restriktionen auferlegt. Nah- und Fernverkehr wurden gestoppt, Ausfallstrassen gesperrt, zudem sollen in der Öffentlichkeit Schutzmasken getragen werden.

Washington zieht Personal ab

Die USA kündigten an, das Personal ihres Generalkonsulats und deren Familien aus Wuhan abzuziehen.

Die Anordnung erfolge wegen der Ausbreitung des Coronavirus, der logistischen Probleme durch Verkehrseinschränkungen und der «überwältigten Krankenhäuser» der Stadt, sagte ein Botschaftssprecher.

US-Präsident Donald Trump bescheinigte den Behörden der Volksrepublik unterdessen grosses Engagement im Kampf gegen die Verbreitung des Erregers: «China hat sehr hart daran gearbeitet, das Coronavirus einzudämmen. Die Vereinigten Staaten schätzen die Bemühungen und Transparenz sehr», schrieb er auf Twitter.

Genetisch dem Sars-Virus ähnlich

Der Präsident des deutschen Robert Koch-Instituts relativierte die länderübergreifende Gefahr durch das neue Virus. «Ausserhalb Chinas gibt es bisher keine grossen Infektionsketten», sagte Lothar Wieler im ZDF. Allerdings betonte der Mikrobiologe, man könne die Schwere der dadurch verursachten Erkrankung noch nicht genau beurteilen. «Wir haben keine vollständigen Informationen», sagte Wieler.

Die weltweiten Vorsichtsmassnahmen begründete er unter anderem damit, dass der neue Erreger dem Sars-Virus genetisch sehr ähnlich sei und über die Atemwege verbreitet werde. An Sars (Schweres Akutes Atemwegssyndrom) waren 2002/2003 etwa 800 Menschen gestorben.

Mediziner widersprechen Peking

Ärzte in Wuhan äusserten unterdessen den Verdacht, dass sich dort schon wesentlich mehr Menschen angesteckt haben dürften als offiziell angegeben. Auch sei offenkundig weitaus mehr Krankenhauspersonal betroffen als jene 15 Beschäftigten, von denen bislang offiziell die Rede sei. «Es lassen sich infizierte Krankenhausmitarbeiter in fast allen grösseren Krankenhäusern in Wuhan finden», sagte ein Arzt der Hongkonger Zeitung «South China Morning Post».

Chinesische Medien, Link öffnet in einem neuen Fenster berichten, dass ein Arzt in der besonders betroffenen Provinz Hubei an einer Corona-Infektion verstorben sei.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Laura Brunner  (bougiebear)
    Ich habe mir jetzt gerade Gesichtsmasken bestellt. Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis wir die ersten Fälle in der Schweiz haben. Nein, ich bin nicht in Panik, aber ich möchte vorbereitet sein.
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    1. Antwort von Alfons Bauer  (frustriert)
      Ich hab noch eine fast volle Packung aus der Schweinegrippe-Zeit. Die paar Gesichtsmasken, die ich daraus entnommen habe, waren für die Schimmelentfernung zuhause mit chemischen Putzmitteln.
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  • Kommentar von Alexander Weljaminoff  (AndererMeinung)
    In dieser Situation zeigt sich, welche Medien verantwortungsvoll berichten. Mein erster Platz geht an den britischen Guardian. Der letzte Platz an Fox News. Die ignorieren das Thema einfach. Aber nicht alle Medien reagieren gemäss den üblichen im Westen verbreiteten Klischees, im russischen Staatsfernsehen (sollte ja alles herunterspielen) gab es gestern eine dramatische "60 Minuten" Nachrichtensendung mit apokalyptischen Berichten und Videos. Die "Relativierer" finden sich wohl eher bei uns.
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  • Kommentar von Julius Nero  (kongdasavage)
    Nehmen wir Mal an, dass sich innerhalb der 13 abgeriegelten Städte mit insgesamt 40 Mio. Einwohnern 1'200 Personen infiziert haben. Dies entspräche einem Tausendstel-% der Bevölkerung. Beschränken wir uns allein auf Wuhan, dann sind es noch 0.01%.
    Wie gross ist also die Wahrscheinlichkeit, dass jemand der von Wuhan ins Ausland reist, sei es AUS oder FR, genau diese Krankheit mit sich trägt? Man muss kein Hellseher sein um zu erkennen, dass das Ausmass der Krankheit viel größer ist als berichtet
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