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International Über 2000 tote Bootsflüchtlinge seit Januar

Die Zahl der Migranten, die auf dem Weg übers Mittelmeer ihr Leben verloren, ist heuer um fast 25 Prozent gestiegen. Damit ist die Überfahrt zur tödlichsten Route für Migranten geworden. Insgesamt 188'000 Menschen sahen sie seit Januar dennoch als einzigen Weg in eine bessere Zukunft.

Grüne Leichensäcke auf Lampedusa.
Legende: Die meisten Todesopfer auf der Überfahrt übers Mittelmeer gibt es bisher zwischen Libyen und Sizilien. Keystone

Mehr als 2000 Bootsflüchtlinge sind nach Uno-Angaben in diesem Jahr auf dem Weg über das Mittelmeer nach Europa ums Leben gekommen. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum starben insgesamt 1607 Bootsflüchtlinge. Mit dieser Zunahme um fast einen Viertel wurde der Weg übers Mittelmeer laut der Internationalen Organisation für Migration IOM zur tödlichsten Route.

Die meisten Opfer habe es in den beiden Jahren in der sogenannten Strasse von Sizilien auf der Strecke zwischen Italien und Libyen gegeben, sagt IOM-Sprecher Itayi Virri. Von Schleppern eingesetzte, nicht seetüchtige Boote hätten erheblich zu den Opferzahlen auf dieser Strecke beigetragen.

Trotz der steigenden Opferzahlen hätten seit Januar insgesamt rund 188'000 Flüchtlinge und Migranten die Überfahrt gewagt, so Virri. Die meisten Flüchtlinge kamen in Griechenland und in Italien an. Allein in Griechenland seien es bisher schätzungsweise 97'000 Menschen gewesen. Fast dreimal so viel wie die dortigen Behörden im gesamten letzten Jahr gezählt hatten.

Hunderte Gerettete am Montag

Ein Schiff der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen rettete am Montag im Mittelmeer mehr als 550 Bootsflüchtlinge und brachte sie nach Sizilien. Die Flüchtlinge seien von mehreren Booten geholt worden und nach Palermo gefahren worden, teilte die Organisation mit. Auch die Leichen von fünf Flüchtlingen seien geborgen worden.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Jürg Sand, Zürich
    Man muss dazu bemerken, dass es tatsächlich Schuldige an diesen Toten gibt. Es sind unsere Politiker, Medien, Beamten und NGO,s die alles, aber auch wirklich alles verbockt haben was man nur verbocken kann. Die einen aus sträflicher Bequemlichkeit, die anderen aus pekuniären Motiven. Alle schoben und schieben immer noch humanitäre Beweggründe vor. Unser Asylunwesen ist Verführung von Millionen, ein Verbrechen an der eigenen Bevölkerung und verantwortlich für diese Toten und vieles mehr!
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  • Kommentar von Rolf Maeder, 3700 Spiez
    Schauen wir die Flüchtlings-Situation ganz nüchtern und realistisch an, dann drängt sich die Frage auf, wie will Europa die eigene Zukunft gestalten. Die moderne Völkerwanderung zum "Besseren" besteht aus einer unerschöpflichen Masse Menschen, welche vor allem nach Europa drängt und nicht daran denkt jemals zurück ins Heimatland zu gehen. Somit werden die sozialen Institutionen und das Gesundheitswesen ausgehölt. Wann setzt der Selbsterhaltungstrieb ein und mit welchen Maßnahmen?
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    1. Antwort von Björn Christen, Bern
      Ich gebe Europa noch bis 2017 ehe der Selbsterhaltungstrieb einsetzt und auch ein Grossteil der Helfersyndrom-Gutmenschen einsehen muss, dass sie die Welt nur schon aus Mangel an Unterbringungsmöglichkeiten nicht retten können (in der CH wandern ja nicht nur 10,000e Illegale, sondern auch noch fast 100,000 legal zu, die wohnen müssen). Auch das Libyen-Italien EU-Wassertaxi wird man abschaffen müssen, denn je mehr aufgenommen werden, desto mehr werden kommen. Die Sogwirkung ist jetzt schon enorm.
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    2. Antwort von Christa Wüstner, Reinach
      Ich würde sagen, bis der Winter kommt, dann werden bereits die Probleme unlösbar.
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  • Kommentar von Margot Helmers, Bülach
    Die gefährlichste Tour ist die über die Länder. Da werden Menschen vergewaltigt, getötet, verschleppt und für Lösegeld gefoltert. Das Menschen im Mittelmeer ertrinken ist eine Folge der meist garantierten Aufnahme in Europa. Man sollte alle konsquent zurück weisen, stattdessen wieder Botschaftsasyl einführen. Und es sollte eine zeitlich befristete Aufnahme für Aus- und Weiterbildung, Praktika oder auch eine vorübergehende Arbeit möglich sein. Totalabschottung ist nicht realistisch.
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